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Saurer Geldregen: Mit Helikoptergeld zur Hyperinflation
13.04.16 08:48
StarCapital
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Notenbanken scheinen mit ihrem Latein am Ende, und die Märkte sehen es genauso, fasst Peter E. Huber, Fondsmanager und Vorstand von StarCapital, die derzeitige Lage im aktuellen Aktienmarktausblick der StarCapital-Publikation StarInvest zusammen.
Die letzten geldpolitischen Kraftakte hätten keinerlei positive Auswirkungen auf die Börsen mehr gehabt. Es sei klar, dass die Staatsschuldenkrise einer Lösung bedürfe, wenn man wieder zu einem gesunden Wirtschaftswachstum zurückkehren und die Herausforderungen der Zukunft meistern wolle. Die Schuldenkrise lasse sich auf traditionelle Weise nicht mehr lösen, dazu sei sie viel zu weit fortgeschritten. Das Helikopter-Geld - bislang ein theoretisches Gedankenexperiment - und die damit in Verbindung stehende Inflationierung würden eine vermeintliche Lösung bilden, die derzeit hoch-kontrovers diskutiert werde.
In der öffentlichen Diskussion würden die Schlagworte "Helikoptergeld" und "Bargeldabschaffung" derzeit gehäuft auftauchen. "Dies ist kein Zufall, wurden sie doch von Politik und Notenbanken initiiert, um die Reaktion der Öffentlichkeit zu testen und diese auf das bevorstehende "Endspiel" vorzubereiten", meine Huber, der vor den Risiken des Helikopter-Geldes eindrücklich warne. Die gewünschte Inflation, so Huber, käme irgendwann ins Rollen, wenn die Leute erkennen würden, dass "das Geld nichts anderes ist als bedrucktes Papier" und sie anfangen würden, es auszugeben. Dies könne bei einem Pro-Kopf-Betrag von bereits 10.000 Euro oder erst bei 100.000 Euro geschehen. Fraglich sei die Begrenzung auf das willkürlich gesetzte Inflationsziel von zwei Prozent. Viel gravierender sei jedoch der damit einhergehende Vertrauensverlust. Dieser führe zu einer Hyperinflation.
Das bevorstehende "Endspiel" sei die Konsequenz einer historischen Entwicklung vom so genannten Deficit Spending der Industrieländer, über die Geld- und Zinspolitik Greenspans um die Jahrtausendwende bis hin zum globalen Finanzkollaps nach der Lehman-Pleite im Herbst 2008. Inzwischen sei eine Situation eingetreten, die in den vergangenen Jahren von StarCapital mehrfach mit den Stichworten "Nullwachstum, Nullzinsen, Nullinflation" prophezeit worden sei. Die Staaten hätten den von den Notenbanken geschaffenen Spielraum nicht genutzt, sondern sich im Gegenteil immer höher verschuldet. Die globalen Schulden seien seit 2007 von 141 Billionen USD auf aktuell rund 200 Billionen USD gestiegen. Das Beispiel Japan mit einer Finanzierung von 80% der Staatsausgaben durch den Aufkauf von Staatsanleihen zeige, dass die Notenbanken unverblümt zur Staatsfinanzierung übergegangen seien. Auch die EZB lege unverdrossen neue Maßnahmen des Quantitative Easing auf.
"Die Wirkung ist gleich Null", resümiere Huber, der auch den positiven Effekt von immer höheren Negativzinsen für fragwürdig halte. Damit würden nur noch zwei Lösungsmöglichkeiten bleiben: Der Schuldenschnitt, der auch in Form von Nullzinsen bei endlosen Laufzeiten daherkommen könne oder die Inflationierung und damit die Entwertung der Schulden. Die Notenbanken würden es weiter über finanzielle Repression versuchen, d.h. steigende Inflation bei weiter niedrigen Zinsen. Und auch wenn ihnen die Inflationierung bisher nicht geglückt sei, hätten Zentralbanken durch geschenkte Kredite statt Leihgaben durchaus die Möglichkeit Inflation zu erzeugen. Wann dies genau eintrete, lasse sich allerdings schwer abschätzen. Marode Systeme würden dazu tendieren, sich sehr lange stabil zu halten.
Huber fasse die Situation für Anleger indes als eher günstig zusammen. Das deflationäre bzw. disinflationäre Umfeld begünstige insbesondere hochverzinsliche Anleihen knapp unterhalb der Investmentqualität. Dieser Trend komme überwiegend durch die Überkapazitäten zustande, die im Rahmen der Globalisierung geschaffen worden seien und auf die Preise drücken würden. Der Rat gehe zu Sensibilität gegenüber Veränderungen und zu Positionen in Sachwerten (Aktien, Edelmetalle und Rohstoffe). Der Zug für Immobilien-Anlagen sei jedoch schon abgefahren. Für den Investmentexperten von StarCapital stehe die allgemeine Lage fest: "Die Zeche für die Schuldenkrise zahlen am Ende die Gläubiger und nicht die Schuldner". (Ausgabe vom 12.04.2016) (13.04.2016/alc/a/a)
Die letzten geldpolitischen Kraftakte hätten keinerlei positive Auswirkungen auf die Börsen mehr gehabt. Es sei klar, dass die Staatsschuldenkrise einer Lösung bedürfe, wenn man wieder zu einem gesunden Wirtschaftswachstum zurückkehren und die Herausforderungen der Zukunft meistern wolle. Die Schuldenkrise lasse sich auf traditionelle Weise nicht mehr lösen, dazu sei sie viel zu weit fortgeschritten. Das Helikopter-Geld - bislang ein theoretisches Gedankenexperiment - und die damit in Verbindung stehende Inflationierung würden eine vermeintliche Lösung bilden, die derzeit hoch-kontrovers diskutiert werde.
Das bevorstehende "Endspiel" sei die Konsequenz einer historischen Entwicklung vom so genannten Deficit Spending der Industrieländer, über die Geld- und Zinspolitik Greenspans um die Jahrtausendwende bis hin zum globalen Finanzkollaps nach der Lehman-Pleite im Herbst 2008. Inzwischen sei eine Situation eingetreten, die in den vergangenen Jahren von StarCapital mehrfach mit den Stichworten "Nullwachstum, Nullzinsen, Nullinflation" prophezeit worden sei. Die Staaten hätten den von den Notenbanken geschaffenen Spielraum nicht genutzt, sondern sich im Gegenteil immer höher verschuldet. Die globalen Schulden seien seit 2007 von 141 Billionen USD auf aktuell rund 200 Billionen USD gestiegen. Das Beispiel Japan mit einer Finanzierung von 80% der Staatsausgaben durch den Aufkauf von Staatsanleihen zeige, dass die Notenbanken unverblümt zur Staatsfinanzierung übergegangen seien. Auch die EZB lege unverdrossen neue Maßnahmen des Quantitative Easing auf.
"Die Wirkung ist gleich Null", resümiere Huber, der auch den positiven Effekt von immer höheren Negativzinsen für fragwürdig halte. Damit würden nur noch zwei Lösungsmöglichkeiten bleiben: Der Schuldenschnitt, der auch in Form von Nullzinsen bei endlosen Laufzeiten daherkommen könne oder die Inflationierung und damit die Entwertung der Schulden. Die Notenbanken würden es weiter über finanzielle Repression versuchen, d.h. steigende Inflation bei weiter niedrigen Zinsen. Und auch wenn ihnen die Inflationierung bisher nicht geglückt sei, hätten Zentralbanken durch geschenkte Kredite statt Leihgaben durchaus die Möglichkeit Inflation zu erzeugen. Wann dies genau eintrete, lasse sich allerdings schwer abschätzen. Marode Systeme würden dazu tendieren, sich sehr lange stabil zu halten.
Huber fasse die Situation für Anleger indes als eher günstig zusammen. Das deflationäre bzw. disinflationäre Umfeld begünstige insbesondere hochverzinsliche Anleihen knapp unterhalb der Investmentqualität. Dieser Trend komme überwiegend durch die Überkapazitäten zustande, die im Rahmen der Globalisierung geschaffen worden seien und auf die Preise drücken würden. Der Rat gehe zu Sensibilität gegenüber Veränderungen und zu Positionen in Sachwerten (Aktien, Edelmetalle und Rohstoffe). Der Zug für Immobilien-Anlagen sei jedoch schon abgefahren. Für den Investmentexperten von StarCapital stehe die allgemeine Lage fest: "Die Zeche für die Schuldenkrise zahlen am Ende die Gläubiger und nicht die Schuldner". (Ausgabe vom 12.04.2016) (13.04.2016/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


