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SNB in der Zwickmühle


05.08.19 10:09
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Ende Juli stiegen die Sichteinlagen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) um 1,7 Milliarden Franken an, der größte Wochenanstieg in den letzten zwei Jahren, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Dies deute darauf hin, dass die Notenbank am Devisenmarkt interveniert habe, um gegen die Stärke des Schweizer Frankens vorzugehen, dessen Wechselkurs zum Euro zuvor auf ein Zweijahreshoch gestiegen sei. Die erneute Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie die steigende Wahrscheinlichkeit eines harten Brexits dürften den Aufwertungsdruck auf den Franken auch weiterhin hoch halten. Die exportabhängige Schweizer Wirtschaft gerate allerdings zunehmend in Bedrängnis. Im Juli sei nicht nur der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe auf 44,7 gefallen, auch die Inflationsrate sei auf 0,3 Prozent gesunken, den niedrigsten Wert seit zwei Jahren.

Die SNB sei daher in einer Zwickmühle gefangen. Zum einen wolle sie eine weitere Aufwertung des Frankens verhindern, um die Wirtschaft zu entlasten und eine Deflation zu vermeiden. Zum anderen seien Devisenmarktinterventionen riskant, denn dadurch könnte die Schweiz als Währungsmanipulator in den Fokus der USA rücken, um ein Exempel für China und Europa zu statuieren. Damit steige die Wahrscheinlichkeit, dass die SNB versuche, den Franken zu schwächen, indem sie schon vor der EZB den Leitzins senke. (05.08.2019/alc/a/a)