Russland: Notenbank erhöht Leitzins kräftig


24.08.21 11:30
Raiffeisen Capital Management

Wien (www.anleihencheck.de) - Russlands Volkswirtschaft wuchs im zweiten Quartal um 10,3%, stärker als von Analysten erwartet, so die Experten von Raiffeisen Capital Management in ihrem aktuellen "emreport".

Dieses Tempo sei natürlich zum Teil auf die niedrigeren Vergleichswerte vom Vorjahr zurückzuführen und die Wachstumsdynamik werde sich im zweiten Halbjahr abschwächen. Doch sowohl der IWF als auch die russische Notenbank hätten ihre Wachstumsprognosen für das Gesamtjahr angehoben. Die Notenbank habe zugleich kräftig den Leitzins um einen vollen Prozentpunkt auf 6,5% erhöht, um ein Ausufern der Inflation zu verhindern. Auch das werde sich in den kommenden Quartalen dämpfend auf das Wachstum auswirken. Die Notenbank sei besonders über die hohen Inflationserwartungen in der Bevölkerung beunruhigt, die etwa doppelt so hoch seien wie die Schätzungen der Notenbank. Zugleich dürften die Zinsen für Bankeinlagen damit näher an die Inflationsrate heranrücken und Sparern einen besseren Erhalt der Kaufkraft ermöglichen.

Eine weiterhin hohe Impfskepsis in der Bevölkerung, relativ milde Restriktionen im öffentlichen Leben und die ansteckendere Delta-Variante würden die Covid-19-Neuinfektionen auf hohen Niveaus verharren lassen. Gerade einmal um die 25% der erwachsenen Bevölkerung seien vollständig geimpft. Offiziell beharre man im Kreml weiterhin auf weitgehend freiwillige Impfungen. Doch in Moskau und anderen Regionen hätten die lokalen Behörden für bestimmte Branchen und Tätigkeiten (z.B. Gesundheitswesen, Transport, Einzelhandel) eine faktische Impfpflicht angeordnet; für die Einhaltung seien die jeweiligen Unternehmen verantwortlich.

Unterdessen hätten sich die USA offenbar ins Unvermeidliche gefügt und möchten keine weiteren Sanktionen zwecks Verhinderung der Nordstream2-Pipeline verhängen. Angeblich hätten sich die USA und Deutschland diesbezüglich auf einen Deal geeinigt, der u.a. die weitere Nutzung der Ukraine als Transitland durch Russland vorsehe. In Moskau habe man sich offiziell verwundert gezeigt, wie dieser Deal künftige Verpflichtungen Russlands einschließen könne, ohne dass Russland überhaupt Vertragspartei sei. Es sei aber natürlich möglich, dass es inoffiziell entsprechende Signale Moskaus gegeben habe. Die Aktienkurse in Moskau hätten im Juli leicht nachgegeben, um knapp zwei Prozent, sowohl in Rubel als auch in US-Dollar. (Ausgabe August 2021) (24.08.2021/alc/a/a)




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