Erweiterte Funktionen

Rumänischer Zentralbank gehen langsam die Währungsreserven aus


23.01.19 11:45
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die rumänische Regierung scheint an der Einführung einer neuen Bankensteuer festhalten zu wollen, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Details zur neuen Steuer, die die Profitabilität von Banken negativ beeinflussen würde, seien bereits im Dezember bekannt geworden und hätten an dem Tag den Aktienmarkt in Bukarest um 11 Prozent fallen lassen. Die Intention sei klar. Laut IWF drohe die Regierung 2019 erneut ein Haushaltsdefizit von über 3 Prozent einzufahren, was voraussichtlich ein Haushaltsdefizitverfahren der EU nach sich ziehen würde. Die Bankensteuer komme für die Währung allerdings ungelegen. Mit einem Leistungsbilanzdefizit von 4,6 Prozent sei das Land auf Kapital aus dem Ausland angewiesen. Ausländische Investoren hätten als Reaktion allerdings Gelder aus dem Land abgezogen.

Die Zentralbank habe 2018 durch Eingriffe in den Währungsmarkt den Leu (RON) zwar stabil bei rund 4,65 zum Euro halten können. Langsam würden ihr allerdings die Währungsreserven und damit die Möglichkeit ausgehen, die Währung zu stützen. Das Resultat: Der Leu habe bisher an 14 von 16 Handelstagen in diesem Jahr abgewertet und sei mit einem Minus von 1,55 Prozent zum Euro seit dem Jahresstart die schwächste aller osteuropäischen Währungen. Laut einer Bloomberg-Umfrage würden die meisten Analysten einen anhaltend schwachen Leu bis Jahresende erwarten, die pessimistischste Prognose sehe einen Wechselkurs von EUR/RON 4,9. (23.01.2019/alc/a/a)