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Ruhe nach dem Sturm - Renditeaufschläge dank günstiger Rahmendaten
05.08.15 12:36
NN Investment Partners
Den Haag (www.anleihencheck.de) - Der Jahresanfang gestaltete sich für Anleger noch unproblematisch, nicht zuletzt dank lockerer Geldpolitik, robuster Wirtschaftsdaten und stärkerer Währungen, so Valentijn van Nieuwenhuijzen, Head of Strategy, Multi-Asset bei NN Investment Partners.
Nahezu alle in Euro denominierten Assetklassen hätten positive Erträge abgeworfen. Doch noch vor dem Sommer sei starker Gegenwind aufgekommen: Nicht nur seien die Grexit-Szenarien neu aufgelegt worden, in China seien die Aktienkurse binnen weniger Wochen um über 30 Prozent eingebrochen. Die Experten seien keine Abenteurer. Daher hätten sie ihr Exposure bei risikoreichen Werten reduziert.
Entsprechend hätten die Experten Aktien und Immobilien auf eine neutrale Position zurückgefahren; dem sei auch die Präferenz der Experten für Aktien aus der Eurozone zum Opfer gefallen. So habe in jedem Fall eine Kollision mit dem sprichwörtlichen "Eisberg" verhindert werden können. Europa sei schließlich bereit gewesen, ein neues Rettungspaket für Griechenland auszuhandeln, und die chinesische Regierung habe drastische Maßnahmen ergriffen, um den chinesischen A-Aktienmarkt zu stabilisieren.
Das heiße indes nicht, dass nun keine Wolke mehr den Himmel trübe. Griechenland habe noch einen langen, steinigen Weg vor sich, wenn das Land auch vorerst nicht mehr die Schlagzeilen bestimmen werde. China müsse sich seinerseits bemühen, das Vertrauen internationaler Investoren zurückzugewinnen, das zum Teil durch die Maßnahmen der letzten Zeit verspielt worden sei. Ein liberalisierter Markt mit freiem Kapitalverkehr sehe nämlich anders aus.
Ungefähr 20 Prozent der chinesischen A-Aktien seien immer noch vom Handel ausgeschlossen. Damit sei in Kürze nicht mit einer Aufnahme von A-Aktien in den MSCI zu rechnen. Gleichzeitig würden die Wachstumsaussichten der chinesischen Wirtschaft kontinuierlich nach unten korrigiert. Nicht zuletzt bestehe ein erheblicher Schuldenüberhang. Pläne zur Umwandlung von Anleihen in Aktien seien vorerst auf Eis gelegt.
Da sich die Experten jetzt - zumindest vorübergehend - wieder in ruhigerem Fahrwasser befinden würden, hätten sie ihre taktische Allokation bei Staatsanleihen, Aktien und Immobilien entsprechend den positiven Signalen aus ihrem Modellszenario angepasst. Im Ergebnis seien die Experten bei Aktien jetzt wieder übergewichtet. Positivfaktoren seien die konjunkturelle Dynamik, die Bewertungen sowie das kräftigere Preismomentum. Andererseits gebe sich die Anlegerschaft nicht übermäßig optimistisch; der Bären-/Bullen-Indikator sei eher niedrig.
Ebenso wie bei Aktien seien die Experten jetzt auch bei Immobilien leicht übergewichtet. Die Rahmendaten seien weiterhin günstig, wobei gerade die Erholung am Arbeitsmarkt in den USA, Europa und Japan eine wichtige Rolle spiele. Nicht zuletzt gebe es sogar am chinesischen Immobilienmarkt Zeichen für eine Stabilisierung.
Günstig seien nicht nur die Rahmendaten, auch Immobilien würden von Renditeaufschlägen profitieren: Die Dividendenrendite liege bei Immobilienaktien um rund 200 Basispunkte über den Renditen von Unternehmensanleihen, das sei fast das Doppelte des Langzeitdurchschnitts. Kurzfristig bestehe das größte Risiko in einer Anhebung der Zinsen in den USA. Nach Einschätzung der Experten sei eine solche Erhöhung am US-Anleihemarkt bislang nur unzureichend eingepreist.
Inzwischen habe das Risiko eines erneuten rapiden Anstiegs der Renditen auf zehnjährige Bundesanleihen nachgelassen. Ferner halte der Rückgang von Rohstoffpreisen und Lohndruck die Inflationserwartungen in Schach. Die Geldpolitik bleibe weltweit expansiv.
Last but not least habe sich auch die Preisdynamik bei Staatsanleihen gebessert. Trotz der Stabilisierung in Griechenland und China zeichne sich bislang noch kein Aufwärtsdruck auf die Anleiherenditen ab. Insofern müsse man sich fragen, ob da nicht noch andere, weniger offensichtliche Kräfte am Werke seien. Im Ergebnis hätten die Experten ihre Position bei Staatsanleihen von einer leichten Untergewichtung auf neutral gesetzt.
Die Ereignisse der letzten Wochen würden die Grundzüge der taktischen Asset-Allokation der Experten verdeutlichen. Die Experten würden nicht blind ihrem Navigationssystem vertrauen, sondern die entsprechenden Kurskorrekturen vornehmen, wann immer sich unerwartete Risiken oder Chancen abzeichnen würden. Das Konzept der Experten sei flexibel und dynamisch: Würden sich die Fakten ändern, würden die Experten ihre Positionierung rasch der neuen Realität anpassen. (05.08.2015/alc/a/a)
Nahezu alle in Euro denominierten Assetklassen hätten positive Erträge abgeworfen. Doch noch vor dem Sommer sei starker Gegenwind aufgekommen: Nicht nur seien die Grexit-Szenarien neu aufgelegt worden, in China seien die Aktienkurse binnen weniger Wochen um über 30 Prozent eingebrochen. Die Experten seien keine Abenteurer. Daher hätten sie ihr Exposure bei risikoreichen Werten reduziert.
Entsprechend hätten die Experten Aktien und Immobilien auf eine neutrale Position zurückgefahren; dem sei auch die Präferenz der Experten für Aktien aus der Eurozone zum Opfer gefallen. So habe in jedem Fall eine Kollision mit dem sprichwörtlichen "Eisberg" verhindert werden können. Europa sei schließlich bereit gewesen, ein neues Rettungspaket für Griechenland auszuhandeln, und die chinesische Regierung habe drastische Maßnahmen ergriffen, um den chinesischen A-Aktienmarkt zu stabilisieren.
Das heiße indes nicht, dass nun keine Wolke mehr den Himmel trübe. Griechenland habe noch einen langen, steinigen Weg vor sich, wenn das Land auch vorerst nicht mehr die Schlagzeilen bestimmen werde. China müsse sich seinerseits bemühen, das Vertrauen internationaler Investoren zurückzugewinnen, das zum Teil durch die Maßnahmen der letzten Zeit verspielt worden sei. Ein liberalisierter Markt mit freiem Kapitalverkehr sehe nämlich anders aus.
Ungefähr 20 Prozent der chinesischen A-Aktien seien immer noch vom Handel ausgeschlossen. Damit sei in Kürze nicht mit einer Aufnahme von A-Aktien in den MSCI zu rechnen. Gleichzeitig würden die Wachstumsaussichten der chinesischen Wirtschaft kontinuierlich nach unten korrigiert. Nicht zuletzt bestehe ein erheblicher Schuldenüberhang. Pläne zur Umwandlung von Anleihen in Aktien seien vorerst auf Eis gelegt.
Ebenso wie bei Aktien seien die Experten jetzt auch bei Immobilien leicht übergewichtet. Die Rahmendaten seien weiterhin günstig, wobei gerade die Erholung am Arbeitsmarkt in den USA, Europa und Japan eine wichtige Rolle spiele. Nicht zuletzt gebe es sogar am chinesischen Immobilienmarkt Zeichen für eine Stabilisierung.
Günstig seien nicht nur die Rahmendaten, auch Immobilien würden von Renditeaufschlägen profitieren: Die Dividendenrendite liege bei Immobilienaktien um rund 200 Basispunkte über den Renditen von Unternehmensanleihen, das sei fast das Doppelte des Langzeitdurchschnitts. Kurzfristig bestehe das größte Risiko in einer Anhebung der Zinsen in den USA. Nach Einschätzung der Experten sei eine solche Erhöhung am US-Anleihemarkt bislang nur unzureichend eingepreist.
Inzwischen habe das Risiko eines erneuten rapiden Anstiegs der Renditen auf zehnjährige Bundesanleihen nachgelassen. Ferner halte der Rückgang von Rohstoffpreisen und Lohndruck die Inflationserwartungen in Schach. Die Geldpolitik bleibe weltweit expansiv.
Last but not least habe sich auch die Preisdynamik bei Staatsanleihen gebessert. Trotz der Stabilisierung in Griechenland und China zeichne sich bislang noch kein Aufwärtsdruck auf die Anleiherenditen ab. Insofern müsse man sich fragen, ob da nicht noch andere, weniger offensichtliche Kräfte am Werke seien. Im Ergebnis hätten die Experten ihre Position bei Staatsanleihen von einer leichten Untergewichtung auf neutral gesetzt.
Die Ereignisse der letzten Wochen würden die Grundzüge der taktischen Asset-Allokation der Experten verdeutlichen. Die Experten würden nicht blind ihrem Navigationssystem vertrauen, sondern die entsprechenden Kurskorrekturen vornehmen, wann immer sich unerwartete Risiken oder Chancen abzeichnen würden. Das Konzept der Experten sei flexibel und dynamisch: Würden sich die Fakten ändern, würden die Experten ihre Positionierung rasch der neuen Realität anpassen. (05.08.2015/alc/a/a)


