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Rückläufige Inflation im Euroraum nehme Druck vom Rentenmarkt
03.04.17 09:50
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach dem deutlichen Preisanstieg im Februar, der im Euroraum mit 2,0 Prozent das von der Europäischen Zentralbank (EZB) gesetzte Ziel (nahe 2 Prozent) erreicht hatte, gab es mit den März-Daten nun Entwarnung, so die Experten von Union Investment.
Im zu Ende gegangenen Monat habe sich der Preisauftrieb nun deutlich abgeschwächt. Für Deutschland habe sich im Rahmen des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent ergeben. Im Vormonat Februar habe das Plus noch bei 2,2 Prozent gelegen. Der rückläufigen Tendenz seien weitere Euro-Länder wie etwa Spanien gefolgt, dort sei die Preissteigerung vom 3,0 auf 2,1 Prozent zurückgegangen. Für den gesamten Euroraum habe sich mit 1,5 Prozent letztlich ein unter den Erwartungen (1,8 Prozent) liegender Preisanstieg ergeben.
Dies dürfte der zuletzt aufgekommenen Diskussion über die Geldpolitik der EZB etwas an Schärfe nehmen. Mit den hohen Februar-Werten einhergehend sei die Debatte um den frühzeitigen Ausstieg der EZB aus der expansiven Geldpolitik aufgelammt. Um dem Preisauftrieb entgegenwirken zu können, habe neben einer frühzeitigen Rückführung der Anleiheankäufe die Erhöhung des bislang im negativen Renditebereich liegenden Einlagenzinses (minus 0,4 Prozent) in der Diskussion gestanden. Die EZB habe zum Ende der Woche hin aber einer Kehrtwende in ihrer Geldpolitik eine klare Absage erteilt. Verschiedene europäische Notenbanker und auch der EZB-Chefvolkswirt Praet würden den Aussagen zufolge noch keine Verstärkung der Inflationsdynamik aus der zugrunde liegenden wirtschaftlichen Erholung im Euroraum sehen. Angesichts der am Freitagvormittag bekannt gegebenen Gesamtrate von 1,5 Prozent dürfte damit Entwarnung am Markt gegeben sein.
Die gedämpften Erwartungen hinsichtlich eines frühen EZB-Ausstiegs sowie verminderte politische Risiken aus dem Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich hätten die Notierungen europäischer Staatsanleihen anziehen lassen. Sowohl in der Peripherie als auch den Kernländern seien somit im Verlauf der Handelswoche rückläufige Renditen zu beobachten gewesen.
Die Bundesanleihen hätten sich der 0,3-Prozentmarke genährt, die französischen Pendants hätten sich mit etwas weniger als einem Prozent verzinst. Die deutsche Zinsstrukturkurve habe leicht flacher tendiert. Während die Renditen bei den kurzen Laufzeiten - im weiterhin negativen Bereich - um einige Basispunkte zugelegt hätten, sei die Verzinsung in den langen Laufzeiten gefallen. Am deutlichsten sei der Renditerückgang im Zehnjahresbereich gewesen (minus 7 Basispunkte).
Auch in den Peripherieländern sei die Verzinsung gefallen, in Italien würden kurzzeitig umfangreiche Auktionen neuer Papiere mit verschiedenen Laufzeiten belasten, hätten jedoch nicht das positive Gesamtbild getrübt. Der Markt habe somit auf Indexebene (iBoxx Euro Sovereign) 0,4 Prozent hinzugewinnen können. Am US-Markt seien US-Treasuries auf der Stelle getreten, die dortige Zinskurve habe sich gegenüber der Vorwoche unverändert gezeigt.
Entgegen der allgemein anhaltend freundlichen Tendenz an den Emerging Markets-Rentenmärkten, die weitere Mittelzuflüsse international anlegender Fonds hätten verbuchen können, seien südafrikanische Anleihen unter Druck geraten. Mit der Entlassung des Finanzministers Gordhan und der Unsicherheit über den unbekannten Nachfolger steige die Gefahr einer bevorstehenden Ratingherabstufung des Landes. Eine Reaktion der Ratingagenturen werde in den kommenden Wochen erwartet. (Ausgabe vom 31.03.2017) (03.04.2017/alc/a/a)
Im zu Ende gegangenen Monat habe sich der Preisauftrieb nun deutlich abgeschwächt. Für Deutschland habe sich im Rahmen des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent ergeben. Im Vormonat Februar habe das Plus noch bei 2,2 Prozent gelegen. Der rückläufigen Tendenz seien weitere Euro-Länder wie etwa Spanien gefolgt, dort sei die Preissteigerung vom 3,0 auf 2,1 Prozent zurückgegangen. Für den gesamten Euroraum habe sich mit 1,5 Prozent letztlich ein unter den Erwartungen (1,8 Prozent) liegender Preisanstieg ergeben.
Dies dürfte der zuletzt aufgekommenen Diskussion über die Geldpolitik der EZB etwas an Schärfe nehmen. Mit den hohen Februar-Werten einhergehend sei die Debatte um den frühzeitigen Ausstieg der EZB aus der expansiven Geldpolitik aufgelammt. Um dem Preisauftrieb entgegenwirken zu können, habe neben einer frühzeitigen Rückführung der Anleiheankäufe die Erhöhung des bislang im negativen Renditebereich liegenden Einlagenzinses (minus 0,4 Prozent) in der Diskussion gestanden. Die EZB habe zum Ende der Woche hin aber einer Kehrtwende in ihrer Geldpolitik eine klare Absage erteilt. Verschiedene europäische Notenbanker und auch der EZB-Chefvolkswirt Praet würden den Aussagen zufolge noch keine Verstärkung der Inflationsdynamik aus der zugrunde liegenden wirtschaftlichen Erholung im Euroraum sehen. Angesichts der am Freitagvormittag bekannt gegebenen Gesamtrate von 1,5 Prozent dürfte damit Entwarnung am Markt gegeben sein.
Die Bundesanleihen hätten sich der 0,3-Prozentmarke genährt, die französischen Pendants hätten sich mit etwas weniger als einem Prozent verzinst. Die deutsche Zinsstrukturkurve habe leicht flacher tendiert. Während die Renditen bei den kurzen Laufzeiten - im weiterhin negativen Bereich - um einige Basispunkte zugelegt hätten, sei die Verzinsung in den langen Laufzeiten gefallen. Am deutlichsten sei der Renditerückgang im Zehnjahresbereich gewesen (minus 7 Basispunkte).
Auch in den Peripherieländern sei die Verzinsung gefallen, in Italien würden kurzzeitig umfangreiche Auktionen neuer Papiere mit verschiedenen Laufzeiten belasten, hätten jedoch nicht das positive Gesamtbild getrübt. Der Markt habe somit auf Indexebene (iBoxx Euro Sovereign) 0,4 Prozent hinzugewinnen können. Am US-Markt seien US-Treasuries auf der Stelle getreten, die dortige Zinskurve habe sich gegenüber der Vorwoche unverändert gezeigt.
Entgegen der allgemein anhaltend freundlichen Tendenz an den Emerging Markets-Rentenmärkten, die weitere Mittelzuflüsse international anlegender Fonds hätten verbuchen können, seien südafrikanische Anleihen unter Druck geraten. Mit der Entlassung des Finanzministers Gordhan und der Unsicherheit über den unbekannten Nachfolger steige die Gefahr einer bevorstehenden Ratingherabstufung des Landes. Eine Reaktion der Ratingagenturen werde in den kommenden Wochen erwartet. (Ausgabe vom 31.03.2017) (03.04.2017/alc/a/a)
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