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Rückkehr der Konvexität ist positiv für Wandelanleihen


19.05.22 08:50
Lazard Asset Management

Delaware (www.anleihencheck.de) - Inflation, Zinsen, Lieferkettenprobleme, Ukrainekrieg - das erste Quartal kannte kaum gute Schlagzeilen und die Probleme setzten alle Anlageklassen unter Druck, so die Experten von Lazard Asset Management.

Wandelanleihen hätten dabei keine Ausnahme gebildet. Arnaud Brillois, Portfoliomanager und Analyst bei Lazard Asset Management und Leiter des Global Convertible-Teams, sehe dennoch gute Chancen für eine positive Entwicklung im Jahr 2022.

In den nächsten Monaten sollte der Einfluss der makroökonomischen Faktoren nachlassen, sodass Fundamentaldaten wieder wichtiger für Anlageentscheidungen würden. Von einer solchen Verschiebung der Prioritäten würde der Markt für Wandelanleihen profitieren. Denn in einer Überprüfung der jüngsten Quartalsergebnisse habe erkannt werden können, dass über 73 Prozent der im Refinitiv Global Focus Convertible Index enthaltenen Unternehmen die Umsatzerwartungen übertroffen habe. Darin zeige sich, wie solide diese Unternehmen seien. Außerdem seien sie wenig direkt vom Russlandkonflikt betroffen und würden von der starken Dynamik der Nach-COVID-Phase profitieren. Daher würden die Experten auch in den kommenden Quartalen mit guten Ergebnissen rechnen.

Die Bewertungen der Unternehmen seien zudem deutlich attraktiver als noch vor zwölf Monaten. Mittelgroße Technologiewerte, die wichtige Emittenten von Wandelanleihen seien, hätten seit Februar 2021 bereits stark korrigiert. Ihre Kurse seien häufig auf Vor-COVID-Niveau zurückgefallen, obwohl ihre Umsatzzahlen in diesem Zeitraum deutlich gestiegen seien. Wirklich überzeugend seien derzeit die Strukturen von Wandelanleihen. Noch nie habe es so viele konvexe Wandler gegeben. Hohe Konvexität bedeute, dass Titel an Aktienerholungen partizipieren und gleichzeitig den Abschwung während künftiger Korrekturen abmildern könnten. Außerdem würden die Experten die Bewertungen globaler Wandelanleihen als günstig erachten, da sie insgesamt mit einem Abschlag auf ihren fairen Wert (intrinsische Bewertung) gehandelt würden.

Nachdem die Zinsen im ersten Quartal weltweit bereits kräftig gestiegen seien, könnten in der zweiten Jahreshälfte Basiseffekte, ein Überangebot an Lagerbeständen und eine Verbesserung der Lieferketten zu einer nachlassenden Inflation führen. Entsprechend könnten weniger aggressive Zinserhöhungen beschlossen werden, als bereits eingepreist seien - für die USA zum Beispiel 150 Basispunkte bis zum Jahresende. Selbst wenn dies nicht geschehe, seien Wandelanleihen auch in einem Umfeld steigender Zinsen im Vergleich zu anderen Anleihen gut aufgestellt, da sie in der Regel kürzere Laufzeiten aufweisen würden und weniger zinssensitiv seien.

Zusammengefasst seien die Experten der Ansicht, dass nach einem schwierigen Quartal für Risikoanlagen die Makro- und Geopolitik für den Rest des Jahres weniger Einfluss haben könnte. Daraus würde ein günstiges Umfeld für Wandelanleihen resultieren, in dem die Anlageklasse gut positioniert sei. Dank starker Fundamentaldaten, attraktiver Bewertungen und überzeugender Wandelanlagestrukturen könnten Wandler in den kommenden Monaten wieder eine deutlich bessere Performance erzielen. (19.05.2022/alc/a/a)