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Risiken von US-Hochzinsanleihen aktuell überbewertet


25.05.12 11:06
Allianz Global Investors

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Mit einem Volumen von über 1.000 Milliarden US-Dollar - dies sind über 80 Prozent des Weltmarkts - sind die USA der weltweit größte und liquideste Markt für Hochzins-Unternehmensanleihen (High Yields). Aktuell bietet dieser Markt ein attraktives Renditepotenzial. Doug Forsyth, Manager des Fonds Allianz US High Yield bei Allianz Global Investors, erläuterte die Gründe hierfür.

Forsyth zufolge habe das makroökonomische Umfeld in den letzten Monaten zu einer Ausweitung der Renditeaufschläge von US-Hochzinsanleihen gegenüber US-Staatsanleihen auf 6,5 Prozent geführt. "Mit diesem Renditevorsprung sind US High Yields attraktiv gepreist", so Forsyth. "Über den Daumen gepeilt impliziert dieser Renditeaufschlag, dass die Märkte für die kommenden zwölf Monate eine Ausfallrate bei US-Hochzinsanleihen von etwa 6,5 Prozent erwarten. Wir halten dies für vollkommen übertrieben."

Mit rund zwei Prozent liege die Ausfallrate für US High Yields derzeit nahe ihrer historischen Tiefs. Forsyth: "Das langjährige Mittel für die Ausfallrate liegt bei drei bis vier Prozent. Selbst in einem Rezessionsszenario ist innerhalb der kommenden zwölf bis 18 Monate nicht mit einem Anstieg auf sechs Prozent oder darüber zu rechnen. Vielmehr glauben wir, dass die Märkte übertreiben und zu pessimistisch sind - ähnlich wie 2008/09, als der Anstieg der Ausfallraten deutlich hinter den Erwartungen - gemessen anhand der Spreads - zurückblieb."

Grund für diese Ansicht sei die im Vergleich zu 2008 deutlich robustere wirtschaftliche Verfassung der amerikanischen Unternehmen. Viele Unternehmen des High Yield-Segments hätten ihre Verbindlichkeiten zu niedrigeren Zinssätzen refinanzieren können, wodurch sie die Kosten ihres Schuldendienstes deutlich verringert hätten. "Im Ergebnis sehen wir eine Verbesserung der Liquiditätssituation und eine Verringerung des Verschuldungshebels. All dies spricht gegen einen starken Anstieg der Ausfallraten", so Forsyth.

Forsyth zufolge gebe es aus Investorensicht weitere interessante Spezifika des US-Marktes. Hier sei zum einen zu nennen, dass der US-Markt aufgrund seiner Größe weltweit am stärksten diversifiziert sei. Dies betreffe sowohl die Anzahl der Emittenten als auch deren Branchen. Der Sektor mit dem aktuell höchsten Gewicht habe einen Anteil am Gesamtindex von gerade einmal 13 Prozent. High-Yield-Märkte außerhalb der USA seien in der Regel auf bestimmte Sektoren konzentriert, wodurch das dortige Klumpenrisiko höher ausfalle als bei einer Investition in US-Hochzinsanleihen.

Weitere Vorteile würden in einem hohen Gläubigerschutz und einer strengen Unternehmensaufsicht liegen. So würden die USA die am weitesten entwickelten Gläubigerschutzgesetze besitzen, wodurch Gläubiger in diesem System zumeist besser geschützt seien als in Märkten außerhalb der USA. Darüber hinaus würden die Corporate-Governance-Gesetze der USA als die strengsten der Welt gelten. Hierdurch seien gute Voraussetzungen für eine korrekte und transparente Unternehmensberichterstattung gegeben.

Fazit Doug Forsyth: "Bei der Suche nach Rendite in einem von Unsicherheit geprägten Marktumfeld können US-Hochzinsanleihen eine interessante Option für Anleger darstellen. Bei einem aktienähnlichen Renditeverhalten ist die Volatilität von High Yields im Allgemeinen niedriger, so dass sie ein attraktives Rendite-Risikoprofil aufweisen. In einem Portfolio mit anderen Festzinsanlagen können High-Yield-Anleihen somit zur Diversifizierung und zum Renditeanstieg beitragen." (25.05.2012/alc/a/a)