Riksbank durch Inflation zum Handeln gezwungen


04.04.14 16:54
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Nicht nur in der Eurozone, sondern auch in anderen Teilen des Globus hat die Inflation zuletzt neue zyklische Tiefs erreicht, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Vielerorts treibe das die Sorgenfalten auf die Stirn der Notenbanken. Die EZB habe auf ihrer jüngsten Sitzung zwar noch keine neuen Maßnahmen ergriffen, um den disinflationären Tendenzen entgegenzusteuern, die Türen für ein mögliches Eingreifen - sowohl konventioneller als auch unkonventioneller Art - aber deutlich aufgestoßen. Es dürfte demnach wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis die Währungshüter in Form einer weiteren Lockerung aktiv würden.

Die schwedische Notenbank habe mit Blick auf die rückläufige Inflationsentwicklung bereits im Dezember die vermeintliche Reißleine gezogen und den Leitzins um 25 Basispunkte auf 0,75% gesenkt. Bisher lasse sich allerdings nicht erkennen, dass die Maßnahme Wirkung zeige: In den ersten beiden Monaten des Jahres habe die Teuerung in der Jahresrate mit -0,2% im deflationären Bereich gelegen, und eine Besserung sei nicht in Sicht.

Die Riksbank habe sich zuletzt besorgt darüber gezeigt, dass die Preisentwicklung auf dem niedrigen Niveau verharre und sei entsprechend offen, den Leitzins erneut zu senken. Das gelte umso mehr, seit das NBER (National Bureau of Economic Research) in seinem jüngsten Forschungsbericht in Frage gestellt habe, dass ein niedrigerer Leitzins wirklich eine höhere Haushaltsverschuldung, der anderen Baustelle der schwedischen Währungshüter, begünstige. Die Analysten würden deshalb davon ausgehen, dass die Riksbank auf ihrer Sitzung am Mittwoch beherzt eingreife und den Leitzins um weitere 25 Basispunkte auf 0,50% reduziere.

Nur einen Tag später, am Donnerstag, entscheide die Bank of England über ihren künftigen geldpolitischen Pfad. In Großbritannien habe die Inflation das zentrale Ziel der britischen Notenbank lange Zeit überschritten. Der Rückgang auf zuletzt 1,7% gg. Vj. gebe den Währungshütern nun den nötigen Spielraum, ihre extrem lockere Geldpolitik noch weiter fortzusetzen, wenngleich sich die konjunkturelle Situation zuletzt stetig verbessert habe.

Entsprechend würden die Analysten weder für diesen noch für die kommenden Monate mit einer Anpassung des Leitzinses rechnen. Die BoJ habe die deflationären Tendenzen zuletzt dank der massiven Abwertung des Yen in den Griff bekommen und dürfte deshalb auf der Sitzung am Dienstag auch die Hände stillhalten. (04.04.2014/alc/a/a)