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Richtungswechsel in der Geldpolitik in China


10.12.24 10:28
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Staatliche chinesische Medien ließen gestern mit einer Meldung aufhorchen, wonach im kommenden Jahr statt einer bisher als "umsichtig" bezeichneten Geldpolitik eine "moderat lockere" Geldpolitik verfolgt werden soll, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Nach ersten Zinssenkungen in diesem Sommer deute dies auf weitere Zinssenkungen im kommenden Jahr hin. Die Gründe der Chinesischen Zentralbank lägen auf der Hand: Wie heute veröffentlichte Zahlen zeigten, seien Chinas Exporte im November im Vergleich zum Vorjahr um 6,7% gestiegen; im Oktober habe der Anstieg noch bei 12,7% gelegen. Die Importe seien sogar um 3,9% zurückgegangen. Ob China damit das Wachstumsziel von 5% erreiche, sei fraglich.

Schließlich seien diese Zahlen ein weiterer Beleg für die Konjunkturflaute, die China schon seit längerem präge - mit negativen Auswirkungen auf den Binnenkonsum und den Immobiliensektor. Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten und damit verbunden eine restriktive Wirtschaftspolitik samt Zöllen verbessere den Ausblick für China nicht. Mit dem angekündigten Richtungswechsel versuche China, in rauer See das Ruder herumzureißen - der Ausgang bleibe vorerst ungewiss. (10.12.2024/alc/a/a)