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Rentenmarktrenditen dies- und jenseits des Atlantiks verharren auf der Stelle


27.05.24 08:52
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Abwarten und das nicht nur jenseits des Atlantiks bei der Federal Reserve: Auch Bundesbankpräsident Joachim Nagel befürwortet einen reservierten resp. zurückhaltenden europ. Zinssenkungsprozess, so die Analysten der Nord LB.

Während der EZB-Vizepräsident Luis de Guindos klar eine Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte am 06. Juni signalisiere, sei Nagel für den Zukunftspfad deutlich restriktiver. Laut Nagel sei ein datenabhängiges Vorgehen essenziell.

In Angesicht der oben genannten Aussagen von Bundesbankchef Nagel und EZB-Vize de Guindos würden die europäische Anleihenmärkte derzeit dennoch eine fast sichere EZB-Zinssenkung am 06. Juni einpreisen. Für September sehe man die Chance auf eine weitere, zweite Reduktion bei 60% und für eine dritte (und damit zusätzliche) Senkung im Euroraum im Jahr 2024 bei rund 33%. Higher for longer is the name of the game! Entsprechend bedrückt sei die Stimmung der Aktieninvestoren. Und auch in Amerika werde die erste Zinssenkung jetzt erst im November erwartet.

Rentenmarktrenditen dies- und jenseits des Atlantiks würden in diesem Umfeld auf der Stelle verharren. Zehnjährige Bunds würden bei 2,58% (minus 1 Basispunkt), analog zehnjährige Treasuries bei 4,46% (minus 1 Basispunkt) ins Wochenende gehen.

Die neue Woche verspreche wieder sehr spannend für die Anleger zu werden. Neben den heutigen Zahlen zum ifo-Geschäftsklima stünden im Laufe der Zeit noch weitere wichtige Stimmungsindikatoren aus verschiedenen Ländern bzw. Währungsräumen zur Meldung an. Zudem werde genau auf die aktuellen Inflationsdaten aus Europa und den USA zu achten sein. Diese könnten eine hohe Bedeutung für die weitere Geldpolitik in Washington und Frankfurt haben. In diesem Kontext dürften die Reden von Zentralbankern natürlich auch weiterhin nicht aus dem Auge verloren werden.

Zudem werde das Beige Book ins Blickfeld rücken. In dieser Publikation würden die regionalen US-Notenbanken bekanntlich ihre Einschätzungen zur momentanen Konjunktursituation erörtern. Am Arbeitsmarkt der USA könnten sich langsam stärker divergierende Entwicklungen in den verschiedenen Bundesstaaten abzeichnen. (27.05.2024/alc/a/a)