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Rentenmarkt "spielt" das Ende des Euro
20.06.12 09:01
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Wenn man nur die Entwicklung der Renditen deutscher Bundesanleihen betrachtet, so könnte man wirklich denken, wir leben in der besten aller Welten, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Renditen zehnjähriger Staatsanleihen von rund 1,5% müssten eigentlich bedeuten: keine Inflationsgefahren, solide Fundamentals der Volkswirtschaft, hohe private Ersparnisse, kein neues Haushaltsdefizit, sinkender Refinanzierungsbedarf von zur Tilgung anstehender Anleihen, auf Stabilität ausgerichtete Geld- und Kreditpolitik der Zentralbank. Oh, wie so trügerisch!
In Wahrheit sei das ganz anders. Die Entwicklung an den europäischen Rentenmärkten trage den Keim einer Finanzblase in sich. Deutschen Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit und 1,5% stünden spanische mit 7% und italienische mit 6,3% gegenüber. Die französischen OATs würden seit den Präsidentschaftswahlen deutlich über den Bunds verharren, der Spread vergrößere sich. Die Finanzmärkte würden täglich neu einerseits die Erfolge der Haushaltskonsolidierung in Deutschland und andererseits die mangelnde Fähigkeit zum Schuldenabbau in der Südperipherie bewerten. Die dortigen Abwertungen der Ratingagenturen würden zudem die negative Tendenz fördern.
Die Südländer würden damit in hohem Maße an die Entwicklung in Griechenland erinnern. Ohne externe Hilfe vertiefe sich die Rezession immer mehr. Doch der IWF, die EZB und die europäische Kommission würden strikte Auflagen stellen. Sparpläne der Regierungen seien immer unerwünschter. Bewilligte Hilfspakete sollten "nachverhandelt" werden. Politiker und Bevölkerungsteile hätten schon eine Allergie gegen den Begriff "Austerität" entwickelt. Die Auswirkungen seien an den militanten Demonstrationen und den Wahlergebnissen mit Links- oder Rechtsrutsch zu erkennen. Das Ergebnis seien neuerliche Rating-Herabsetzungen.
Damit würden die Renditen der Staatsanleihen weiter ansteigen, und es verteuere sich die Kreditaufnahme in diesen Ländern. Die Sanierung der maroden Staatsfinanzen werde immer schwieriger, der Staatsbankrott rücke näher. Investoren würden die dortigen Rentenmärkte meiden und einen "sicheren Hafen" suchen. Auch wenn dort die Renditen noch so niedrig seien, so würden die Investoren trotzdem die dortige Anlage bevorzugen, wenn auch nur vorübergehend.
So zähle Deutschland zurzeit als "sicherer Hafen", und die Renditen seien unabhängig von den fundamentalen Rahmenbedingungen gefallen. Zusätzlich würden Investoren auf ein Ende des Euro und eine Rückkehr zu den alten Währungen spekulieren. Für diesen Fall würden sie auf eine kräftige Aufwertung der D-Mark spekulieren. Dies sei zwar juristisch so gut wie unmöglich und ökonomisch so gut wie untragbar, dennoch würden die Spekulationen nicht verstummen. Wenn sich diese rational abwegigen Spekulationen wieder verflüchtigen würden, müssten die Renditen der Bunds wieder steigen und den Spekulationen hohe Verluste bereiten. Sie würden ohnehin wieder steigen, wenn sich höhere Inflationsraten abzeichnen würden.
Von Anlagen in europäischen Staatsanleihen sei abzuraten. (20.06.2012/alc/a/a)
Renditen zehnjähriger Staatsanleihen von rund 1,5% müssten eigentlich bedeuten: keine Inflationsgefahren, solide Fundamentals der Volkswirtschaft, hohe private Ersparnisse, kein neues Haushaltsdefizit, sinkender Refinanzierungsbedarf von zur Tilgung anstehender Anleihen, auf Stabilität ausgerichtete Geld- und Kreditpolitik der Zentralbank. Oh, wie so trügerisch!
In Wahrheit sei das ganz anders. Die Entwicklung an den europäischen Rentenmärkten trage den Keim einer Finanzblase in sich. Deutschen Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit und 1,5% stünden spanische mit 7% und italienische mit 6,3% gegenüber. Die französischen OATs würden seit den Präsidentschaftswahlen deutlich über den Bunds verharren, der Spread vergrößere sich. Die Finanzmärkte würden täglich neu einerseits die Erfolge der Haushaltskonsolidierung in Deutschland und andererseits die mangelnde Fähigkeit zum Schuldenabbau in der Südperipherie bewerten. Die dortigen Abwertungen der Ratingagenturen würden zudem die negative Tendenz fördern.
Damit würden die Renditen der Staatsanleihen weiter ansteigen, und es verteuere sich die Kreditaufnahme in diesen Ländern. Die Sanierung der maroden Staatsfinanzen werde immer schwieriger, der Staatsbankrott rücke näher. Investoren würden die dortigen Rentenmärkte meiden und einen "sicheren Hafen" suchen. Auch wenn dort die Renditen noch so niedrig seien, so würden die Investoren trotzdem die dortige Anlage bevorzugen, wenn auch nur vorübergehend.
So zähle Deutschland zurzeit als "sicherer Hafen", und die Renditen seien unabhängig von den fundamentalen Rahmenbedingungen gefallen. Zusätzlich würden Investoren auf ein Ende des Euro und eine Rückkehr zu den alten Währungen spekulieren. Für diesen Fall würden sie auf eine kräftige Aufwertung der D-Mark spekulieren. Dies sei zwar juristisch so gut wie unmöglich und ökonomisch so gut wie untragbar, dennoch würden die Spekulationen nicht verstummen. Wenn sich diese rational abwegigen Spekulationen wieder verflüchtigen würden, müssten die Renditen der Bunds wieder steigen und den Spekulationen hohe Verluste bereiten. Sie würden ohnehin wieder steigen, wenn sich höhere Inflationsraten abzeichnen würden.
Von Anlagen in europäischen Staatsanleihen sei abzuraten. (20.06.2012/alc/a/a)


