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Rentenmarkt: Zur Restrukturierung des Bankensektors
16.07.12 11:22
AXA Investment Managers
Köln (www.anleihencheck.de) - "Im Ergebnis führte der Abbau des japanischen Bankensektors ab Mitte der neunziger Jahre zehn Jahre lang zu rückläufigen Zuwachsraten im Kreditgeschäft", so Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers.
In Großbritannien stagniere das Darlehensgeschäft von Banken und Bausparkassen seit dem zweiten Halbjahr 2010 im negativen Bereich und im Euroraum würden sich in jüngster Zeit die Anzeichen mehren, dass es wohl binnen eines Jahres zu einem Einbruch bei der Kreditvergabe der Banken kommen werde. Durch diese strukturell bedingte Schrumpfung der Bankbilanzen verliere das geldpolitische Instrumentarium, relativ gesehen, seine Schlagkraft. Zwar könnte die quantitative Lockerung den Marktzins immer weiter nach unten treiben, doch die niedrigen Zinsen würden weder den Verbraucher erreichen, noch würden sie das Kreditwachstum beleben.
Man schaue sich nur die Hypothekenzinsen in Großbritannien an: Die Rendite zweijähriger Gilts liege bei 58 Basispunkten, während sich der Zweijahres-Swapspread auf 65 Basispunkte belaufe. Damit pendle der Referenzzinssatz für festverzinsliche zweijährige Hypotheken - ohne Spread für die Kreditinstitute - um 1,25 Prozent. Ein kurzer Blick auf eine Website, die die Sätze für festverzinsliche Hypotheken mit zweijähriger Laufzeit einander gegenüberstelle, offenbare eine Bandbreite von drei bis 4,2 Prozent. Im Laufe des vergangenen Jahres seien diese Sätze sogar gestiegen, die Marktzinsen dagegen gefallen.
Sollte das Kreditwachstum wegen der Restrukturierung des Bankensektors weiter unter Druck stehen, dürfte auch die Geldpolitik auf lange Sicht äußerst expansiv bleiben. Ein solches Umfeld begünstige Anleihen. Aktientitel würden sich dagegen schwertun, solange das Wachstum schwächle. Die bisherige Entwicklung des Bondmarktes in diesem Jahr zeige, wie robust Rentenwerte als Anlageform seien.
Trotz eines schwierigen Umfelds und anhaltender signifikanter Risiken hätten Anleger bislang vom Engagement in den Sektoren "Credit" und "High Yield" profitieren können. Staatsanleihen würden nur geringe Erträge abwerfen. Das werde sich wegen der niedrigen Renditen auch vorerst nicht ändern. Doch die bei Investment-Grade-Anleihen und Hochverzinslichen realisierbaren Carry würden attraktive Erträge bei gleichzeitig begrenztem Ausfallrisiko bieten. So hätten Investment-Grade-Titel im bisherigen Jahresverlauf Renditen von insgesamt sieben Prozent abgeworfen, bei Hochverzinslichen liege dieser Wert sogar etwas höher. Die Rekapitalisierung des Bankensektors und der Schuldenabbau in diesem Bereich würden sich fortsetzen und maßgeblich vom weiteren Verlauf der Staatsschuldenkrise in Europa abhängen.
Die Banken würden die Regierungen an der Euro-Peripherie finanzieren und seien im Hinblick auf die eigene Finanzierung weitgehend auf die EZB angewiesen. Diese Abhängigkeit werde sich erst dann aufbrechen lassen, wenn die Pläne für die europaweite Bankenaufsicht Gestalt angenommen hätten und der European Stability Mechanism ("ESM") Banken direkt mit Kapital versorgen könne. Bis dahin müssten noch einige Hindernisse aus dem Weg geräumt und diverse Euro-Gipfel überstanden werden. Bis es soweit sei, empfehle sich die Investition in ein gut diversifiziertes Portfolio aus Rententiteln. (16.07.2012/alc/a/a)
In Großbritannien stagniere das Darlehensgeschäft von Banken und Bausparkassen seit dem zweiten Halbjahr 2010 im negativen Bereich und im Euroraum würden sich in jüngster Zeit die Anzeichen mehren, dass es wohl binnen eines Jahres zu einem Einbruch bei der Kreditvergabe der Banken kommen werde. Durch diese strukturell bedingte Schrumpfung der Bankbilanzen verliere das geldpolitische Instrumentarium, relativ gesehen, seine Schlagkraft. Zwar könnte die quantitative Lockerung den Marktzins immer weiter nach unten treiben, doch die niedrigen Zinsen würden weder den Verbraucher erreichen, noch würden sie das Kreditwachstum beleben.
Sollte das Kreditwachstum wegen der Restrukturierung des Bankensektors weiter unter Druck stehen, dürfte auch die Geldpolitik auf lange Sicht äußerst expansiv bleiben. Ein solches Umfeld begünstige Anleihen. Aktientitel würden sich dagegen schwertun, solange das Wachstum schwächle. Die bisherige Entwicklung des Bondmarktes in diesem Jahr zeige, wie robust Rentenwerte als Anlageform seien.
Trotz eines schwierigen Umfelds und anhaltender signifikanter Risiken hätten Anleger bislang vom Engagement in den Sektoren "Credit" und "High Yield" profitieren können. Staatsanleihen würden nur geringe Erträge abwerfen. Das werde sich wegen der niedrigen Renditen auch vorerst nicht ändern. Doch die bei Investment-Grade-Anleihen und Hochverzinslichen realisierbaren Carry würden attraktive Erträge bei gleichzeitig begrenztem Ausfallrisiko bieten. So hätten Investment-Grade-Titel im bisherigen Jahresverlauf Renditen von insgesamt sieben Prozent abgeworfen, bei Hochverzinslichen liege dieser Wert sogar etwas höher. Die Rekapitalisierung des Bankensektors und der Schuldenabbau in diesem Bereich würden sich fortsetzen und maßgeblich vom weiteren Verlauf der Staatsschuldenkrise in Europa abhängen.
Die Banken würden die Regierungen an der Euro-Peripherie finanzieren und seien im Hinblick auf die eigene Finanzierung weitgehend auf die EZB angewiesen. Diese Abhängigkeit werde sich erst dann aufbrechen lassen, wenn die Pläne für die europaweite Bankenaufsicht Gestalt angenommen hätten und der European Stability Mechanism ("ESM") Banken direkt mit Kapital versorgen könne. Bis dahin müssten noch einige Hindernisse aus dem Weg geräumt und diverse Euro-Gipfel überstanden werden. Bis es soweit sei, empfehle sich die Investition in ein gut diversifiziertes Portfolio aus Rententiteln. (16.07.2012/alc/a/a)


