Rentenmarkt: Unter Druck


14.10.24 09:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das Marktgeschehen war in der Vorwoche geprägt von gedämpften Zinserwartungen in den USA, so die Analysten der Helaba.

Der Euro habe zum US-Dollar weiter nachgegeben. Ungeachtet der noch immer erhöhten Kerninflation hätten die schwächeren Arbeitsmarktindikationen zum Ende der Woche das Auspreisen der Zinssenkungserwartungen gestoppt. Sorgen vor einem Militärschlag Israels gegen den Iran seien derweil präsent und würden die Ölnotierungen deutlich über den Septembertiefs halten.

Die Stimmungslage an den Aktienmärkten sei durchwachsen. Geopolitische Risiken und Ölpreisanstiege würden das Potenzial dämpfen, während zinsseitig keine neuen Impulse gesetzt hätten werden können. Die Erwartung, dass die EZB in dieser Woche ein weiteres Mal an der Zinsschraube drehen werde, habe sich verfestigt und sei zu über 95% eingepreist. Zudem sei mit der Zinssenkungserwartung auch die Erkenntnis verbunden, dass die europäische - allen voran die deutsche - Konjunktur dringend eines geldpolitischen Stimulus bedürfe.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) habe nach dem Anfang des Monats bei 136,20 markierten Kontrakthoch massiv an Boden verloren und sei im Tief bis auf 132,75 gesunken. Somit sei der Anstieg des Monats September, ausgehend von 132,65, zu nahezu 100% korrigiert worden. Die 100-Tagelinie habe in der letzten Woche bei 132,71 einem ersten Test Stand gehalten, was Hoffnungen auf eine Stabilisierung nähre, ebenso wie der kräftige Intraday-Rebound am Donnerstag.

Indikatorenseitig würden jedoch weiterhin die Abwärtsrisiken dominieren, da MACD und Stochastik unterhalb der Signallinien lägen und der DMI auf Verkauf stehe. Wichtige, ehemalige Unterstützungen um 134 und an der 55-Tagelinie (heute bei 134,12) seien zudem noch nicht wieder zurückerobert worden. Sollte die Haltezone um 132,65 doch noch unterschritten werden, drohten Kursverluste bis 132,00 oder gar bis 131,29 (138,2%-Level).

Bei den EWU-Spreads sei festzuhalten, dass sich der Aufschlag der OATs gegenüber Bunds dem allgemeinen Einengungstrend seit August widersetzt habe. Zwar sei es zuletzt nicht zu einer nochmaligen Ausweitung der Spreads gekommen, aber einen nachhaltigen Stimmungsumschwung habe die Ankündigung in Paris, das Defizit um 60 Mrd. EUR zu reduzieren, noch nicht gebracht, und der OAT/Bund-Spread stehe im 10-jährigen Bereich bei 77 BP weiterhin über dem Niveau bei SPGBs. (14.10.2024/alc/a/a)






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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0009652644 965264 132,00 € 124,26 €