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Rentenmarkt: Sichere Häfen gesucht
08.03.13 17:16
Weberbank
Berlin (www.anleihencheck.de) - Wirklich überrascht hat es am Ende niemanden mehr: Demokraten und Republikaner erzielten im Dauerstreit um die US-Haushaltsfinanzen erneut keine Einigung, so die Analysten der Weberbank.
Und so habe abermals ein wichtiger Termin verstrichen. Zum 1. März habe Präsident Obama nun drastische Ausgabenkürzungen anordnen müssen. Diese "Sequester" genannten Einsparungen würden sich bis zum Ende des Steuerjahres auf 85 Milliarden US-Dollar belaufen. In den nächsten Jahren sollten die Staatsausgaben dann weiter sinken, so dass sich die gesamten Sparbemühungen auf 1.200 Milliarden US-Dollar summieren würden. Allein in diesem Jahr werde dadurch das Wirtschaftswachstum um 0,6 Prozentpunkte belastet. Und die nächste Belastungsprobe stehe in Washington bereits an: Werde auch bis zum 27. März keine Einigung über den laufenden Haushalt erzielt, müssten viele Behörden und andere öffentliche Einrichtungen die Arbeit einstellen.
Es gebe gleichwohl realistische Einigungschancen. Zudem sei die Wirtschaftsentwicklung von einem robusten Konsum- und Investitionsverhalten gekennzeichnet. Auch der Immobilienmarkt zeige sich sukzessive gesünder. Bisher seien die Belastungen durch die aktuellen Ausgabenkürzungen in den Wirtschaftskennzahlen kaum spürbar, doch das könne sich in den nächsten Wochen durchaus ändern, wenn die Sparmaßnahmen die Geldbeutel der US-Bürger erreichen würden.
In Europa bleibe Deutschland der Primus. Auch wenn die Erwartungen an das hiesige Wirtschaftswachstum in diesem Jahr eher verhalten seien (eine Belebung werde frühestens in der zweiten Jahreshälfte erwartet), Vorlaufindikatoren wie zum Beispiel der ifo-Geschäftsklimaindex würden sich recht optimistisch zeigen. Hoffnungen auf ein Durchstarten der Weltwirtschaft, angetrieben durch die Wachstumsländer aus Asien und Lateinamerika, würden dabei eine große Rolle spielen. Die vom Export geprägte deutsche Wirtschaft würde hiervon besonders profitieren.
Doch die Wirtschaft erhole sich in diesen Regionen nur langsam und zwischenzeitliche Wachstumsdämpfer würden immer wieder das Bild stören. China sei zudem auf seinem Wachstumspfad bescheiden geworden und solle dieses Jahr um mindestens 7,5 Prozent wachsen - nach 7,8 Prozent im Vorjahr. So wolle es jedenfalls der scheidende Ministerpräsident Wen Jiabao, der auf dem Nationalen Volkskongress das Amt an Li Keqiang übergeben werde. Auch die neue politische Führung werde die Transformation des Wirtschaftsmodells vorantreiben, also die Exportabhängigkeit reduzieren und den Binnenkonsum stärken.
Die globalen Aktienmärkte würden sich unbeeindruckt von den amerikanischen Ausgabenkürzungen zeigen und würden unbeirrt ansteigen. Der DAX stehe kurz davor, die psychologische Marke von 8.000 Zählern zu erreichen. Der amerikanische Dow Jones habe sein Rekordhoch sogar schon überwunden. Ein gutes Zeichen für die weitere Entwicklung. Zudem seien Aktien in Relation zu den Gewinnen nicht teuer.
An Aktien führe derzeit also kaum ein Weg vorbei. Mittlerweile würden die Analysten als Beimischung auch wieder Investitionen in den japanischen Aktienmarkt wagen. Nach dem Regierungswechsel im Herbst letzten Jahres seien entscheidende Schritte unternommen worden, um Japan aus der Deflation zu führen und das Wirtschaftswachstum zu beleben. Gleichzeitig unternehme die Notenbank Maßnahmen, um den Japanischen Yen zu schwächen und somit die Exportindustrie zu stützen.
Auch wenn diese Flucht nach vorn Risiken berge, für den japanischen Aktienmarkt sehe man weiteres Potenzial. Die Mehrzahl der internationalen Investoren sei noch immer sehr gering in Japan investiert, und es sei mit einer weiteren Ausweitung der quantitativen Maßnahmen zu rechnen. Zudem würden sich bereits erste Erfolge zeigen. Investitionen sollten aufgrund der Bestrebungen, den Yen zu schwächen, währungsgesichert vorgenommen werden.
Die europakritischen Kräfte seien gestärkt aus der Parlaments-Wahl in Italien hervorgegangen. Das Ergebnis habe in eine Patt-Situation im Senat gemündet, wo kein Bündnis eine absolute Mehrheit habe, und habe folglich die Unsicherheit in der Eurozone erhöht. Die Auswirkungen seien an den Anleihemärkten deutlich zu spüren gewesen. Die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen sei von 4,4 Prozent hoch auf in der Spitze über 4,9 Prozent geschnellt. Deutsche Staatsanleihen seien auf der anderen Seite als Hort der Sicherheit wieder gefragt gewesen und die Rendite gesunken. Die Analysten würden weiterhin Pfandbriefe, Unternehmensanleihen und Anleihen aus Schwellenländern bevorzugen, da deren Renditen attraktiver seien. Wandelanleihen seien als Beimischung ebenfalls interessant.
Politischer Streit in den USA, zunehmende Sorgen in der Eurozone: Am Devisenmarkt überwiege letztlich die Sorge um den Euro, der gegen den US-Dollar in den letzten Wochen um rund fünf Prozent abgewertet habe. Sollte sich der Haushaltsstreit in den USA nicht mehr drastisch zuspitzen, sei mit einer weiteren Erholung des Greenbacks zu rechnen, zumal fundamental die stabilere Konjunkturentwicklung in den USA für den US-Dollar spreche. Auch aus technischer Sicht habe der US-Dollar den kurzfristigen Abwärtstrend verlassen und habe nun weiteres Aufwertungspotenzial. (08.03.2013/alc/a/a)
Und so habe abermals ein wichtiger Termin verstrichen. Zum 1. März habe Präsident Obama nun drastische Ausgabenkürzungen anordnen müssen. Diese "Sequester" genannten Einsparungen würden sich bis zum Ende des Steuerjahres auf 85 Milliarden US-Dollar belaufen. In den nächsten Jahren sollten die Staatsausgaben dann weiter sinken, so dass sich die gesamten Sparbemühungen auf 1.200 Milliarden US-Dollar summieren würden. Allein in diesem Jahr werde dadurch das Wirtschaftswachstum um 0,6 Prozentpunkte belastet. Und die nächste Belastungsprobe stehe in Washington bereits an: Werde auch bis zum 27. März keine Einigung über den laufenden Haushalt erzielt, müssten viele Behörden und andere öffentliche Einrichtungen die Arbeit einstellen.
Es gebe gleichwohl realistische Einigungschancen. Zudem sei die Wirtschaftsentwicklung von einem robusten Konsum- und Investitionsverhalten gekennzeichnet. Auch der Immobilienmarkt zeige sich sukzessive gesünder. Bisher seien die Belastungen durch die aktuellen Ausgabenkürzungen in den Wirtschaftskennzahlen kaum spürbar, doch das könne sich in den nächsten Wochen durchaus ändern, wenn die Sparmaßnahmen die Geldbeutel der US-Bürger erreichen würden.
In Europa bleibe Deutschland der Primus. Auch wenn die Erwartungen an das hiesige Wirtschaftswachstum in diesem Jahr eher verhalten seien (eine Belebung werde frühestens in der zweiten Jahreshälfte erwartet), Vorlaufindikatoren wie zum Beispiel der ifo-Geschäftsklimaindex würden sich recht optimistisch zeigen. Hoffnungen auf ein Durchstarten der Weltwirtschaft, angetrieben durch die Wachstumsländer aus Asien und Lateinamerika, würden dabei eine große Rolle spielen. Die vom Export geprägte deutsche Wirtschaft würde hiervon besonders profitieren.
Die globalen Aktienmärkte würden sich unbeeindruckt von den amerikanischen Ausgabenkürzungen zeigen und würden unbeirrt ansteigen. Der DAX stehe kurz davor, die psychologische Marke von 8.000 Zählern zu erreichen. Der amerikanische Dow Jones habe sein Rekordhoch sogar schon überwunden. Ein gutes Zeichen für die weitere Entwicklung. Zudem seien Aktien in Relation zu den Gewinnen nicht teuer.
An Aktien führe derzeit also kaum ein Weg vorbei. Mittlerweile würden die Analysten als Beimischung auch wieder Investitionen in den japanischen Aktienmarkt wagen. Nach dem Regierungswechsel im Herbst letzten Jahres seien entscheidende Schritte unternommen worden, um Japan aus der Deflation zu führen und das Wirtschaftswachstum zu beleben. Gleichzeitig unternehme die Notenbank Maßnahmen, um den Japanischen Yen zu schwächen und somit die Exportindustrie zu stützen.
Auch wenn diese Flucht nach vorn Risiken berge, für den japanischen Aktienmarkt sehe man weiteres Potenzial. Die Mehrzahl der internationalen Investoren sei noch immer sehr gering in Japan investiert, und es sei mit einer weiteren Ausweitung der quantitativen Maßnahmen zu rechnen. Zudem würden sich bereits erste Erfolge zeigen. Investitionen sollten aufgrund der Bestrebungen, den Yen zu schwächen, währungsgesichert vorgenommen werden.
Die europakritischen Kräfte seien gestärkt aus der Parlaments-Wahl in Italien hervorgegangen. Das Ergebnis habe in eine Patt-Situation im Senat gemündet, wo kein Bündnis eine absolute Mehrheit habe, und habe folglich die Unsicherheit in der Eurozone erhöht. Die Auswirkungen seien an den Anleihemärkten deutlich zu spüren gewesen. Die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen sei von 4,4 Prozent hoch auf in der Spitze über 4,9 Prozent geschnellt. Deutsche Staatsanleihen seien auf der anderen Seite als Hort der Sicherheit wieder gefragt gewesen und die Rendite gesunken. Die Analysten würden weiterhin Pfandbriefe, Unternehmensanleihen und Anleihen aus Schwellenländern bevorzugen, da deren Renditen attraktiver seien. Wandelanleihen seien als Beimischung ebenfalls interessant.
Politischer Streit in den USA, zunehmende Sorgen in der Eurozone: Am Devisenmarkt überwiege letztlich die Sorge um den Euro, der gegen den US-Dollar in den letzten Wochen um rund fünf Prozent abgewertet habe. Sollte sich der Haushaltsstreit in den USA nicht mehr drastisch zuspitzen, sei mit einer weiteren Erholung des Greenbacks zu rechnen, zumal fundamental die stabilere Konjunkturentwicklung in den USA für den US-Dollar spreche. Auch aus technischer Sicht habe der US-Dollar den kurzfristigen Abwärtstrend verlassen und habe nun weiteres Aufwertungspotenzial. (08.03.2013/alc/a/a)
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16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie


