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Rentenmarkt im Schatten der EZB-Entscheidungen
16.10.24 09:00
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Am gestrigen Dienstag hat das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) aktuelle Ergebnisse seiner monatlichen Umfrage unter Finanzmarktexperten veröffentlicht, berichten die Analysten der NORD/LB.
Die Konjunkturerwartungen für Deutschland seien im Oktober wieder gestiegen und hätten mit einem Plus von 9,5 Saldenpunkten auf einen Stand von 13,1 die Verluste des Vormonats wieder aufgeholt. Sowohl der unerwartet starke Inflationsrückgang im Euroraum - samt entsprechend höher eingeschätztem Zinstempo der EZB - als auch der gestiegene Konjunkturoptimismus bei wichtigen Handelspartnern dürften dazu beigetragen haben.
Zugleich sei jedoch die aktuelle Lagebewertung für die deutsche Wirtschaft weiter abgerutscht und notiere mit einem Rückgang um 2,4 Punkte (nach nun dreimaliger Verschlechterung in Folge) bei einem sehr niedrigen Wert von -86,9. Überdies habe sich die Erwartungshaltung der Befragungsteilnehmer an Zinssenkungen der EZB in den kommenden sechs Monaten (-93,8 Saldenpunkte) nochmals intensiviert.
Der Bank Lending Survey der EZB bestätige die bereits am Montag vom ifo-Institut veröffentlichte Zurückhaltung der Banken bei der Vergabe von Firmenkrediten. Zwar gebe es aufgrund der sinkenden Zinsen erstmals seit zwei Jahren eine Belebung bei der Kreditnachfrage, zur gleichen Zeit würden die Institute aber ihre Standards im Firmenkundenbereich verschärfen (an der Umfrage vom 06.09. bis 23.09, hätten diesmal 33 deutsche Banken teilgenommen).
Eine weitere Zinssenkung am morgigen Donnerstag sei bereits vollständig vom Markt eskomptiert. Damit seien die Geldpolitiker auch davor bewahrt, nicht zu weit hinter die Kurve zu geraten. Die Falken im EZB-Rat hätten allerdings gute Gründe sich weiterhin gegen ein zu hohes Zinstempo zu stemmen (denn die günstigen Basiseffekte bei der Inflationsmessung würden auslaufen und so dürfte sich die Teuerungsrate zum Jahresende hin wieder etwas nach oben schieben). Zudem sei aufgrund geopolitischer Spannungen auch ein neuer Preisanstieg bei Energie (insbesondere Rohöl) jederzeit möglich.
Tagesausblick: Der Mittwoch mute seitens der sonst von Konjunkturdaten und Notenbanksitzungen gespickten Wochentage fast so umschifft an, wie die typischen Untiefen vor einem Hafenbecken. Nichtsdestotrotz dürften in Großbritannien die zur Veröffentlichung anstehenden Inflationszahlen im September wieder die Marke von 2% Y/Y schneiden, nachdem sich die Teuerung in den beiden Vormonaten hartnäckig bei 2,2% Y/Y gehalten habe. Ebenfalls Daten zur Preisentwicklung kämen aus den USA: Hier sollten weitere Ermäßigungen der Importpreise im September - nach dem im Vormonat bereits kräftigsten Rückgang seit Dezember 2023 - genau im Auge behalten werden.
Der DAX behalte die 20.000 Punkte im Blick und klettere immer weiter in luftige Höhen. Schon wieder ein neuer Rekord: 19.633,91 Punkte. Wenn jetzt noch im November die Jahresendrally beginnen sollte, bitte anschnallen. YTD seien schon 16,3% Wertzuwachs im Depot angekommen (vorausgesetzt man habe sich nur auf die großen Blue Chips fokussiert). Am Ende des Tages sei dem DAX aber die Luft ausgegangen. Enttäuschende ASML-Zahlen hätten die Techwerte belastet und die Märkte (weltweit) nach unten gezogen.
Am Rentenmarkt seien die Renditen Dienstag länderübergreifend gelaufen. Die EZB-Sitzung werfe ihren Schatten voraus. (16.10.2024/alc/a/a)
Die Konjunkturerwartungen für Deutschland seien im Oktober wieder gestiegen und hätten mit einem Plus von 9,5 Saldenpunkten auf einen Stand von 13,1 die Verluste des Vormonats wieder aufgeholt. Sowohl der unerwartet starke Inflationsrückgang im Euroraum - samt entsprechend höher eingeschätztem Zinstempo der EZB - als auch der gestiegene Konjunkturoptimismus bei wichtigen Handelspartnern dürften dazu beigetragen haben.
Zugleich sei jedoch die aktuelle Lagebewertung für die deutsche Wirtschaft weiter abgerutscht und notiere mit einem Rückgang um 2,4 Punkte (nach nun dreimaliger Verschlechterung in Folge) bei einem sehr niedrigen Wert von -86,9. Überdies habe sich die Erwartungshaltung der Befragungsteilnehmer an Zinssenkungen der EZB in den kommenden sechs Monaten (-93,8 Saldenpunkte) nochmals intensiviert.
Eine weitere Zinssenkung am morgigen Donnerstag sei bereits vollständig vom Markt eskomptiert. Damit seien die Geldpolitiker auch davor bewahrt, nicht zu weit hinter die Kurve zu geraten. Die Falken im EZB-Rat hätten allerdings gute Gründe sich weiterhin gegen ein zu hohes Zinstempo zu stemmen (denn die günstigen Basiseffekte bei der Inflationsmessung würden auslaufen und so dürfte sich die Teuerungsrate zum Jahresende hin wieder etwas nach oben schieben). Zudem sei aufgrund geopolitischer Spannungen auch ein neuer Preisanstieg bei Energie (insbesondere Rohöl) jederzeit möglich.
Tagesausblick: Der Mittwoch mute seitens der sonst von Konjunkturdaten und Notenbanksitzungen gespickten Wochentage fast so umschifft an, wie die typischen Untiefen vor einem Hafenbecken. Nichtsdestotrotz dürften in Großbritannien die zur Veröffentlichung anstehenden Inflationszahlen im September wieder die Marke von 2% Y/Y schneiden, nachdem sich die Teuerung in den beiden Vormonaten hartnäckig bei 2,2% Y/Y gehalten habe. Ebenfalls Daten zur Preisentwicklung kämen aus den USA: Hier sollten weitere Ermäßigungen der Importpreise im September - nach dem im Vormonat bereits kräftigsten Rückgang seit Dezember 2023 - genau im Auge behalten werden.
Der DAX behalte die 20.000 Punkte im Blick und klettere immer weiter in luftige Höhen. Schon wieder ein neuer Rekord: 19.633,91 Punkte. Wenn jetzt noch im November die Jahresendrally beginnen sollte, bitte anschnallen. YTD seien schon 16,3% Wertzuwachs im Depot angekommen (vorausgesetzt man habe sich nur auf die großen Blue Chips fokussiert). Am Ende des Tages sei dem DAX aber die Luft ausgegangen. Enttäuschende ASML-Zahlen hätten die Techwerte belastet und die Märkte (weltweit) nach unten gezogen.
Am Rentenmarkt seien die Renditen Dienstag länderübergreifend gelaufen. Die EZB-Sitzung werfe ihren Schatten voraus. (16.10.2024/alc/a/a)


