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Rentenmarkt: Rückläufige Risikoprämien in der Euro-Peripherie


31.05.21 12:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - An den Staatsanleihenmärkten in den USA und in Deutschland waren in der Berichtswoche leicht rückläufige Renditen zu beobachten, so die Experten von Union Investment.

Die Zinsstrukturkurven in beiden Ländern hätten sich ein wenig über die langen Laufzeiten verflacht. Etwas verstimmt habe sich zur Wochenmitte der Markt für Bundesanleihen gezeigt. Bei der Platzierung 15-jähriger Titel hätten von den angebotenen 2,5 Milliarden Euro nur 1,3 Milliarden Euro platziert werden können, es habe eine so genannte Unterdeckung gegeben. Erfolgreicher sei hingegen am Donnerstag die Auktion siebenjähriger US-Schatzanweisungen gewesen, die eine hohe Nachfrage verzeichnet hätten.

Dem rückläufigen Renditetrend seien auch die südeuropäischen Peripheriemärkte gefolgt. Die Einengung der Risikoprämien gegenüber Bundesanleihen habe sich fortgesetzt. Damit hätten sich die Renditen in den Südländern mittlerweile wieder deutlich von ihren jüngsten Höchstständen aus Mitte Mai entfernt. Der iBoxx Euro Sovereigns-Index habe bis Donnerstagabend ein knappes halbes Prozent zugelegt.

Stabil bis freundlich hätten sich auch Anleihen aus den Schwellenländern sowie der Markt für Euro-Unternehmensanleihen gezeigt. Bei Letzteren gebe es derzeit am Primärmarkt preislich nur wenig Zugeständnisse für die Anleger, dennoch seien die neuen Anleihen unvermindert nachgefragt. Die Firmen hätten ihre ambitionierte Preisgestaltung weitestgehend durchsetzen können.

In der neuen Berichtswoche stehe zweifellos der US-Arbeitsmarkt im Mittelpunkt. Nachdem im April die hochgesteckten Erwartungen weit verfehlt worden seien, werde am Freitagmittag für den Mai mit einer deutlichen Verbesserung gerechnet. Nach dem enttäuschenden Plus von nur 266.000 Stellen rechne der Konsens (Bloomberg) mit einem Zuwachs von 663.000 neuen Jobs. Am Montag würden die deutschen Konsumentenpreise, die am Dienstag auch für den gesamten Euroraum veröffentlicht würden, weiteren Aufschluss zum Thema Inflationsentwicklung geben. Die Kernrate im Euroraum dürfte gemäß Konsens, wenn sie denn so käme, mit knapp einem Prozent keine größeren Kopfschmerzen bereiten. (Ausgabe vom 28.05.2021) (31.05.2021/alc/a/a)