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Rentenmarkt: Optimismus "Made in USA"
27.07.23 13:00
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die Renditen der zehnjährigen Anleihen haben sich seit Ende letzter Woche per Saldo kaum vom Fleck gerührt, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank.
Aktuell stünden die T-Notes renditemäßig mit der entsprechenden Laufzeit bei 3,86% und die Bunds bei 2,49%. Die gestrige FED-Sitzung (26.07.), bei der wie erwartet der Leitzins um 25 BP auf 5,25 bis 5,50% angehoben worden sei, habe keine größeren Bewegungen an den Rentenmärkten ausgelöst. Über die vergangenen Tage gesehen scheinen die Anleger die derzeitigen schwachen Konjunkturdaten in Europa gelassen zu nehmen, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank. Indikatoren wie der ifo-Geschäftsklimaindex und der HCOB PMI-Einkaufsmanagerindex hätten einen schwachen Start ins dritte Quartal gezeichnet. Die nachlassende Kreditnachfrage, die sich aus der EZB-Umfrage bei Banken ergebe, passe in dieses Bild. Die USA wiederum würden solide Zahlen im Immobilien- und Konsumentenbereich vermelden. Etwas Hoffnung würden Investoren angesichts Äußerungen der chinesischen Führung schöpfen, die versprochen habe, die schwächelnde Wirtschaft durch fiskalische Maßnahmen zu unterstützen. Bei der heutigen EZB-Sitzung dürfte es zu einer letzten Zinserhöhung um 25 BP kommen.
Der HCOB Gesamt-PMI für die Eurozone habe im Juli weiter nachgegeben und liege mit 48,9 Punkten deutlich im schrumpfenden Bereich. Besonders besorgniserregend sei der Teilindikator für die Industrie, der die trübe Stimmung widerspiegele. Deutschland kämpfe derzeit mit den Auswirkungen der schwächelnden globalen Wirtschaft und zeige sowohl im HCOB PMI als auch im ifo-Geschäftsklimaindex eine schwache Performance. Hauptverantwortlich für die Schwäche in der deutschen Wirtschaft seien die Industrie und der Bausektor, die neben der schwachen Nachfrage im In- und Ausland auch unter den gestiegenen Zinsen leiden würden. Die hohen Zinsen würden scheinbar Unternehmer in der gesamten Eurozone schrecken, dies sei in den kürzlich veröffentlichten EZB Umfragedaten zur Kreditnachfrage von Unternehmen bei Geschäftsbanken deutlich geworden. Demnach sei die Kreditnachfrage im zweiten Quartal stärker als nie zuvor zurückgegangen. Vor diesem Hintergrund dürfte es bei der heutigen EZB-Sitzung zu einer interessanten Debatte kommen, da einige Mitglieder des EZB-Rats gegen weitere Erhöhungen argumentieren würden, gestützt durch die rückläufige Inflation, die schwächere Kreditnachfrage und die schwierige wirtschaftliche Lage in der Eurozone.
Anleger würden nach Erachten der Analysten das Ausmaß bzw. die Wirkung des fiskalischen Stimulus-Pakets aus Peking überschätzen, um den chinesischen Immobiliensektor und den rückläufigen Konsum wiederzubeleben. Die chinesische Führung habe bereits mehrfach die Erwartungen nicht erfüllt. Der anfängliche Aufschwung an den chinesischen Märkten nach Aufhebung der strengen Covid-Beschränkungen habe sich aufgrund einer zunehmenden Flut enttäuschender Daten längst in Verluste verwandelt.
Die Anlegerstimmung in Bezug auf die USA habe sich diese Woche als äußerst positiv erwiesen, zumindest aus datenseitiger Sicht. Im Juli könnten die US-Verbraucher eine gute Stimmung verzeichnen, wie der Conference Board Index zeige. Er sei im Vergleich zum Vormonat um beeindruckende 7 Punkte auf 177 Punkte gestiegen und habe damit sogar die Erwartungen um 5 Punkte übertroffen. Dies deute darauf hin, dass die Verbraucher davon ausgehen würden, dass die Arbeitsmarktbedingungen günstig bleiben würden. Auch auf dem US-Immobilienmarkt gebe es positive Entwicklungen, da die Preise im Mai erneut gestiegen seien. In den 20 großen Metropolregionen hätten die Hauspreise im Vergleich zum Vormonat um 1,0 Prozent zugelegt. Analysten hätten im Schnitt einen schwächeren Anstieg um 0,7 Prozent erwartet. Die bereits vom Markt erwartete und eingepreiste Zinssteigerung um 25 Basispunkte treffe auf eine relativ solide US-Wirtschaft. Die Analysten würden davon ausgehen, dass es im restlichen Jahr keine weiteren Zinssteigerungen geben werde. Für 2024 würden sie bis zu drei Zinssenkungen erwarten.
Datenseitig schauen die Analysten der Hamburg Commercial Bank auf die Inflationszahlen im Juni für Deutschland (28.7.). Ihr Nowcast gehe von einem Rückgang der Inflation um 0,4 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat auf 6% aus. Weitere Inflationszahlen würden ebenfalls am 28.7. von Frankreich (HCOB Nowcast: Anstieg auf 4,7%) und Spanien (HCOB Nowcast: Rückgang auf 1,4%) kommen, so dass man sich dann bereits ein relativ klares Bild über die Inflation der Eurozone machen könne (31.7., HCOB Nowcast: Rückgang von 5,5% im Juni auf 5,2% im Juli / Kernrate: von 5,5% auf 5,3%). Außerdem stünden für Deutschland BIP-Zahlen (31.7.) an, die für das zweite Quartal laut des Nowcast der Analysten glimpflich ausfallen sollten. Aktuell sähen sie eine leichte Steigerung um 0,2% gegenüber dem Vorquartal. In den USA würden die Zentralbanker insbesondere an den US-Verbraucherpreisen (PCE) interessiert sein. Die Analysten der Hamburg Commercial Bank gehen davon aus, dass die PCE im Vergleich zum Vormonat auf 3,05% absinken wird, die Kernrate jedoch nur wenig auf 4,4% fallen wird. Im Juli dürfte der PCE aufgrund eines ungünstigen Basiseffekts wieder leicht ansteigen. (27.07.2023/alc/a/a)
Aktuell stünden die T-Notes renditemäßig mit der entsprechenden Laufzeit bei 3,86% und die Bunds bei 2,49%. Die gestrige FED-Sitzung (26.07.), bei der wie erwartet der Leitzins um 25 BP auf 5,25 bis 5,50% angehoben worden sei, habe keine größeren Bewegungen an den Rentenmärkten ausgelöst. Über die vergangenen Tage gesehen scheinen die Anleger die derzeitigen schwachen Konjunkturdaten in Europa gelassen zu nehmen, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank. Indikatoren wie der ifo-Geschäftsklimaindex und der HCOB PMI-Einkaufsmanagerindex hätten einen schwachen Start ins dritte Quartal gezeichnet. Die nachlassende Kreditnachfrage, die sich aus der EZB-Umfrage bei Banken ergebe, passe in dieses Bild. Die USA wiederum würden solide Zahlen im Immobilien- und Konsumentenbereich vermelden. Etwas Hoffnung würden Investoren angesichts Äußerungen der chinesischen Führung schöpfen, die versprochen habe, die schwächelnde Wirtschaft durch fiskalische Maßnahmen zu unterstützen. Bei der heutigen EZB-Sitzung dürfte es zu einer letzten Zinserhöhung um 25 BP kommen.
Anleger würden nach Erachten der Analysten das Ausmaß bzw. die Wirkung des fiskalischen Stimulus-Pakets aus Peking überschätzen, um den chinesischen Immobiliensektor und den rückläufigen Konsum wiederzubeleben. Die chinesische Führung habe bereits mehrfach die Erwartungen nicht erfüllt. Der anfängliche Aufschwung an den chinesischen Märkten nach Aufhebung der strengen Covid-Beschränkungen habe sich aufgrund einer zunehmenden Flut enttäuschender Daten längst in Verluste verwandelt.
Die Anlegerstimmung in Bezug auf die USA habe sich diese Woche als äußerst positiv erwiesen, zumindest aus datenseitiger Sicht. Im Juli könnten die US-Verbraucher eine gute Stimmung verzeichnen, wie der Conference Board Index zeige. Er sei im Vergleich zum Vormonat um beeindruckende 7 Punkte auf 177 Punkte gestiegen und habe damit sogar die Erwartungen um 5 Punkte übertroffen. Dies deute darauf hin, dass die Verbraucher davon ausgehen würden, dass die Arbeitsmarktbedingungen günstig bleiben würden. Auch auf dem US-Immobilienmarkt gebe es positive Entwicklungen, da die Preise im Mai erneut gestiegen seien. In den 20 großen Metropolregionen hätten die Hauspreise im Vergleich zum Vormonat um 1,0 Prozent zugelegt. Analysten hätten im Schnitt einen schwächeren Anstieg um 0,7 Prozent erwartet. Die bereits vom Markt erwartete und eingepreiste Zinssteigerung um 25 Basispunkte treffe auf eine relativ solide US-Wirtschaft. Die Analysten würden davon ausgehen, dass es im restlichen Jahr keine weiteren Zinssteigerungen geben werde. Für 2024 würden sie bis zu drei Zinssenkungen erwarten.
Datenseitig schauen die Analysten der Hamburg Commercial Bank auf die Inflationszahlen im Juni für Deutschland (28.7.). Ihr Nowcast gehe von einem Rückgang der Inflation um 0,4 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat auf 6% aus. Weitere Inflationszahlen würden ebenfalls am 28.7. von Frankreich (HCOB Nowcast: Anstieg auf 4,7%) und Spanien (HCOB Nowcast: Rückgang auf 1,4%) kommen, so dass man sich dann bereits ein relativ klares Bild über die Inflation der Eurozone machen könne (31.7., HCOB Nowcast: Rückgang von 5,5% im Juni auf 5,2% im Juli / Kernrate: von 5,5% auf 5,3%). Außerdem stünden für Deutschland BIP-Zahlen (31.7.) an, die für das zweite Quartal laut des Nowcast der Analysten glimpflich ausfallen sollten. Aktuell sähen sie eine leichte Steigerung um 0,2% gegenüber dem Vorquartal. In den USA würden die Zentralbanker insbesondere an den US-Verbraucherpreisen (PCE) interessiert sein. Die Analysten der Hamburg Commercial Bank gehen davon aus, dass die PCE im Vergleich zum Vormonat auf 3,05% absinken wird, die Kernrate jedoch nur wenig auf 4,4% fallen wird. Im Juli dürfte der PCE aufgrund eines ungünstigen Basiseffekts wieder leicht ansteigen. (27.07.2023/alc/a/a)


