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Rentenmarkt: Notenbanken zeigen sich weiter über die hohe Inflation besorgt
21.02.22 09:15
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Zuspitzung der Lage in der Ukraine sorgte auch am Rentenmarkt für ein Auf und Ab, so die Experten von Union Investment.
Zunächst hätten sich Rentenanleger zu Wochenbeginn verunsichert gezeigt und eine Flucht in die als sicher geltenden Staatsanleihen ausgelöst. Dabei sei es zu rückläufigen Renditen gekommen, die mit Kursgewinnen bei umlaufenden Papieren einhergegangen seien. Später habe sich dann das Blatt gewendet, als Russland angekündigt habe, einen Teil der Truppen wieder abziehen zu wollen. Marktteilnehmer hätten begonnen sich dann wieder stärker auf die konjunkturellen Entwicklungen zu konzentrieren und seien weiterhin besorgt geblieben, aufgrund der stark anziehenden Teuerungsraten. Den Kommentaren der Mitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) sei daher abermals eine besondere Bedeutung zugekommen. Die deutsche Vertreterin Isabel Schnabel habe auf die höchste Inflationsrate seit Beginn der gemeinsamen Währungsunion verwiesen und Zweifel daran gehegt, dass die Preise bis zum Jahresende wieder unter die von der Notenbank avisierten Schwelle von zwei Prozent fallen würden. Dementsprechend habe sich zur Wochenmitte der Trend zu leicht höheren Renditen wieder fortgesetzt, ehe die Sorgen um die Ukraine zum Wochenende dann doch überwogen hätten. Auf Wochensicht habe sich die Rendite von zehnjährigen deutschen Bundesanleihen um acht Basispunkte auf 0,22 Prozent ermäßigt.
Angesichts der Aussicht auf ein mögliches Ende der EZB-Käufe und einer damit wichtigen wegfallenden Unterstützung, sei es bei Anleihen aus den Peripherieländern zu weiter steigenden Risikoaufschlägen gegenüber Bundesanleihen gekommen. Im Rahmen der angestrebten geldpolitischen Normalisierung sei es nicht ungewöhnlich, dass Anleger nun wieder stärker differenzieren und für schlechtere Bonitäten einen höheren Zins verlangen würden. Die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen sei in dieser Woche kurzzeitig über die Marke von zwei Prozent geklettert. Mit dem Trend allgemein rückläufiger Renditen zum Wochenausklang seien italienische Staatsanleihen letztlich sogar ins Plus gedreht.
Die hohe US-Inflation von zuletzt 7,5 Prozent im Jahresvergleich habe auch in dieser Handelswoche noch nachgewirkt. So hätten sich viele Mitglieder der US-Notenbank besorgt geäußert. Diejenigen, die auf eine schnelle Normalisierung des Zinsniveaus drängen würden, wie etwa Jim Bullard aus St. Louis, hätten sogar eine Erhöhung um 100 Basispunkten bis Juli gefordert. Andere Stimmen wollen sogar abwarten, ob der Preisdruck bis zum Sommer nicht von allein abnimmt, so die Experten von Union Investment. Neben den Zinserhöhungen gehe es auch um die Rückführung der Anleihekäufe. Statt eines passiven Bilanzabbaus, bei dem die Notenbank die Gelder aus den fällig gewordenen Anleihen nicht wieder anlege, werde nun auch ein aktiver Abbau in Erwägung gezogen. Die Zentralbanker würden dann ihre Bestände veräußern, was wesentlich schneller einen Effekt hervorrufen würde und somit auch eine größere preisdämpfende Wirkung hätte. Würden sich jedoch nicht genug Käufer finden, dürfte dies wohl auf den Kursen lasten und die Renditen weiter in die Höhe treiben. Zur Wochenmitte hätten zehnjährige US-Schatzanweisungen bei 2,06 Prozent gehandelt. (Ausgabe vom 18.02.2022) (21.02.2022/alc/a/a)
Zunächst hätten sich Rentenanleger zu Wochenbeginn verunsichert gezeigt und eine Flucht in die als sicher geltenden Staatsanleihen ausgelöst. Dabei sei es zu rückläufigen Renditen gekommen, die mit Kursgewinnen bei umlaufenden Papieren einhergegangen seien. Später habe sich dann das Blatt gewendet, als Russland angekündigt habe, einen Teil der Truppen wieder abziehen zu wollen. Marktteilnehmer hätten begonnen sich dann wieder stärker auf die konjunkturellen Entwicklungen zu konzentrieren und seien weiterhin besorgt geblieben, aufgrund der stark anziehenden Teuerungsraten. Den Kommentaren der Mitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) sei daher abermals eine besondere Bedeutung zugekommen. Die deutsche Vertreterin Isabel Schnabel habe auf die höchste Inflationsrate seit Beginn der gemeinsamen Währungsunion verwiesen und Zweifel daran gehegt, dass die Preise bis zum Jahresende wieder unter die von der Notenbank avisierten Schwelle von zwei Prozent fallen würden. Dementsprechend habe sich zur Wochenmitte der Trend zu leicht höheren Renditen wieder fortgesetzt, ehe die Sorgen um die Ukraine zum Wochenende dann doch überwogen hätten. Auf Wochensicht habe sich die Rendite von zehnjährigen deutschen Bundesanleihen um acht Basispunkte auf 0,22 Prozent ermäßigt.
Angesichts der Aussicht auf ein mögliches Ende der EZB-Käufe und einer damit wichtigen wegfallenden Unterstützung, sei es bei Anleihen aus den Peripherieländern zu weiter steigenden Risikoaufschlägen gegenüber Bundesanleihen gekommen. Im Rahmen der angestrebten geldpolitischen Normalisierung sei es nicht ungewöhnlich, dass Anleger nun wieder stärker differenzieren und für schlechtere Bonitäten einen höheren Zins verlangen würden. Die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen sei in dieser Woche kurzzeitig über die Marke von zwei Prozent geklettert. Mit dem Trend allgemein rückläufiger Renditen zum Wochenausklang seien italienische Staatsanleihen letztlich sogar ins Plus gedreht.
Die hohe US-Inflation von zuletzt 7,5 Prozent im Jahresvergleich habe auch in dieser Handelswoche noch nachgewirkt. So hätten sich viele Mitglieder der US-Notenbank besorgt geäußert. Diejenigen, die auf eine schnelle Normalisierung des Zinsniveaus drängen würden, wie etwa Jim Bullard aus St. Louis, hätten sogar eine Erhöhung um 100 Basispunkten bis Juli gefordert. Andere Stimmen wollen sogar abwarten, ob der Preisdruck bis zum Sommer nicht von allein abnimmt, so die Experten von Union Investment. Neben den Zinserhöhungen gehe es auch um die Rückführung der Anleihekäufe. Statt eines passiven Bilanzabbaus, bei dem die Notenbank die Gelder aus den fällig gewordenen Anleihen nicht wieder anlege, werde nun auch ein aktiver Abbau in Erwägung gezogen. Die Zentralbanker würden dann ihre Bestände veräußern, was wesentlich schneller einen Effekt hervorrufen würde und somit auch eine größere preisdämpfende Wirkung hätte. Würden sich jedoch nicht genug Käufer finden, dürfte dies wohl auf den Kursen lasten und die Renditen weiter in die Höhe treiben. Zur Wochenmitte hätten zehnjährige US-Schatzanweisungen bei 2,06 Prozent gehandelt. (Ausgabe vom 18.02.2022) (21.02.2022/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 24.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


