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Rentenmarkt: Niedrigzinsumfeld hält vorerst an
21.03.13 16:15
Weberbank
Berlin (www.anleihencheck.de) - Eigentlich waren die Märkte noch damit beschäftigt, die Nachwehen der Parlamentswahlen in Italien zu verarbeiten, da kommt auch schon das nächste Krisengespenst angeschlichen: eine Zwangsabgabe auf Spareinlagen in Zypern. Bisher ein absolutes Tabu in der Euroschuldenkrise, so die Analysten der Weberbank.
Ganz schnell würden Erinnerungen an die Ausführungen der deutschen Bundeskanzlerin aus dem Jahr 2008 wach: "Die Spareinlagen sind sicher". Und nun das. Schneller könnten Anleger nicht verunsichert werden. Sei doch das Sparbuch die letzte Bastion, die bisher noch jede Krise überstanden habe. Zumindest wenn man sich die Erträge vor Abzug der Inflation anschaue. Nach Abzug der Verbraucherpreissteigerungen werde auch hier seit geraumer Zeit Kapital vernichtet. Nicht auf einen Schlag in einer Größenordnung von 9,9%, wie sie derzeit für Guthaben in Zypern größer als 100.000 Euro diskutiert würden, aber über die Zeit würden sich auch hier die Verluste summieren. Eine Zwangsenteignung habe aber natürlich eine andere Qualität. Unabhängig davon, in welcher Form diese nun umgesetzt werde, dränge sich natürlich die Frage auf, was passiere in den anderen Krisenländern. Würden zukünftig nicht nur die Käufer von Staatsanleihen im Fall der Fälle belangt? Oder müssten vor der Gewährung weiterer Hilfskredite nun auch die Sparer um ihr Kapital fürchten?
Die vergangenen Jahre haben uns gelehrt, dass leider nichts mehr gänzlich auszuschließen ist, so die Analysten der Weberbank. Dennoch stelle Zypern nach Erachten der Analysten einen Sonderfall dar und sollte differenziert betrachtet werden. Aber die Unsicherheit werde bleiben - zumindest das scheine derzeit sicher.
Die Kapitalmärkte würden sich von alledem derzeit recht unbeeindruckt zeigen. Allen voran an den freundlichen Aktienmärkten verblüfft uns dieses Phänomen, so die Analysten der Weberbank. Bisher würden die Gefahren eines erneuten Flächenbrandes als gering eingeschätzt. Zu robust zeigen sich die Brandmauern unserer Zentralbank, so dass sich die Liquiditätsströme weiter ihre Wege zu den Unternehmen bahnen. Ein sehr schwerwiegendes Argument, welches auch unsere Zuversicht erhöhen würde, wäre nur die Berichtssaison in Europa nicht so enttäuschend verlaufen, so die Analysten der Weberbank.
Insbesondere die Erwartungen der Finanzanalysten hätten nicht erfüllt werden können. So würden die Unternehmen im Schnitt sowohl bei ihren Umsatz- als auch ihren Gewinnentwicklungen nicht mehr die positive Entwicklung der Vorquartale zeigen. Zusätzlich sei die Unsicherheit bei den Unternehmen so groß, dass sich nur wenige trauen würden, einen positiven Ausblick zu geben. Dabei würden die Konjunkturindikatoren nach wie vor eine Wirtschaftsbelebung im Jahresverlauf signalisieren.
Insbesondere für Deutschland würden die Perspektiven gar nicht so schlecht aussehen, so dass durchaus ein wenig mehr Zuversicht bei den Unternehmen vorstellbar gewesen wäre. Diese zeige sich aber nach wie vor in den USA: Die Gewinnerwartungen seien überwiegend auf Wachstum ausgerichtet, so dass nun auch der marktbreite Aktienindex S&P 500 mit seinen alten Höchstständen aus den Jahren 2000 und 2007 kämpfe. Der nur 30 Werte umfassende Dow Jones Index habe diese bereits überwinden können und habe nun keine technischen Widerstände mehr vor sich. Alles in allem ein Umfeld, in dem überprüft werden sollte, ob der Aktienanteil in ihrem Depot in ausreichendem Maße berücksichtigt sei.
Tendenziell zu hohe Beachtung auf den Rentenmärkten würden nach Erachten der Analysten öffentliche Anleihen aus Deutschland finden. Gerade in den vergangenen Tagen seien sie wieder einmal im Fokus der Anleger und als vermeintlicher Schutz gesucht gewesen. So seien nun schon nahezu wieder die Rekordtiefstände bei den Renditen aus dem vergangenen Jahr erreicht. Dabei zeige sich auch für lang laufende Papiere das gleiche Problem wie für Spareinlagen: Die Erträge würden nicht mehr ausreichen, um die Inflation auszugleichen. Und das, obwohl die Verbraucherpreise seit ein paar Monaten ein geringeres Wachstum aufweisen würden.
Verblüffend dabei sei, dass die Akzeptanz der niedrigen Renditen trotz einer veränderten Wahrnehmung der Verschuldungskrise weiterhin gegeben sei. So hätten sich die letzten Ereignisse nicht mehr negativ auf die Aktienmärkte ausgewirkt. Und auch die Staatsanleihen der in Bedrängnis geratenden europäischen Staaten würden nun differenziert betrachtet. So habe Irland zum ersten Mal seit den Hilfsgeldern wieder erfolgreich am Markt einen Kredit über zehn Jahre aufnehmen können. Und das trotz der Wahlen in Italien und der Debatte in Zypern. Auch die Renditedifferenzen europäischer Staatsanleihen im Vergleich zu denen aus Deutschland seien in den vergangenen Tagen nicht signifikant gestiegen. Würden diese Unterschiede doch als einer der Gradmesser für die Sorgen der Marktteilnehmer gelten.
Aber auch andere Indikatoren, wie beispielsweise kurzfristige Anlagen von Banken bei der europäischen Notenbank, würden sich recht kontinuierlich verringern und wieder größeres Vertrauen signalisieren. Dieses sollte nach Erachten der Analysten genutzt werden, um weiterhin die Alternativen zu niedrigverzinslichen Anleihen zu suchen. Eine Möglichkeit seien beispielsweise Wandelanleihen, welche durch ihre Konstruktion an freundlichen Aktienmärkten partizipieren würden. Aber auch hier gelte natürlich: Eine ausreichende Verteilung, nicht nur bezogen auf die Emittenten, sondern vor allem auch auf Länder und Regionen, sei für den Erfolg dringend ratsam. (21.03.2013/alc/a/a)
Ganz schnell würden Erinnerungen an die Ausführungen der deutschen Bundeskanzlerin aus dem Jahr 2008 wach: "Die Spareinlagen sind sicher". Und nun das. Schneller könnten Anleger nicht verunsichert werden. Sei doch das Sparbuch die letzte Bastion, die bisher noch jede Krise überstanden habe. Zumindest wenn man sich die Erträge vor Abzug der Inflation anschaue. Nach Abzug der Verbraucherpreissteigerungen werde auch hier seit geraumer Zeit Kapital vernichtet. Nicht auf einen Schlag in einer Größenordnung von 9,9%, wie sie derzeit für Guthaben in Zypern größer als 100.000 Euro diskutiert würden, aber über die Zeit würden sich auch hier die Verluste summieren. Eine Zwangsenteignung habe aber natürlich eine andere Qualität. Unabhängig davon, in welcher Form diese nun umgesetzt werde, dränge sich natürlich die Frage auf, was passiere in den anderen Krisenländern. Würden zukünftig nicht nur die Käufer von Staatsanleihen im Fall der Fälle belangt? Oder müssten vor der Gewährung weiterer Hilfskredite nun auch die Sparer um ihr Kapital fürchten?
Die vergangenen Jahre haben uns gelehrt, dass leider nichts mehr gänzlich auszuschließen ist, so die Analysten der Weberbank. Dennoch stelle Zypern nach Erachten der Analysten einen Sonderfall dar und sollte differenziert betrachtet werden. Aber die Unsicherheit werde bleiben - zumindest das scheine derzeit sicher.
Die Kapitalmärkte würden sich von alledem derzeit recht unbeeindruckt zeigen. Allen voran an den freundlichen Aktienmärkten verblüfft uns dieses Phänomen, so die Analysten der Weberbank. Bisher würden die Gefahren eines erneuten Flächenbrandes als gering eingeschätzt. Zu robust zeigen sich die Brandmauern unserer Zentralbank, so dass sich die Liquiditätsströme weiter ihre Wege zu den Unternehmen bahnen. Ein sehr schwerwiegendes Argument, welches auch unsere Zuversicht erhöhen würde, wäre nur die Berichtssaison in Europa nicht so enttäuschend verlaufen, so die Analysten der Weberbank.
Insbesondere für Deutschland würden die Perspektiven gar nicht so schlecht aussehen, so dass durchaus ein wenig mehr Zuversicht bei den Unternehmen vorstellbar gewesen wäre. Diese zeige sich aber nach wie vor in den USA: Die Gewinnerwartungen seien überwiegend auf Wachstum ausgerichtet, so dass nun auch der marktbreite Aktienindex S&P 500 mit seinen alten Höchstständen aus den Jahren 2000 und 2007 kämpfe. Der nur 30 Werte umfassende Dow Jones Index habe diese bereits überwinden können und habe nun keine technischen Widerstände mehr vor sich. Alles in allem ein Umfeld, in dem überprüft werden sollte, ob der Aktienanteil in ihrem Depot in ausreichendem Maße berücksichtigt sei.
Tendenziell zu hohe Beachtung auf den Rentenmärkten würden nach Erachten der Analysten öffentliche Anleihen aus Deutschland finden. Gerade in den vergangenen Tagen seien sie wieder einmal im Fokus der Anleger und als vermeintlicher Schutz gesucht gewesen. So seien nun schon nahezu wieder die Rekordtiefstände bei den Renditen aus dem vergangenen Jahr erreicht. Dabei zeige sich auch für lang laufende Papiere das gleiche Problem wie für Spareinlagen: Die Erträge würden nicht mehr ausreichen, um die Inflation auszugleichen. Und das, obwohl die Verbraucherpreise seit ein paar Monaten ein geringeres Wachstum aufweisen würden.
Verblüffend dabei sei, dass die Akzeptanz der niedrigen Renditen trotz einer veränderten Wahrnehmung der Verschuldungskrise weiterhin gegeben sei. So hätten sich die letzten Ereignisse nicht mehr negativ auf die Aktienmärkte ausgewirkt. Und auch die Staatsanleihen der in Bedrängnis geratenden europäischen Staaten würden nun differenziert betrachtet. So habe Irland zum ersten Mal seit den Hilfsgeldern wieder erfolgreich am Markt einen Kredit über zehn Jahre aufnehmen können. Und das trotz der Wahlen in Italien und der Debatte in Zypern. Auch die Renditedifferenzen europäischer Staatsanleihen im Vergleich zu denen aus Deutschland seien in den vergangenen Tagen nicht signifikant gestiegen. Würden diese Unterschiede doch als einer der Gradmesser für die Sorgen der Marktteilnehmer gelten.
Aber auch andere Indikatoren, wie beispielsweise kurzfristige Anlagen von Banken bei der europäischen Notenbank, würden sich recht kontinuierlich verringern und wieder größeres Vertrauen signalisieren. Dieses sollte nach Erachten der Analysten genutzt werden, um weiterhin die Alternativen zu niedrigverzinslichen Anleihen zu suchen. Eine Möglichkeit seien beispielsweise Wandelanleihen, welche durch ihre Konstruktion an freundlichen Aktienmärkten partizipieren würden. Aber auch hier gelte natürlich: Eine ausreichende Verteilung, nicht nur bezogen auf die Emittenten, sondern vor allem auch auf Länder und Regionen, sei für den Erfolg dringend ratsam. (21.03.2013/alc/a/a)


