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Rentenmarkt: Kernmärkte neutral, Italien und Peripherieländer bevorzugt
16.04.12 14:09
AXA Investment Managers
Köln (www.anleihencheck.de) - Der Anstieg der Anleiherenditen war nicht von langer Dauer, so die Experten von AXA Investment Managers.
Zur Monatsmitte hätten die amerikanischen Renditen einen Sprung nach oben gemacht, da die Konjunkturdaten unerwartet gut ausgefallen seien und, was noch wichtiger sei, die Marktteilnehmer mit einer schon früheren Anhebung der extrem niedrigen Leitzinsen gerechnet hätten. Der Anstieg der Anleiherenditen sei aber nicht von langer Dauer gewesen. Beendet habe ihn FED-Chairman Ben Bernanke, der wenig Zweifel daran gelassen habe, dass die FED an ihrer Niedrigzinspolitik festhalten würde. Auf dieser Seite des Atlantiks seien dann neue Zweifel an den Staatsfinanzen der Peripherieländer aufgekommen. Diesmal habe es Spanien getroffen. Schnell seien alle in die Realität zurückgeholt worden.
Nach wie vor gebe es wenig Zweifel, dass die Investoren ihre Erwartung höherer US-Renditen noch einmal hinterfragt hätten. Dies erkläre zumindest einen Teil der heftigen Schwankungen am amerikanischen Rentenmarkt. Die Experten seien unverändert der Meinung, dass solche kurzfristigen Bewegungen übertrieben seien. Zwar halte die FED einstweilen an der Operation Twist fest, doch dürfte sie parallel dazu ein neues QE3 vorbereiten. Dies solle im zweiten Halbjahr 2012 eine allmähliche Rückkehr zur Normalität möglich machen. Diesmal würde die zusätzliche Liquidität vermutlich sterilisiert, und die FED würde schwerpunktmäßig MBS statt Staatsanleihen kaufen.
Die Folge wären engere MBS-Spreads. Ohne eine neuerliche Wirtschaftskrise oder, was noch schwerer wöge, Angst vor neuen systemischen Risiken im Euroraum dürften die Renditen dennoch eher steigen - denn die Wachstumsaussichten würden sich verbessern und die Geldpolitik werde insgesamt weniger expansiv. Die Aussichten auf angemessene Erträge mit langlaufenden US-Staatsanleihen würden sich verschlechtern. Aber sollte man die Investoren deshalb zur Zurückhaltung auffordern? Noch nicht, würden die Experten meinen. Für den wahrscheinlichsten Zeitpunkt einer Rückkehr zur Normalität würden sie das Jahresende 2012 oder die erste Jahreshälfte 2013 halten.
Im Euroraum würden die Experten damit rechnen, dass die Kombination aus der anhaltenden Staatsschuldenkrise und der extrem expansiven Geldpolitik gut für deutsche Bundesanleihen sei und einen drastischen Renditeanstieg einstweilen unwahrscheinlich mache.
Die Länderspreads dürften vor allem auf die spanischen Konsolidierungsbemühungen und die italienischen Reformen reagieren, insbesondere auf die Arbeitsmarktreform in Italien. Spanien mache zurzeit mehr Sorgen. Das italienische Reformprogramm dürfte nach Ansicht der Experten hingegen trotz der Kommunalwahlen Anfang Mai und des üblichen politischen Hickhacks fortgesetzt werden. Sie würden davon ausgehen, dass die neuen Gesetze noch vor dem Sommer verabschiedet würden.
Insgesamt würden die Experten bei Bundesanleihen weiter eine neutrale Duration empfehlen. In den Peripherieländern spreche mehr für Italien als für Spanien, wo eine neue Haushaltskrise drohen könnte. Folglich würden sie zur Realisierung von Gewinnen raten. Auf der anderen Seite dürften das neue Vertrauen in Italien und die damit einhergehende niedrigere Zinslast des italienischen Staats die Auswirkungen der anhaltenden Rezession auf die Staatsfinanzen abfedern. Langfristig dürften sich aber beide Länder merklich stabilisieren. Wenn es in Europa nicht zu großen Fehlentscheidungen komme, würden die Experten es für sinnvoll halten, die derzeitige Korrektur zu nutzen und insbesondere in italienische Papiere zu investieren. (Ausgabe vom 05.04.2012) (16.04.2012/alc/a/a)
Zur Monatsmitte hätten die amerikanischen Renditen einen Sprung nach oben gemacht, da die Konjunkturdaten unerwartet gut ausgefallen seien und, was noch wichtiger sei, die Marktteilnehmer mit einer schon früheren Anhebung der extrem niedrigen Leitzinsen gerechnet hätten. Der Anstieg der Anleiherenditen sei aber nicht von langer Dauer gewesen. Beendet habe ihn FED-Chairman Ben Bernanke, der wenig Zweifel daran gelassen habe, dass die FED an ihrer Niedrigzinspolitik festhalten würde. Auf dieser Seite des Atlantiks seien dann neue Zweifel an den Staatsfinanzen der Peripherieländer aufgekommen. Diesmal habe es Spanien getroffen. Schnell seien alle in die Realität zurückgeholt worden.
Nach wie vor gebe es wenig Zweifel, dass die Investoren ihre Erwartung höherer US-Renditen noch einmal hinterfragt hätten. Dies erkläre zumindest einen Teil der heftigen Schwankungen am amerikanischen Rentenmarkt. Die Experten seien unverändert der Meinung, dass solche kurzfristigen Bewegungen übertrieben seien. Zwar halte die FED einstweilen an der Operation Twist fest, doch dürfte sie parallel dazu ein neues QE3 vorbereiten. Dies solle im zweiten Halbjahr 2012 eine allmähliche Rückkehr zur Normalität möglich machen. Diesmal würde die zusätzliche Liquidität vermutlich sterilisiert, und die FED würde schwerpunktmäßig MBS statt Staatsanleihen kaufen.
Im Euroraum würden die Experten damit rechnen, dass die Kombination aus der anhaltenden Staatsschuldenkrise und der extrem expansiven Geldpolitik gut für deutsche Bundesanleihen sei und einen drastischen Renditeanstieg einstweilen unwahrscheinlich mache.
Die Länderspreads dürften vor allem auf die spanischen Konsolidierungsbemühungen und die italienischen Reformen reagieren, insbesondere auf die Arbeitsmarktreform in Italien. Spanien mache zurzeit mehr Sorgen. Das italienische Reformprogramm dürfte nach Ansicht der Experten hingegen trotz der Kommunalwahlen Anfang Mai und des üblichen politischen Hickhacks fortgesetzt werden. Sie würden davon ausgehen, dass die neuen Gesetze noch vor dem Sommer verabschiedet würden.
Insgesamt würden die Experten bei Bundesanleihen weiter eine neutrale Duration empfehlen. In den Peripherieländern spreche mehr für Italien als für Spanien, wo eine neue Haushaltskrise drohen könnte. Folglich würden sie zur Realisierung von Gewinnen raten. Auf der anderen Seite dürften das neue Vertrauen in Italien und die damit einhergehende niedrigere Zinslast des italienischen Staats die Auswirkungen der anhaltenden Rezession auf die Staatsfinanzen abfedern. Langfristig dürften sich aber beide Länder merklich stabilisieren. Wenn es in Europa nicht zu großen Fehlentscheidungen komme, würden die Experten es für sinnvoll halten, die derzeitige Korrektur zu nutzen und insbesondere in italienische Papiere zu investieren. (Ausgabe vom 05.04.2012) (16.04.2012/alc/a/a)


