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Rentenmarkt: Festverzinsliche mit Laufzeiten über zwei Jahren meiden
02.05.13 10:32
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Was ist eigentlich unter dem Terminus zu verstehen, "die Zentralbanken drucken Geld", fragt sich Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Als Maßstab für das "Gelddrucken" sei die Entwicklung der Summe der Zentralbankbilanz anzusehen. Wenn eine Notenbank mit ihrer Geldpolitik "quantitative Lockerungen" (QE) beschließe, kaufe sie im Markt befindliche Staatsanleihen oder Hypotheken besicherte Wertpapiere. Diese würden dann auf der Aktivseite der Bilanz erscheinen und die Bilanzsumme erhöhen.
Das viele Geld aus QE fließe nicht in die Realwirtschaft, sondern in die Finanzmärkte. Die zehnjährigen Renditen seien in der ganzen Welt auf historischem Tief nicht mehr marktkonform, sondern das Resultat der Notenbankpolitik durch QE. Wenn sich eines Tages die Renditen nach oben in Bewegung setzen würden, drohe die nächste Finanzkrise. Die Zentralbanken würden die Finanzmärkte mit Liquidität in einer Größenordnung fluten, die historisches Neuland sei. Allein die FED und die BoJ würden monatlich USD 159 Mrd. Wertpapiere kaufen. Die Zentralbankbilanzen würden dadurch stark erhöht. Die der FED steige von weniger als USD 1 Billion in 2007 auf 6 Billionen in 2016. Die der BoJ im gleichen Zeitraum von 20% des BIPs auf 60%, die der EZB von 15% auf 45 %. Es sei noch unvorstellbar, wie die Notenbanken wieder zu einer "normalen" Zinsstruktur zurückkommen wollten, ohne eine extreme Krise zu riskieren.
Ursache sei der Schuldendienst der öffentlichen Hände (= Zinszahlungen + Tilgungen). Selbst wenn die Zinsen noch lange niedrig bleiben würden, so müssten doch ständig alte Anleihen bei Fälligkeit getilgt werden. Da die öffentlichen Haushalte aber nicht sparen würden, werde die fällige Anleihe einfach durch eine neue refinanziert. Der Hinweis der Notenbanken selbst, dass sie aus dem Programm der quantitativen Lockerungen jederzeit wieder aussteigen könnten, werde immer unglaubwürdiger. Wer solle denn da die Neuverschuldung finanzieren? Bestände zu verkaufen, sei ohnehin unmöglich geworden. Bestände durch Tilgungen allmählich abzuschmelzen, sei ebenfalls unmöglich, denn wer solle sie refinanzieren. Privatanleger würden mangels realer Verzinsung (nach Steuern und Inflation) als Käufer ausfallen.
Die Anleger sollten Festverzinsliche mit Laufzeiten über zwei Jahren meiden. (02.05.2013/alc/a/a)
Als Maßstab für das "Gelddrucken" sei die Entwicklung der Summe der Zentralbankbilanz anzusehen. Wenn eine Notenbank mit ihrer Geldpolitik "quantitative Lockerungen" (QE) beschließe, kaufe sie im Markt befindliche Staatsanleihen oder Hypotheken besicherte Wertpapiere. Diese würden dann auf der Aktivseite der Bilanz erscheinen und die Bilanzsumme erhöhen.
Ursache sei der Schuldendienst der öffentlichen Hände (= Zinszahlungen + Tilgungen). Selbst wenn die Zinsen noch lange niedrig bleiben würden, so müssten doch ständig alte Anleihen bei Fälligkeit getilgt werden. Da die öffentlichen Haushalte aber nicht sparen würden, werde die fällige Anleihe einfach durch eine neue refinanziert. Der Hinweis der Notenbanken selbst, dass sie aus dem Programm der quantitativen Lockerungen jederzeit wieder aussteigen könnten, werde immer unglaubwürdiger. Wer solle denn da die Neuverschuldung finanzieren? Bestände zu verkaufen, sei ohnehin unmöglich geworden. Bestände durch Tilgungen allmählich abzuschmelzen, sei ebenfalls unmöglich, denn wer solle sie refinanzieren. Privatanleger würden mangels realer Verzinsung (nach Steuern und Inflation) als Käufer ausfallen.
Die Anleger sollten Festverzinsliche mit Laufzeiten über zwei Jahren meiden. (02.05.2013/alc/a/a)


