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Rentenmarkt Eurozone: Notenbank stützt Peripherieanleihen
09.07.20 08:30
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Am europäischen Rentenmarkt kehrte wieder etwas Ruhe ein, so die Experten von Union Investment.
Die täglichen Schwankungen seien weitaus geringer ausgefallen als in den Vormonaten. Im Mittelpunkt des Kaufinteresses hätten erneut Anleihen aus den Peripherieländern gestanden. Für das hohe Kaufinteresse sei gleich in vielerlei Hinsicht die Europäische Zentralbank verantwortlich gewesen. Die Währungshüter hätten auf den massiven ökonomischen Einbruch mit einer Aufstockung des Pandemic Emergency Purchase Programms (PEPP) um 600 Milliarden Euro reagiert.
Des Weiteren habe die EZB die Laufzeit des Programms auf mindestens bis Ende Juni 2021 verlängert. Zur Monatsmitte sei zudem der erste von vier neuen Langfristtendern durchgeführt worden. Dabei sei die Rekordsumme von 1,31 Billionen Euro an insgesamt 742 europäische Banken zugeteilt worden. Es dürfe davon ausgegangen werden, dass ein Großteil der Mittel, die den Kreditinstituten nun für drei Jahre zur Verfügung stünden, für die Fristentransformation genutzt werde. Schon nach der Finanzkrise seien die Gelder in kurzlaufende Staatsanleihen aus der Peripherie geflossen. Auch diesmal sei es anschließend zu rückläufigen Risikoaufschlägen gekommen. Schlussendlich scheine die Notenbank auch noch einen pragmatischen Weg gefunden zu haben, um dem Urteil des deutschen Bundesverfassungsgerichts gerecht zu werden.
Den stärksten Renditerückgang hätten Anleihen aus Italien verzeichnet. Dort arbeite die Regierung an einem neuen Haushaltsentwurf. Dieser solle die Ratingagenturen von einer Herabstufung der Bonität abhalten. Als weiterhin stützend habe sich der Vorschlag für einen europäischen Rettungsfonds mit einer zumindest temporären Transferunion erwiesen. Hinzu sei das deutsche Konjunkturpaket im Umfang von 130 Milliarden Euro gekommen, das nicht nur die Perspektiven für Deutschland, sondern auch für Gesamteuropa verbessere.
Ein Großteil der Ausgaben müsse zudem nicht über den Kapitalmarkt aufgenommen werden. Eine perspektivisch nur leicht höhere Emissionstätigkeit Deutschlands habe sich zunächst nicht belastend ausgewirkt, sodass auch Anleihen aus den Kernstaaten gefragt gewesen seien. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index habe dies für europäische Staatsanleihen ein Plus von 1,0 Prozent bedeutet. (Ausgabe vom 08.07.2020) (09.07.2020/alc/a/a)
Die täglichen Schwankungen seien weitaus geringer ausgefallen als in den Vormonaten. Im Mittelpunkt des Kaufinteresses hätten erneut Anleihen aus den Peripherieländern gestanden. Für das hohe Kaufinteresse sei gleich in vielerlei Hinsicht die Europäische Zentralbank verantwortlich gewesen. Die Währungshüter hätten auf den massiven ökonomischen Einbruch mit einer Aufstockung des Pandemic Emergency Purchase Programms (PEPP) um 600 Milliarden Euro reagiert.
Den stärksten Renditerückgang hätten Anleihen aus Italien verzeichnet. Dort arbeite die Regierung an einem neuen Haushaltsentwurf. Dieser solle die Ratingagenturen von einer Herabstufung der Bonität abhalten. Als weiterhin stützend habe sich der Vorschlag für einen europäischen Rettungsfonds mit einer zumindest temporären Transferunion erwiesen. Hinzu sei das deutsche Konjunkturpaket im Umfang von 130 Milliarden Euro gekommen, das nicht nur die Perspektiven für Deutschland, sondern auch für Gesamteuropa verbessere.
Ein Großteil der Ausgaben müsse zudem nicht über den Kapitalmarkt aufgenommen werden. Eine perspektivisch nur leicht höhere Emissionstätigkeit Deutschlands habe sich zunächst nicht belastend ausgewirkt, sodass auch Anleihen aus den Kernstaaten gefragt gewesen seien. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index habe dies für europäische Staatsanleihen ein Plus von 1,0 Prozent bedeutet. (Ausgabe vom 08.07.2020) (09.07.2020/alc/a/a)


