Erweiterte Funktionen

Rentenmarkt Eurozone: Negativtrend setzt sich im November fort


12.12.19 13:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach den beiden schwachen Vormonaten setzte sich der negative Trend am Euro-Rentenmarkt auch im November fort, so die Experten von Union Investment.

Bessere Einkaufsmanagerindices hätten vor allem im Verarbeitenden Gewerbe Hoffnungen aufkommen lassen, die industrielle Rezession würde zu einem Ende finden. Als marktbelastend hätten sich daher gerade zu Monatsbeginn und -ende die jeweiligen Schnellschätzungen erwiesen. Darüber hinaus hätten sich auch einige politische Themen entspannt, die in den Vormonaten noch eine Belastung dargestellt hätten. Die als sicher geltenden Staatsanleihen seien weniger stark gefragt gewesen. In britischen Wahlumfragen liege die Partei von Boris Johnson deutlich vorn. Mit den dann vorliegenden Mehrheitsverhältnissen dürfte seine Regierung in London deutlich handlungsfähiger als zuletzt sein. Auch im Handelsstreit zwischen China und den USA hätten beide Seiten von einer Annäherung gesprochen. Schließlich spüre man sowohl in Peking als auch in Washington zunehmend die negativen Auswirkungen.

In Summe hätten Euro-Staatsanleihen im Monatsvergleich, gemessen am iBoxx Sovereign Index, 0,9 Prozent an Wert verloren. Die zuletzt bessere Wertentwicklung von Anleihen aus den Peripherieländern sei diesmal nicht zu beobachten gewesen. Bezüglich der spanischen Regierungsbildung habe es nichts Neues gegeben. Ministerpräsident Sanchez habe seine Bemühungen zu einer Mehrheitsbildung fortgesetzt. Die Ratingagentur Fitch habe die Fortschritte in Portugal gewürdigt und ihren positiven Ausblick beibehalten. In Italien hätten jedoch die Diskussionen über den Haushalt für das kommende Jahr angehalten. Die Regierungsparteien hätten weiterhin unterschiedliche Interessen. Da beide Parteien derzeit aber nicht die besten Karten bei einer Neuwahl hätten, sei davon auszugehen, dass man sich zusammenraufen werde.

Während die als sicher geltenden Papiere aus den Kernmärkten (ICE BofA Merrill Lynch NCLR-Index) 0,4 Prozent verloren hätten, hätten Anleihen aus den Peripherieländern (ICE BofA Merrill Lynch EGLR-Index) fast 1,7 Prozent nachgegeben. Trotz der letzten drei schwachen Monate verbleibe auf Jahressicht ein Plus von 7,7 Prozent. (Ausgabe vom 11.12.2019) (12.12.2019/alc/a/a)