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Rentenmarkt: Deutsche Bundesanleihen gefragt


03.07.24 09:25
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Ereignisse rund um die Europawahl und die folgende Einberufung von Neuwahlen in Frankreich durch Präsident Macron waren die wesentlichen Kurstreiber am europäischen Bondmarkt, so die Experten von Union Investment.

Die aufkommende Unsicherheit unter den Anlegern habe zu einer verstärkten Nachfrage nach den als sicher geltenden deutschen Bundesanleihen geführt. Deren richtungsweisende Zehnjahresrendite sei im Berichtsmonat von 2,62 auf 2,45 Prozent gefallen. Zwischenzeitlich hätten die Titel sogar mit nur noch 2,35 Prozent rentiert. Auch bei den Kurzläufern sei eine rückläufige Renditeentwicklung zu beobachten gewesen, so hätten zweijährige Bundespapiere mit zuletzt 2,82 Prozent gut 25 Basispunkte tiefer rentiert als noch Ende Mai.

Gleichzeitig hätten die Renditeaufschläge französischer Staatsanleihen und auch in der Euro-Peripherie angezogen. Nach der Europawahl sei der Renditeabstand französischer Staatspapiere mit knapp 30 Basispunkten auf den höchsten Stand seit 2017 geklettert. Am Monatsende habe die französische Zehnjahresrendite 3,25 Prozent betragen, nach 3,10 Prozent per Ende Mai. Zuvor habe bereits die kürzliche erfolgte Rating-Herabstufung Frankreichs um eine Stufe für wenig Freude unter den Marktteilnehmern gesorgt. In der Euro-Peripherie hätten sich die Spreads um etwa 20 Basispunkte ausgeweitet.

Auf Gesamtmarktebene hätten Euro-Staatsanleihen, gemessen am repräsentative iBoxx Euro Sovereigns-Index, im Juni nahezu unverändert gelegen. Am US-Staatsanleihemarkt habe sich der Trend zu rückläufigen Renditen fortgesetzt, der Gesamtmarkt habe ein knappes Prozent hinzugewonnen. US-Schatzanweisungen mit zehn Jahren Laufzeit seien renditeseitig von 4,5 auf etwas mehr als 4,3 Prozent zurückgefallen. Zweijahrestitel hätten mit rund 4,7 Prozent rentiert. Sowohl die Bund- als auch die US-Treasury-Kurve seien damit weiterhin invers gewesen.

Der Markt für Euro-Unternehmensanleihen habe sich im Juni weitgehend solide gezeigt. Die Unsicherheit bezüglich Frankreichs habe zwar zu etwas höheren Risikoprämien geführt. Dennoch hätten sowohl die Renditeentwicklung bei den Bundesanleihen als auch die hohen Kupons zu einer insgesamt positiven Wertenwicklung beitragen können. Der für Euro Investment Grade-Unternehmenspapiere repräsentative ICE BofA Euro-Corp.-Bonds-Index sei mit einem leichten Plus in Höhe von 0,7 Prozent aus dem Handelsmonat gegangen. Der US-Unternehmensanleihemarkt habe im Zuge rückläufiger US-Treasury-Renditen einen Zugewinn in Höhe von 0,6 Prozent verbucht. Anleihen aus den Schwellenländern hätten infolge der US-Treasury-Bewegung ebenfalls 0,6 Prozent hinzugewinnen können. (Ausgabe Juni 2024) (03.07.2024/alc/a/a)