Rentenmärkte: zum optimalen Asset-Allokation-Mix


26.03.12 11:29
AXA Investment Managers

Köln (www.anleihencheck.de) - Im vergangenen Jahrzehnt haben Rentenwerte - bei Zugrundelegung aller globalen Bond-Indices - weltweit mindestens ebenso gut, wenn nicht besser als ein repräsentativer globaler Aktienindex abgeschnitten, und das bei deutlich niedrigerer Volatilität, so Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers.

Ein stärker diversifiziertes Anleiheportfolio als der übliche Mix aus Staats- und Investment-Grade-Anleihen - also ein Portfolio mit inflationsgeschützten Anleihen und Hochverzinslichen zum Beispiel - hätte sicherlich noch besser abgeschnitten. Aus der Forschung wisse man, dass Aktien auf längere Sicht die höheren Erträge liefern würden.

Das Wachstumspotenzial, das Aktienwerte bieten würden, sei auch unbestritten, doch die Erfahrungen des letzten Jahrzehnts würden diese Annahme nicht stützen. Warum sollte es also im kommenden Jahrzehnt wieder anders sein? Das sei letztlich der springende Punkt, denn jede Generation müsse immer wieder aufs Neue für sich entscheiden, welche Asset-Allokation im Hinblick auf Altersvorsorge und langfristige Sparpläne die günstigste sei. Wer streiche die besseren Erträge ein: die Inhaber von Unternehmen oder ihre Gläubiger? Würden die geldpolitischen Entscheidungsträger für ein Umfeld sorgen, das auch weiterhin für risikofreie Schuldtitel günstig sei?

Hier komme die Bewertung ins Spiel: Anleihen seien möglicherweise einfach zu teuer. Darüber werde nun schon seit einiger Zeit geklagt, aber die Renditen hätten inzwischen tatsächlich ein sehr niedriges Niveau erreicht. So seien die Renditen von Staatsanleihen aus Kernländern erst kürzlich auf zwei Prozent (oder sogar noch darunter) gesunken und auch die Credit-Spreads seien in diesem Jahr bereits stark geschrumpft. Der Bank of America (ISIN US0605051046/ WKN 858388)/Merrill Lynch Euro Unternehmensanleiheindex rentiere zurzeit nur mit 3,2 Prozent. Selbst die Renditen auf Hochzinsanleihen seien erheblich gesunken.

Im Vergleich zu Renditen von nahezu null auf Baranlagen seien Anleiherenditen natürlich immer noch attraktiv. Stelle man sie jedoch den prognostizierten Zuwachsraten der nominalen Wirtschaftsleistung sowie den aktuellen Gewinnrenditen von Aktien gegenüber, dann seien Anleihen in der Tat teuer. Die Strategie "Anleihen verkaufen/Aktien kaufen" wäre gegen Ende November letzten Jahres sicherlich passender gewesen. Die Aktienkurse hätten sich inzwischen erholt, aber die relative Bewertung möge manche Investoren immer noch nicht überzeugen.

Die Bereitstellung von Liquidität durch die Zentralbanken sowie die starken Rahmendaten bei Unternehmen seien Faktoren, die auch weiterhin die globalen Aktienmärkte sowie die Unternehmensanleihemärkte begünstigen würden. In absehbarer Zeit dürfte die Gesamtrendite bei Investment-Grade-Anleihen im niedrigen einstelligen Bereich liegen: Bei den zugrunde liegenden Renditen gebe es kaum Aufwärtspotenzial und auch der Spielraum für eine weitere Spread-Verengung im nichtfinanziellen Segment des Unternehmensanleihemarktes sei begrenzt.

Bei Staatsanleihen sei im kommenden Jahr bestenfalls eine runde Null zu erwarten. Bei Hochzinsanleihen bestehe weiterhin Hoffnung auf attraktivere Renditen, doch das Umfeld, das derzeit noch Raum für einen Anstieg des Ausfallrisikos und damit der Risikoprämien biete, werde schwinden. Würden Aktien besser abschneiden? Darüber lasse sich streiten. Letztendlich komme es wohl darauf an, wie optimistisch man die weitere konjunkturelle Entwicklung einschätze. (26.03.2012/alc/a/a)