Rentenmärkte unter Druck: Bund-Future tritt auf der Stelle, Euro mit Rückenwind


01.10.25 08:37
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im US-Kongress hat man den Haushaltsstreit auch im letzten Versuch nicht beilegen können, sodass die Arbeit in den Regierungsbehörden teilweise eingestellt wird, so die Analysten der Helaba.

Dies habe es in der Vergangenheit schon häufiger gegeben und die Auswirkungen auf die Finanzmärkte seien bislang überschaubar geblieben. Frage sich, wie lange der Stillstand dauere. Derzeit sehe es nicht danach aus, dass der Streit zwischen Republikanern und Demokraten schnell beigelegt werden könne. Derweil habe der gestern gemeldete Anstieg der deutschen Inflationsrate auf 2,4 % Vj. den Rentenmarkt belastet und den Euro gestützt, wenngleich die Zinssenkungsfantasie bezüglich der EZB schon im Vorfeld der Zahlen als gedämpft zu bezeichnen gewesen sei. Eine Zinssenkung bis zum Jahresende werde markseitig praktisch ausgeschlossen. Auch in den USA seien die Zinserwartungen nicht besonders ausgeprägt. Daran würden die heute im Fokus stehenden US-Zahlen (ADP-Report und ISM-Index) vermutlich wenig ändern.

Am Rentenmarkt seien die Kursgewinne aufgrund der gestiegenen Verbraucherpreise in Ländern der Eurozone zum Erliegen gekommen. Entsprechend sei der richtungsweisende Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) nicht in der Lage gewesen, die 21- und 55-Tagelinien bei 128,59 bzw. 128,60 hinter sich zu lassen. Erst nachhaltige Kurse darüber würden den Weg frei machen bis zu den letzten Zwischenhochs bei 129,13 und 129,44 sowie der Zone 129,50/66. Mit Unterstützung vonseiten der heute anstehenden US-Daten sei aber nicht zu rechnen, und erste Haltemarken würden die Analysten an den Vorwochentiefs bei 127,88/89 lokalisieren.

Zu einer fortgesetzten Verflachung der Bundkurve sei es nicht gekommen, und zudem scheine der Trend beendet zu sein, wonach sich der Renditevorteil der USA gegenüber der Eurozone ausweite. Derzeit liege der Transatlantikspread im Bereich von zehn Jahren bei gut 140 Basispunkten. Dies liefere dem Euro gegenüber dem US-Dollar tendenziell Unterstützung. Zudem könnte der US-Dollar vom Haushaltsstreit in Mitleidenschaft gezogen werden, sollte sich in den nächsten Tagen keine Einigung abzeichnen und der Shutdown anhalten. Wichtig für den Euro wäre es, die 21-Tagelinie bei 1,1740 nachhaltig zu überwinden. Weitere Hürden würden sich bei 1,1820 und 1,1909/19 zeigen. Auf Unterstützung treffe der Euro bei 1,1646/78, unter anderem in Form des Vorwochentiefs. (01.10.2025/alc/a/a)




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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0009652644 965264 132,00 € 124,26 €