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Rentenmärkte: Yellen irritiert mit Zinsäußerungen, aber nur kurzzeitig
07.05.21 09:00
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die langfristigen Renditen der US- und der deutschen Staatsanleihen sind in den vergangenen Tagen trotz einer Wortmeldung der US-Finanzministerin zu dem Thema Zinsen leicht gesunken, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG.
Janet Yellen habe am Dienstag (04.05.) gesagt, dass für den Fall einer Überhitzung der amerikanischen Wirtschaft moderat höhere Leitzinsen nötig wären. Die meisten Marktbeobachter hätten verstanden, dass Yellen nicht mehr FED-Chefin sei und kein Ansinnen habe, Notenbankchef Jerome Powell in die Quere zu kommen. Außerdem habe Yellen ihre Aussagen relativiert und gesagt, dass sie den Inflationsanstieg nur für vorübergehend halte und dass sie weder eine Leitzinserhöhung prophezeie noch empfehle. Möglicherweise sei aber der Einbruch des DAX auf die Yellen-Äußerungen zurückzuführen gewesen, weil dies die Angst davor, dass die Märkte überhitzt sein könnten, angeheizt habe.
Derweil signalisiere der Anstieg des Ölpreises, der mittlerweile auf die 70 US-Dollar/Barrel (Brent) zusteuere, weitere Konjunkturzuversicht, die unter anderem durch die ADP-Beschäftigungsdaten aus den USA sowie den weiteren Anstieg der PMI-Indices in der Eurozone bestätigt worden sei. Weiter seien die Erzeugerpreise in der Eurozone im März um 4,3% gegenüber dem Vorjahr gestiegen, im Februar seien es noch 1,5% gewesen. Überraschend sei das nicht, denn zum einen gebe es Basiseffekte durch die Pandemie und zum anderen boome das Verarbeitende Gewerbe. Es könnte dennoch die Diskussion um die Inflation und ob die EZB etwas dagegen tun sollte, beleben.
Heute (07.05.) dürften die Arbeitsmarktdaten aus den USA dem Optimismus und der Frage, wie die FED darauf reagiere, neue Nahrung geben, es werde ein Beschäftigungszuwachs von fast 1 Million Personen erwartet.
Von der geopolitischen Front gebe es Meldungen, dass die Spannungen mit China zunehmen würden. Kurzfristig dürfte die Relevanz für die Märkte eher gering sein, aber mittelfristig könnten die Auseinandersetzungen Folgen für den Freihandel und das globale Wachstumspotenzial haben. Konkret gehe es darum, dass China auf unbestimmte Zeit den strategischen Dialog mit Australien ausgesetzt habe. In der Vergangenheit habe China trotz eines bestehenden Freihandelsabkommens zwischen den beiden Ländern Eisenerzeinfuhren aus Australien behindert.
Auch die Verhältnisse zwischen der EU und China würden sich verschlechtern. So habe die EU den Ratifierungsprozess für das Investitionsabkommen mit China, welches man grundsätzlich Ende letzten Jahres beschlossen habe, mehr oder weniger auf Eis gelegt. Der Grund seien die Auseinandersetzungen in Bezug auf Menschenrechtsverletzungen in China und der Situation in Hongkong. Auch wenn dies kurzfristig kaum etwas ändere - das Abkommen sollte erst im Laufe von 2022 in Kraft treten - zeige es, dass für deutsche und europäische Unternehmen der Handel mit China schwieriger werde. (Ausgabe vom 06.05.2021) (07.05.2021/alc/a/a)
Janet Yellen habe am Dienstag (04.05.) gesagt, dass für den Fall einer Überhitzung der amerikanischen Wirtschaft moderat höhere Leitzinsen nötig wären. Die meisten Marktbeobachter hätten verstanden, dass Yellen nicht mehr FED-Chefin sei und kein Ansinnen habe, Notenbankchef Jerome Powell in die Quere zu kommen. Außerdem habe Yellen ihre Aussagen relativiert und gesagt, dass sie den Inflationsanstieg nur für vorübergehend halte und dass sie weder eine Leitzinserhöhung prophezeie noch empfehle. Möglicherweise sei aber der Einbruch des DAX auf die Yellen-Äußerungen zurückzuführen gewesen, weil dies die Angst davor, dass die Märkte überhitzt sein könnten, angeheizt habe.
Heute (07.05.) dürften die Arbeitsmarktdaten aus den USA dem Optimismus und der Frage, wie die FED darauf reagiere, neue Nahrung geben, es werde ein Beschäftigungszuwachs von fast 1 Million Personen erwartet.
Von der geopolitischen Front gebe es Meldungen, dass die Spannungen mit China zunehmen würden. Kurzfristig dürfte die Relevanz für die Märkte eher gering sein, aber mittelfristig könnten die Auseinandersetzungen Folgen für den Freihandel und das globale Wachstumspotenzial haben. Konkret gehe es darum, dass China auf unbestimmte Zeit den strategischen Dialog mit Australien ausgesetzt habe. In der Vergangenheit habe China trotz eines bestehenden Freihandelsabkommens zwischen den beiden Ländern Eisenerzeinfuhren aus Australien behindert.
Auch die Verhältnisse zwischen der EU und China würden sich verschlechtern. So habe die EU den Ratifierungsprozess für das Investitionsabkommen mit China, welches man grundsätzlich Ende letzten Jahres beschlossen habe, mehr oder weniger auf Eis gelegt. Der Grund seien die Auseinandersetzungen in Bezug auf Menschenrechtsverletzungen in China und der Situation in Hongkong. Auch wenn dies kurzfristig kaum etwas ändere - das Abkommen sollte erst im Laufe von 2022 in Kraft treten - zeige es, dass für deutsche und europäische Unternehmen der Handel mit China schwieriger werde. (Ausgabe vom 06.05.2021) (07.05.2021/alc/a/a)


