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Rentenmärkte: US-Inflation überraschend gestiegen
13.02.25 16:30
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - In der Berichtswoche zeigten sich die Staatsanleiherenditen volatil und sind kräftig gestiegen, so Jonas Feldhusen von der Hamburg Commercial Bank.
Die T-Notes-Renditen seien auf 4,61% und die Bunds auf 2,47% geklettert, womit die zehnjährigen US-Anleihen rund 20 Basispunkte höher rentieren würden als noch in der Vorwoche, als die Renditen nahezu ihren Jahrestiefpunkt gesehen hätten. Der aktuelle Anstieg unterstreiche einmal mehr die volatile Marktlage insbesondere in den USA. Dort habe die Veröffentlichung der Inflationsdaten des Januars für große Marktbewegungen gesorgt. Der Consumer Price Index sei im Januar überraschend von 2,9 auf 3,0% gestiegen und damit höher ausgefallen als vom Konsens der Analysten erwartet.
Auch die US-Handelspolitik habe diese Woche wieder im Mittelpunkt der Märkte gestanden. In der vergangenen Woche seien in letzter Sekunde beschlossen worden, Zölle gegen Kanada und Mexiko in Höhe von 25% um 30 Tage aufzuschieben. Die Importzölle von 10% gegenüber China würden hingegen in Kraft traten. Am Montag habe US-Präsident Donald Trump dann die nächste Ankündigung wahr gemacht und neue Zölle von 25 Prozent auf Stahl- und Aluminiumimporte in die USA verhängt.
Bei der Unterzeichnung der Maßnahme habe Trump betont, dass es keine Ausnahmen geben werde. Zudem würden die USA auch Sonderzölle auf Fahrzeuge, Computerchips und pharmazeutische Produkte erwägen. Vor dem Hintergrund der neuen US-Inflationsdaten und der Unsicherheit über die Auswirkungen der US-Handelspolitik bleibe FED-Chef Jerome Powell vorsichtig, was weitere Zinssenkungen angehe. Beim geldpolitischen Halbjahresbericht vor den beiden Kammern des Kongresses in dieser Woche habe Powell betont, dass aufgrund der weniger restriktiven Geldpolitik der FED und der robusten Wirtschaftslage derzeit keine Notwendigkeit für eine Anpassung des Leitzinses bestehe.
EZB-Chefin Lagarde sehe den disinflationären Prozess in der Eurozone weiterhin auf einem guten Weg, warne allerdings davor, dass stärkere Reibung im globalen Handel die Inflationsaussichten im Euroraum unsicherer machen würden, womit sie auf die US-Zoll-Politik anspiele. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel habe zur Besonnenheit in der Zinspolitik aufgerufen. In seiner Rede an der London School of Economics habe das EZB-Ratsmitglied betont, dass es im aktuellen unsicheren Umfeld keinen Anlass für vorschnelle Entscheidungen gebe. In den letzten Wochen habe zudem die Verortung des neutralen Zinssatzes zusätzliche Bedeutung bekommen, welcher die konjunkturelle Entwicklung weder beschleunigen noch bremsen solle.
Die EZB habe nun ein Paper publiziert, das den neutralen Zins bei 1,75 bis 2,25% sehe. Das lasse Spielraum für weitere Zinssenkungen, bis die neutrale Rate erreicht sei. HCOB Economics erwarte nur noch zwei Zinssenkungen im ersten Halbjahr in der Eurozone und auch zwei weitere Zinssenkungen in den USA.
Die Trump-Administration versuche geopolitische Wahlkampfversprechen einzuhalten. Die Bemühungen um Friedensverhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs würden Fahrt aufnehmen. US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin hätten am Mittwoch telefoniert und sich darauf geeinigt, dass Verhandlungsteams beider Länder sofort Gespräche aufnehmen sollten, um Lösungen zur Beendigung der Kämpfe zu finden.
Kurz zuvor habe US-Verteidigungsminister Pete Hegseth klargestellt, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Zugeständnisse in Bezug auf die territorialen Integrität machen müsse. "Wir müssen anerkennen, dass eine Rückkehr zu den Grenzen der Ukraine von vor 2014 unrealistisch ist", habe er in Brüssel gesagt. Führende europäische Politiker hätten betont, dass die Ukraine in die Verhandlungen einbezogen werden müsse. Zudem hätten die Spannungen in Nahost wieder zugenommen. Die Waffenruhe im Gazastreifen stehe auf der Kippe, nachdem die Hamas die Freilassung weiterer israelischer Geiseln gestoppt habe. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu drohe der Hamas mit der Fortsetzung des Gaza-Kriegs, sollte sie ihre Geiseln nicht bis Samstag freilassen.
Im Schatten der Bundestagswahl würden die konjunkturellen Entwicklungen in Deutschland am aktuellen Rand schwach bleiben. Im Verarbeitenden Gewerbe scheine weiterhin keine Kehrtwende stattzufinden. Letzten Freitag (07.02.) seien die Industrieproduktionsdaten für den Dezember erschienen, die das Wachstum von 1,3% MoM vom Vormonat einkassiert hätten und die Markterwartungen mit einem Rückgang von 2,4% MoM unterboten habe. Es sei der stärkste Rückgang seit Juli gewesen. Positivere Impulse habe hingegen der deutsche Außenhandel gegeben. Der Handelsüberschuss Deutschlands sei im Dezember 2024 auf 20,7 Milliarden Euro gestiegen, gegenüber einem nach unten korrigierten Wert von 19,2 Milliarden Euro im November und habe damit die Prognosen von 17 Milliarden Euro übertroffen.
Das Datenhighlight in dieser Woche sei sicherlich die US-Inflation für den Januar. Die Verbraucherpreise in den USA würden im Januar einen erneuten Anstieg zeigen. Mit einem monatlichen Anstieg von 0,5% und einer jährlichen Inflationsrate von 3,0% sei der Preisdruck deutlich spürbar. Auch die Kerninflation sei auf 3,3% gestiegen. Es müsse allerdings bei der ökonomischen Interpretation berücksichtigt werden, dass die aktuellen Inflationsdaten von Einmaleffekten beeinflusst seien, da für den Januar die jährliche Anpassung der saisonalen Anpassungsfaktoren, aktualisierte Gewichtungen und die möglichen Auswirkungen der Waldbrände in Kalifornien als Einflussfaktoren einbezogen werden müssten.
Dennoch, das Inflationsziel von zwei Prozent bleibe außer Reichweite, was die US-Notenbank dazu veranlassen dürfte, bei Zinssenkungen vorsichtig und zurückhaltend vorzugehen. Dies habe sich auch in den Anhörungen von FED-Chef Powell vor dem US-Kongress widergespiegelt. Die US-Notenbank lasse sich von der Trump-Regierung, die niedrigere Zinsen bevorzuge, bislang nicht aus der Ruhe bringen. Stattdessen wolle sie abwarten, wie sich die Politik von Präsident Trump entwickele, um deren Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Inflation besser einschätzen zu können.
Die konjunkturelle Lage in den USA scheine sich am aktuellen Rand etwas einzutrüben, besonders am Arbeitsmarkt. Erste Anzeichen dafür hätten in der vergangenen Woche die JOLTS gesendet, die schwächer als erwartet ausgefallen seien. Am Freitag hätten die Non Farm Payrolls diesen Trend einer leichten Abkühlung bestätigt. Die US-Wirtschaft habe im Januar 2025 143.000 Arbeitsplätze geschaffen, deutlich weniger als der nach oben korrigierte Zuwachs von 307.000 im Dezember und die Prognosen von 170.000. Allerdings sei gleichzeitig die Arbeitslosenrate auf 4,0% gefallen. Weiter habe sich das Verbrauchervertrauen etwas eingetrübt, und sei im Februar 2025 auf 67,8, von 71,1 im Januar und damit deutlich unter die Prognosen von ebenfalls 71,1 gefallen.
Auch hier scheine die US-Handelspolitik eine wichtige Rolle zu spielen: Denn das Verbrauchervertrauen signalisiere einen Rückgang der Kaufbedingungen für langlebige Güter um 12%, teilweise aufgrund der Wahrnehmung, dass es möglicherweise zu spät sei, um die negativen Auswirkungen der Zollpolitik zu vermeiden.
In der kommenden Woche stehe in der Eurozone neben den HCOB Flash PMI am Freitag (21.02.) vor allem die Bundestagswahl am 23.02. an. In den USA erwarte man bereits diesen Freitag die Einzelhandelsdaten für den Januar, die sich laut Konsensschätzung etwas abschwächen dürften. Weiterhin stehe die Industrieproduktion an, die in den letzten Monaten auf der Stelle getreten habe. Nach einem überraschend starken Dezember werde im Januar moderates Wachstum erwartet, könnten aufgrund von Vorzieheffekten im Zusammenhang mit Trumps Zöllen eine temporäre Verbesserung anzeigen. (13.02.2025/alc/a/a)
Die T-Notes-Renditen seien auf 4,61% und die Bunds auf 2,47% geklettert, womit die zehnjährigen US-Anleihen rund 20 Basispunkte höher rentieren würden als noch in der Vorwoche, als die Renditen nahezu ihren Jahrestiefpunkt gesehen hätten. Der aktuelle Anstieg unterstreiche einmal mehr die volatile Marktlage insbesondere in den USA. Dort habe die Veröffentlichung der Inflationsdaten des Januars für große Marktbewegungen gesorgt. Der Consumer Price Index sei im Januar überraschend von 2,9 auf 3,0% gestiegen und damit höher ausgefallen als vom Konsens der Analysten erwartet.
Auch die US-Handelspolitik habe diese Woche wieder im Mittelpunkt der Märkte gestanden. In der vergangenen Woche seien in letzter Sekunde beschlossen worden, Zölle gegen Kanada und Mexiko in Höhe von 25% um 30 Tage aufzuschieben. Die Importzölle von 10% gegenüber China würden hingegen in Kraft traten. Am Montag habe US-Präsident Donald Trump dann die nächste Ankündigung wahr gemacht und neue Zölle von 25 Prozent auf Stahl- und Aluminiumimporte in die USA verhängt.
Bei der Unterzeichnung der Maßnahme habe Trump betont, dass es keine Ausnahmen geben werde. Zudem würden die USA auch Sonderzölle auf Fahrzeuge, Computerchips und pharmazeutische Produkte erwägen. Vor dem Hintergrund der neuen US-Inflationsdaten und der Unsicherheit über die Auswirkungen der US-Handelspolitik bleibe FED-Chef Jerome Powell vorsichtig, was weitere Zinssenkungen angehe. Beim geldpolitischen Halbjahresbericht vor den beiden Kammern des Kongresses in dieser Woche habe Powell betont, dass aufgrund der weniger restriktiven Geldpolitik der FED und der robusten Wirtschaftslage derzeit keine Notwendigkeit für eine Anpassung des Leitzinses bestehe.
EZB-Chefin Lagarde sehe den disinflationären Prozess in der Eurozone weiterhin auf einem guten Weg, warne allerdings davor, dass stärkere Reibung im globalen Handel die Inflationsaussichten im Euroraum unsicherer machen würden, womit sie auf die US-Zoll-Politik anspiele. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel habe zur Besonnenheit in der Zinspolitik aufgerufen. In seiner Rede an der London School of Economics habe das EZB-Ratsmitglied betont, dass es im aktuellen unsicheren Umfeld keinen Anlass für vorschnelle Entscheidungen gebe. In den letzten Wochen habe zudem die Verortung des neutralen Zinssatzes zusätzliche Bedeutung bekommen, welcher die konjunkturelle Entwicklung weder beschleunigen noch bremsen solle.
Die EZB habe nun ein Paper publiziert, das den neutralen Zins bei 1,75 bis 2,25% sehe. Das lasse Spielraum für weitere Zinssenkungen, bis die neutrale Rate erreicht sei. HCOB Economics erwarte nur noch zwei Zinssenkungen im ersten Halbjahr in der Eurozone und auch zwei weitere Zinssenkungen in den USA.
Kurz zuvor habe US-Verteidigungsminister Pete Hegseth klargestellt, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Zugeständnisse in Bezug auf die territorialen Integrität machen müsse. "Wir müssen anerkennen, dass eine Rückkehr zu den Grenzen der Ukraine von vor 2014 unrealistisch ist", habe er in Brüssel gesagt. Führende europäische Politiker hätten betont, dass die Ukraine in die Verhandlungen einbezogen werden müsse. Zudem hätten die Spannungen in Nahost wieder zugenommen. Die Waffenruhe im Gazastreifen stehe auf der Kippe, nachdem die Hamas die Freilassung weiterer israelischer Geiseln gestoppt habe. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu drohe der Hamas mit der Fortsetzung des Gaza-Kriegs, sollte sie ihre Geiseln nicht bis Samstag freilassen.
Im Schatten der Bundestagswahl würden die konjunkturellen Entwicklungen in Deutschland am aktuellen Rand schwach bleiben. Im Verarbeitenden Gewerbe scheine weiterhin keine Kehrtwende stattzufinden. Letzten Freitag (07.02.) seien die Industrieproduktionsdaten für den Dezember erschienen, die das Wachstum von 1,3% MoM vom Vormonat einkassiert hätten und die Markterwartungen mit einem Rückgang von 2,4% MoM unterboten habe. Es sei der stärkste Rückgang seit Juli gewesen. Positivere Impulse habe hingegen der deutsche Außenhandel gegeben. Der Handelsüberschuss Deutschlands sei im Dezember 2024 auf 20,7 Milliarden Euro gestiegen, gegenüber einem nach unten korrigierten Wert von 19,2 Milliarden Euro im November und habe damit die Prognosen von 17 Milliarden Euro übertroffen.
Das Datenhighlight in dieser Woche sei sicherlich die US-Inflation für den Januar. Die Verbraucherpreise in den USA würden im Januar einen erneuten Anstieg zeigen. Mit einem monatlichen Anstieg von 0,5% und einer jährlichen Inflationsrate von 3,0% sei der Preisdruck deutlich spürbar. Auch die Kerninflation sei auf 3,3% gestiegen. Es müsse allerdings bei der ökonomischen Interpretation berücksichtigt werden, dass die aktuellen Inflationsdaten von Einmaleffekten beeinflusst seien, da für den Januar die jährliche Anpassung der saisonalen Anpassungsfaktoren, aktualisierte Gewichtungen und die möglichen Auswirkungen der Waldbrände in Kalifornien als Einflussfaktoren einbezogen werden müssten.
Dennoch, das Inflationsziel von zwei Prozent bleibe außer Reichweite, was die US-Notenbank dazu veranlassen dürfte, bei Zinssenkungen vorsichtig und zurückhaltend vorzugehen. Dies habe sich auch in den Anhörungen von FED-Chef Powell vor dem US-Kongress widergespiegelt. Die US-Notenbank lasse sich von der Trump-Regierung, die niedrigere Zinsen bevorzuge, bislang nicht aus der Ruhe bringen. Stattdessen wolle sie abwarten, wie sich die Politik von Präsident Trump entwickele, um deren Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Inflation besser einschätzen zu können.
Die konjunkturelle Lage in den USA scheine sich am aktuellen Rand etwas einzutrüben, besonders am Arbeitsmarkt. Erste Anzeichen dafür hätten in der vergangenen Woche die JOLTS gesendet, die schwächer als erwartet ausgefallen seien. Am Freitag hätten die Non Farm Payrolls diesen Trend einer leichten Abkühlung bestätigt. Die US-Wirtschaft habe im Januar 2025 143.000 Arbeitsplätze geschaffen, deutlich weniger als der nach oben korrigierte Zuwachs von 307.000 im Dezember und die Prognosen von 170.000. Allerdings sei gleichzeitig die Arbeitslosenrate auf 4,0% gefallen. Weiter habe sich das Verbrauchervertrauen etwas eingetrübt, und sei im Februar 2025 auf 67,8, von 71,1 im Januar und damit deutlich unter die Prognosen von ebenfalls 71,1 gefallen.
Auch hier scheine die US-Handelspolitik eine wichtige Rolle zu spielen: Denn das Verbrauchervertrauen signalisiere einen Rückgang der Kaufbedingungen für langlebige Güter um 12%, teilweise aufgrund der Wahrnehmung, dass es möglicherweise zu spät sei, um die negativen Auswirkungen der Zollpolitik zu vermeiden.
In der kommenden Woche stehe in der Eurozone neben den HCOB Flash PMI am Freitag (21.02.) vor allem die Bundestagswahl am 23.02. an. In den USA erwarte man bereits diesen Freitag die Einzelhandelsdaten für den Januar, die sich laut Konsensschätzung etwas abschwächen dürften. Weiterhin stehe die Industrieproduktion an, die in den letzten Monaten auf der Stelle getreten habe. Nach einem überraschend starken Dezember werde im Januar moderates Wachstum erwartet, könnten aufgrund von Vorzieheffekten im Zusammenhang mit Trumps Zöllen eine temporäre Verbesserung anzeigen. (13.02.2025/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


