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Rentenmärkte: Renditen brechen Anlauf auf kritische Marken vorläufig ab
21.04.22 15:30
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die Renditen der deutschen und amerikanischen Staatsanleihen haben sich im zehnjährigen Bereich zeitweise den kritischen Marken von 1,0% und 3,0% genähert, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG.
Jetzt würden die zehnjährigen Bunds wieder etwas niedriger bei 0,91% rentieren und die entsprechenden T-Notes bei 2,88%. Die Anleger könnten sich nicht entscheiden, welchen Einflussfaktoren sie am meisten Gewicht geben möchten. Im Wettbewerb stünden die hohe Inflation (renditetreibend), die daraus resultierende Erwartung einer aggressiveren Straffung der Geldpolitik (renditetreibend), die allgemeine Verunsicherung durch den Krieg (renditedämpfend) sowie die Angst vor einer Rezession (renditedämpfend).
In Bezug auf die Inflation sorge derzeit der hohe Anstieg der Produzentenpreise in Deutschland (Jahresrate im März: 30,9%) für Schlagzeilen. Rechne man die Energie heraus, lande man immer noch bei 13,9% Inflation. Damit sei klar, dass auch die Konsumentenpreisinflation - die deutschen Zahlen würden am 28.04. veröffentlicht - im April erneut steigen werde. Vor dem Hintergrund der hohen Inflation habe der Zentralbankpräsident von Lettland, Martins Kazaks, die Möglichkeit ins Spiel gebracht, dass die EZB den Leitzins bereits im Juli anhebe, statt wie bislang erwartet im September. Nun habe Lettland eine Inflation von fast 12% und Kazaks sei als geldpolitischer Falke bekannt. Die Analysten würden daher bei ihrer Erwartung einer ersten Leitzinserhöhung im September bleiben.
In Bezug auf die Verunsicherung über den weiteren Verlauf des Krieges bleibe diese extrem hoch. Es würden Meldungen dominieren, dass Russland die ukrainische Provinz Luhansk weitestgehend unter Kontrolle gebracht habe und dass die letzte Bastion in Mariupol (Donetzk) nun auch fallen werde. Aber dass der Krieg vorbei sei, wenn Russland Luhansk und Donetzk unter seine Kontrolle gebracht habe, möglicherweise am 9. Mai, wenn traditionellerweise der Sieg über Nazideutschland gefeiert werde, sei nicht mehr als eine von einigen Beobachtern ausgesprochene Spekulation.
Die Unsicherheit werde also hoch bleiben, zumal die Sanktionszügel vermutlich so oder so weiter angezogen würden. Die Rezessionsängste seien weiterhin präsent. Der Internationale Währungsfonds habe in seiner halbjährlichen Publikation, die am 19.04. veröffentlicht worden sei, allerdings eine relativ optimistische Prognose von 3,6% globales Wachstum veröffentlicht.
Am Sonntag (24.04.) sollte die Präsidentschaftswahl in Frankreich im Fokus sein. Gestern habe es das letzte und einzige Fernsehduell zwischen den beiden Kandidaten Emmanuel Macron und Marine Le Pen gegeben. Macron solle laut Umfragen in diesem Duell eindeutig besser abgeschnitten haben. Die letzten Umfragewerte würden auf einen Sieg von Macron hindeuten, für ihn würden 55,5% stimmen, für Le Pen 44,5%. Entscheidend werde es auf die Wahlbeteiligung ankommen. Vor allem viele junge Menschen möchten weder Le Pen noch Macron ihre Stimme geben. Wichtig sei darüber hinaus die Wahl zur Nationalversammlung, die im Juni erfolge. Hier werde man sehen, ob gegebenenfalls Macron auch das Parlament wieder hinter sich versammeln könne.
Datenseitig ist auf die zahlreichen PMI-Einkaufsmanagerindices zu schauen, deren Schnellschätzungen für April morgen (22.04.) erscheinen, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG. Beachten sollte man auch den ifo-Index für April am 25.04. sowie das GfK-Konsumentenvertrauen (27.04.) für Deutschland. Beide Indices dürften kräftig zurückgegangen sein. (21.04.2022/alc/a/a)
Jetzt würden die zehnjährigen Bunds wieder etwas niedriger bei 0,91% rentieren und die entsprechenden T-Notes bei 2,88%. Die Anleger könnten sich nicht entscheiden, welchen Einflussfaktoren sie am meisten Gewicht geben möchten. Im Wettbewerb stünden die hohe Inflation (renditetreibend), die daraus resultierende Erwartung einer aggressiveren Straffung der Geldpolitik (renditetreibend), die allgemeine Verunsicherung durch den Krieg (renditedämpfend) sowie die Angst vor einer Rezession (renditedämpfend).
In Bezug auf die Inflation sorge derzeit der hohe Anstieg der Produzentenpreise in Deutschland (Jahresrate im März: 30,9%) für Schlagzeilen. Rechne man die Energie heraus, lande man immer noch bei 13,9% Inflation. Damit sei klar, dass auch die Konsumentenpreisinflation - die deutschen Zahlen würden am 28.04. veröffentlicht - im April erneut steigen werde. Vor dem Hintergrund der hohen Inflation habe der Zentralbankpräsident von Lettland, Martins Kazaks, die Möglichkeit ins Spiel gebracht, dass die EZB den Leitzins bereits im Juli anhebe, statt wie bislang erwartet im September. Nun habe Lettland eine Inflation von fast 12% und Kazaks sei als geldpolitischer Falke bekannt. Die Analysten würden daher bei ihrer Erwartung einer ersten Leitzinserhöhung im September bleiben.
Die Unsicherheit werde also hoch bleiben, zumal die Sanktionszügel vermutlich so oder so weiter angezogen würden. Die Rezessionsängste seien weiterhin präsent. Der Internationale Währungsfonds habe in seiner halbjährlichen Publikation, die am 19.04. veröffentlicht worden sei, allerdings eine relativ optimistische Prognose von 3,6% globales Wachstum veröffentlicht.
Am Sonntag (24.04.) sollte die Präsidentschaftswahl in Frankreich im Fokus sein. Gestern habe es das letzte und einzige Fernsehduell zwischen den beiden Kandidaten Emmanuel Macron und Marine Le Pen gegeben. Macron solle laut Umfragen in diesem Duell eindeutig besser abgeschnitten haben. Die letzten Umfragewerte würden auf einen Sieg von Macron hindeuten, für ihn würden 55,5% stimmen, für Le Pen 44,5%. Entscheidend werde es auf die Wahlbeteiligung ankommen. Vor allem viele junge Menschen möchten weder Le Pen noch Macron ihre Stimme geben. Wichtig sei darüber hinaus die Wahl zur Nationalversammlung, die im Juni erfolge. Hier werde man sehen, ob gegebenenfalls Macron auch das Parlament wieder hinter sich versammeln könne.
Datenseitig ist auf die zahlreichen PMI-Einkaufsmanagerindices zu schauen, deren Schnellschätzungen für April morgen (22.04.) erscheinen, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG. Beachten sollte man auch den ifo-Index für April am 25.04. sowie das GfK-Konsumentenvertrauen (27.04.) für Deutschland. Beide Indices dürften kräftig zurückgegangen sein. (21.04.2022/alc/a/a)


