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Rentenmärkte: Nervosität an Aktienmärkten drückt Renditen
28.01.21 14:00
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die Renditen der Staatsanleihen haben wieder den Rückwärtsgang eingelegt, so Dr. Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank.
Die Verunsicherung vieler Anleger scheine wieder zuzunehmen. Es würden sich die Stimmen mehren, die von den hohen Bewertungsniveaus an den Aktienmärkten, insbesondere in den USA warnen würden. Augenscheinlich werde das an der Rekordzahl von aus dem Boden schießenden SPACs, mit denen in erster Linie Hoffnung auf einen erfolgreichen Börsengang verkauft werde.
Auch das sprunghaft gestiegene Volumen im Optionsscheinhandel sei ein Anzeichen für die höhere Blasengefahr. In diesem Umfeld würden dann auch nur schwer nachvollziehbaren Kursexplosionen wie beim Unternehmen GameStop passieren, das in den letzten Tagen eines der Top-Themen an den Finanzmärkten dargestellt habe und in erster Linie von Kleinanlegern auf Social Media Plattformen kultartig befeuert zu werden scheine. Jetzt habe sich sogar die Biden-Administration gemeldet und gesagt, die Finanzministerin Janet Yellen würde die Sache beobachten.
Die Nervosität habe sich zuletzt in deutlich sinkenden Aktiennotierungen bemerkbar gemacht. Der S&P 500 Index sei gestern (27.01.) um 2,6% gefallen, der DAX habe 0,8% hinten gelegen. Viele Investoren hätten sich offensichtlich veranlasst gesehen, verstärkt wieder Treasuries und Bunds in ihre Portfolios zu nehmen. Zehnjährige T-Notes würden derzeit nur noch knapp über 1,0% rentieren und die korrespondierenden Bunds seien auf -0,55% gefallen.
Die gestrige FED-Sitzung habe keine neuen Erkenntnisse gebracht. Die FED werde weiterhin pro Monat 120 Mrd. US-Dollar an Anleihen kaufen, womit sie ungefähr die Hälfte des diesjährigen Budgetdefizits praktisch finanzieren sollte, das von der Investmentbank J.P. Morgan auf 14% des BIP geschätzt werde.
In den kommenden Tagen werde man nicht nur die Infektionsraten beobachten müssen - hier gebe es in Deutschland eine erfreuliche rückläufige Entwicklung -, sondern auch, ob das Risiko einer Pandemie in der Pandemie steige. Klar sei, dass die Virus-Mutante aus Großbritannien längst Kontinentaleuropa erreicht habe und in einigen Ländern wie beispielsweise Portugal auf dem besten Weg sei, zur dominanten Variante zu werden. Es gebe keinen Grund anzunehmen, dass Deutschland von dieser Entwicklung verschont bleibe. Je stärker die Gesamtinfektionsrate sinke, desto eher werde es aber gelingen, die Zeit bis zu einer Herdenimmunität ohne eine Überlastung des Gesundheitssystems zu überbrücken.
Derweil habe der Impfherstellen BioNTech zugesagt, dass es die vereinbarten Impfstoffdosen für das erste Quartal liefern könne. Im zweiten Quartal solle dann das französische Pharmaunternehmen Sanofi bei der Produktion des BioNTech-Impfstoffes unterstützen.
Für die nächste Woche stünden keine bemerkenswerten politischen Ereignisse auf der Agenda. Allerdings würden im Laufe des Februars - es gebe dazu noch keine veröffentlichten Daten - der US-Präsident seine jährliche "State oft the Union"-Rede halten, FED-Chef Powell werde seinen halbjährlichen Bericht vor dem Kongress vortragen und EZB-Präsidentin Christine Lagarde dürfte sich den Fragen der EU-Parlamentarier stellen, was zwei Mal im Jahr passiere.
Von der Datenseite her sei in den USA auf die ISM-Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitende Gewerbe (01.02.) und den Dienstleistungssektor (03.01.) zu achten. Am Ende der Woche würden dann die monatlichen US-Arbeitsmarktzahlen veröffentlicht (05.01.). Die wöchentlichen Beschäftigungszahlen würden darauf hindeuten, dass die Arbeitslosenrate gestiegen sei. Mit dem Nachweis der britischen Mutante in mittlerweile 26 Bundesstaaten dürften sich mehr und mehr Gouverneure veranlasst sehen, die Restriktionen zu verschärfen, was naturgemäß den Arbeitsmarkt in den kommenden Wochen und vielleicht Monaten belasten werde. In Deutschland erhalte man morgen (29.01.) die Detail-Daten zur BIP-Entwicklung im vierten Quartal, das der Eurozone erscheine am 2. Februar.
Wichtiger noch seien die deutschen Arbeitsmarktdaten, wo der Konsens eine gleichbleibende Arbeitslosenrate von 6,1% erwarte, die aber gemäß der Analysten-Erwartung in den nächsten Monaten zunächst noch steigen werde. Ähnliches gelte für die Arbeitsmarktzahlen aus der Eurozone (01.01.). Kommende Woche stünden außerdem die PMI-Einkaufsmanagerindices für Italien und Spanien (01.02. und 03.02.) auf der Agenda. Schnellschätzungen für Deutschland und Frankreich lägen schon vor. Sie würden vermutlich den Trend in Deutschland und Frankreich bestätigen, dass das Verarbeitende Gewerbe relativ gut durch die Krise navigiere, der Dienstleistungssektor aber erneut unter Druck stehe. Auch für China würden die PMI-Indices in den kommenden Tagen publiziert. (28.01.2021/alc/a/a)
Die Verunsicherung vieler Anleger scheine wieder zuzunehmen. Es würden sich die Stimmen mehren, die von den hohen Bewertungsniveaus an den Aktienmärkten, insbesondere in den USA warnen würden. Augenscheinlich werde das an der Rekordzahl von aus dem Boden schießenden SPACs, mit denen in erster Linie Hoffnung auf einen erfolgreichen Börsengang verkauft werde.
Auch das sprunghaft gestiegene Volumen im Optionsscheinhandel sei ein Anzeichen für die höhere Blasengefahr. In diesem Umfeld würden dann auch nur schwer nachvollziehbaren Kursexplosionen wie beim Unternehmen GameStop passieren, das in den letzten Tagen eines der Top-Themen an den Finanzmärkten dargestellt habe und in erster Linie von Kleinanlegern auf Social Media Plattformen kultartig befeuert zu werden scheine. Jetzt habe sich sogar die Biden-Administration gemeldet und gesagt, die Finanzministerin Janet Yellen würde die Sache beobachten.
Die Nervosität habe sich zuletzt in deutlich sinkenden Aktiennotierungen bemerkbar gemacht. Der S&P 500 Index sei gestern (27.01.) um 2,6% gefallen, der DAX habe 0,8% hinten gelegen. Viele Investoren hätten sich offensichtlich veranlasst gesehen, verstärkt wieder Treasuries und Bunds in ihre Portfolios zu nehmen. Zehnjährige T-Notes würden derzeit nur noch knapp über 1,0% rentieren und die korrespondierenden Bunds seien auf -0,55% gefallen.
In den kommenden Tagen werde man nicht nur die Infektionsraten beobachten müssen - hier gebe es in Deutschland eine erfreuliche rückläufige Entwicklung -, sondern auch, ob das Risiko einer Pandemie in der Pandemie steige. Klar sei, dass die Virus-Mutante aus Großbritannien längst Kontinentaleuropa erreicht habe und in einigen Ländern wie beispielsweise Portugal auf dem besten Weg sei, zur dominanten Variante zu werden. Es gebe keinen Grund anzunehmen, dass Deutschland von dieser Entwicklung verschont bleibe. Je stärker die Gesamtinfektionsrate sinke, desto eher werde es aber gelingen, die Zeit bis zu einer Herdenimmunität ohne eine Überlastung des Gesundheitssystems zu überbrücken.
Derweil habe der Impfherstellen BioNTech zugesagt, dass es die vereinbarten Impfstoffdosen für das erste Quartal liefern könne. Im zweiten Quartal solle dann das französische Pharmaunternehmen Sanofi bei der Produktion des BioNTech-Impfstoffes unterstützen.
Für die nächste Woche stünden keine bemerkenswerten politischen Ereignisse auf der Agenda. Allerdings würden im Laufe des Februars - es gebe dazu noch keine veröffentlichten Daten - der US-Präsident seine jährliche "State oft the Union"-Rede halten, FED-Chef Powell werde seinen halbjährlichen Bericht vor dem Kongress vortragen und EZB-Präsidentin Christine Lagarde dürfte sich den Fragen der EU-Parlamentarier stellen, was zwei Mal im Jahr passiere.
Von der Datenseite her sei in den USA auf die ISM-Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitende Gewerbe (01.02.) und den Dienstleistungssektor (03.01.) zu achten. Am Ende der Woche würden dann die monatlichen US-Arbeitsmarktzahlen veröffentlicht (05.01.). Die wöchentlichen Beschäftigungszahlen würden darauf hindeuten, dass die Arbeitslosenrate gestiegen sei. Mit dem Nachweis der britischen Mutante in mittlerweile 26 Bundesstaaten dürften sich mehr und mehr Gouverneure veranlasst sehen, die Restriktionen zu verschärfen, was naturgemäß den Arbeitsmarkt in den kommenden Wochen und vielleicht Monaten belasten werde. In Deutschland erhalte man morgen (29.01.) die Detail-Daten zur BIP-Entwicklung im vierten Quartal, das der Eurozone erscheine am 2. Februar.
Wichtiger noch seien die deutschen Arbeitsmarktdaten, wo der Konsens eine gleichbleibende Arbeitslosenrate von 6,1% erwarte, die aber gemäß der Analysten-Erwartung in den nächsten Monaten zunächst noch steigen werde. Ähnliches gelte für die Arbeitsmarktzahlen aus der Eurozone (01.01.). Kommende Woche stünden außerdem die PMI-Einkaufsmanagerindices für Italien und Spanien (01.02. und 03.02.) auf der Agenda. Schnellschätzungen für Deutschland und Frankreich lägen schon vor. Sie würden vermutlich den Trend in Deutschland und Frankreich bestätigen, dass das Verarbeitende Gewerbe relativ gut durch die Krise navigiere, der Dienstleistungssektor aber erneut unter Druck stehe. Auch für China würden die PMI-Indices in den kommenden Tagen publiziert. (28.01.2021/alc/a/a)


