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Rentenmärkte: Inflation bleibt das Sorgenkind der USA
15.03.24 10:12
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen in den USA und Deutschland haben sich in den vergangenen Tagen unterschiedlich entwickelt, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG.
Die T-Notes hätten sich von frühen Verlusten erholt und seien auf über 4,15% auf aktuell 4,20% geklettert, während die Bunds bei etwa 2,37% nahezu unverändert geblieben seien. In den USA hätten zunächst die leicht gestiegene Arbeitslosenquote und das stagnierende Lohnwachstum im Februar für einen Anstieg der Renditen gesorgt. Der deutliche Anstieg sei dann durch die Februar-Inflation ausgelöst worden, die leicht über den Erwartungen gelegen habe.
Die Renditen der Bunds seien vor allem von Datenhighlights in den USA beeinflusst worden, während schwache Januar-Zahlen zur Industrieproduktion in der Eurozone die Renditen zum Absinken gebracht hätten. Die Finanzmärkte seien sich sicher, dass die erste Zinssenkung in der Eurozone erst im Juni erfolgen werde. Im Fall der FED, die kommende Woche tage, würden die Märkte zwischen Juni und Juli für die erste Zinssenkung schwanken. HCOB Economics bleibe bei der Prognose, dass sowohl in Frankfurt als auch in Washington im Juni jeweils die erste Zinssenkung anstehen dürfte.
In den USA bleibe der Arbeitsmarkt weiterhin robust, wobei im Februar 2024 275.000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden seien, was die Prognosen übertroffen habe. Dennoch seien Anleger besorgt über zwei Faktoren gewesen: Die überraschend gestiegene Arbeitslosenquote von 3,9% und das stagnierende Lohnwachstum im Februar. Die durchschnittlichen Stundenlöhne seien nur um 0,1% auf 34,57 US-Dollar gestiegen, was unter den Erwartungen gelegen habe.
Die Inflationsdaten hätten dann einen Schock gebracht, als im Februar eine unerwartete Zunahme verzeichnet worden sei. Ökonomen hätten erwartet, dass die Verbraucherpreise stabil bleiben würden. Stattdessen seien sie um 3,2% im Vergleich zum Vorjahr und um 0,4% im Monatsvergleich gestiegen. Die Kerninflationsrate habe bei 3,8% gelegen, ebenfalls höher als erwartet. Diese Entwicklung dämpfe die Spekulationen über Zinssenkungen.
Die März-Sitzung der EZB habe die Märkte kaum bewegen können, obwohl die Zinssätze auf Rekordhoch belassen worden seien. Interessanterweise habe die EZB ihre Inflationsprognosen nach unten korrigiert, was trotz des anhaltenden Preisdrucks und robusten Lohnwachstums erhebliche Fortschritte bei der Eindämmung der Inflation bestätigt habe. EZB-Präsidentin Christine Lagarde habe in der Pressekonferenz erklärt, dass weitere Beweise erforderlich seien, bevor Zinssenkungen in Betracht gezogen würden, habe jedoch eingeräumt, dass Gespräche über eine Lockerung der restriktiven Haltung begonnen hätten.
Die Veröffentlichung der Industrieproduktionszahlen in der Eurozone habe schließlich zu einem Rückgang der Renditen geführt. Im Januar sei die Industrieproduktion im Vergleich zum Vormonat um 3,2% gesunken, was deutlich unter den Konsensprognosen gelegen habe. Insbesondere die irischen Zahlen hätten die Daten stark beeinflusst, da sie durch die Verrechnungspreispraktiken multinationaler Unternehmen verzerrt worden seien. Auch wenn das tatsächliche Ausmaß der Industrieschwäche durch die Industrieproduktionsdaten verschleiert werde, bleibe die Schwäche in der Eurozone bestehen, da acht weitere Länder der Eurozone einen Rückgang der Produktion verzeichnet hätten.
In den USA wachse der öffentliche Druck auf die FED, die Zinsen zeitnah zu senken. FED-Chef Jerome Powell betone, dass die US-Notenbank sich der sozialen Härten durch hohe Zinsen bewusst sei, eine Senkung jedoch von den Konjunkturdaten abhänge. Powell habe sich während einer Anhörung vor dem Bankenausschuss in Washington geäußert und betont, dass die FED bestrebt sei, diese Risiken zu vermeiden.
Am 20. März werde die Federal Reserve voraussichtlich im Rahmen ihres März-Meetings die Zinssätze vorerst unverändert lassen. Dennoch werde es interessant sein zu beobachten, ob die kürzlich veröffentlichten Inflationszahlen den geplanten Zeitplan für Zinssenkungen in diesem Jahr beeinflussen könnten. Im Februar-Meeting habe die FED prognostiziert, dass sie ab Juni mit drei Zinssenkungen rechne. Die HCOB Economics gehe davon aus, dass in diesem Jahr insgesamt drei Zinssenkungen erfolgen würden, die im Juni beginnen würden.
Datenseitig würden die Analysten in Deutschland einen Blick auf die ZEW-Konjunkturerwartungen werfen, die im Februar 2024 den siebten Monat in Folge auf +19,9 gestiegen seien und damit den höchsten Stand seit einem Jahr erreicht hätten. Im März werde erwartet, dass dieser Wert weiter ansteigen werde. Für die Wirtschaft Europas werde im März eine Standortbestimmung durch die Veröffentlichung der HCOB Flash PMIs (21.3.) erwartet. In den USA werde insbesondere die Entwicklung in der Industrie interessant sein.
Die Industrieproduktion (15.3.) in den Vereinigten Staaten sei im Januar 2024 gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,03 Prozent gestiegen. Für den Februar werde erwartet, dass die Produktion leicht ansteigen könnte. Außerdem stünden Daten zu den Immobilien in den USA an. Die Verkäufe bestehender Häuser seien im Januar 2024 im Vergleich zum Vormonat um 3,1% auf eine annualisierte Rate von 4 Millionen Einheiten, den höchsten Stand seit fünf Monaten gestiegen. Im Februar werde erwartet, dass die Verkäufe leicht zurückgehen dürften. (Ausgabe vom 14.03.2024) (15.03.2024/alc/a/a)
Die T-Notes hätten sich von frühen Verlusten erholt und seien auf über 4,15% auf aktuell 4,20% geklettert, während die Bunds bei etwa 2,37% nahezu unverändert geblieben seien. In den USA hätten zunächst die leicht gestiegene Arbeitslosenquote und das stagnierende Lohnwachstum im Februar für einen Anstieg der Renditen gesorgt. Der deutliche Anstieg sei dann durch die Februar-Inflation ausgelöst worden, die leicht über den Erwartungen gelegen habe.
Die Renditen der Bunds seien vor allem von Datenhighlights in den USA beeinflusst worden, während schwache Januar-Zahlen zur Industrieproduktion in der Eurozone die Renditen zum Absinken gebracht hätten. Die Finanzmärkte seien sich sicher, dass die erste Zinssenkung in der Eurozone erst im Juni erfolgen werde. Im Fall der FED, die kommende Woche tage, würden die Märkte zwischen Juni und Juli für die erste Zinssenkung schwanken. HCOB Economics bleibe bei der Prognose, dass sowohl in Frankfurt als auch in Washington im Juni jeweils die erste Zinssenkung anstehen dürfte.
In den USA bleibe der Arbeitsmarkt weiterhin robust, wobei im Februar 2024 275.000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden seien, was die Prognosen übertroffen habe. Dennoch seien Anleger besorgt über zwei Faktoren gewesen: Die überraschend gestiegene Arbeitslosenquote von 3,9% und das stagnierende Lohnwachstum im Februar. Die durchschnittlichen Stundenlöhne seien nur um 0,1% auf 34,57 US-Dollar gestiegen, was unter den Erwartungen gelegen habe.
Die Inflationsdaten hätten dann einen Schock gebracht, als im Februar eine unerwartete Zunahme verzeichnet worden sei. Ökonomen hätten erwartet, dass die Verbraucherpreise stabil bleiben würden. Stattdessen seien sie um 3,2% im Vergleich zum Vorjahr und um 0,4% im Monatsvergleich gestiegen. Die Kerninflationsrate habe bei 3,8% gelegen, ebenfalls höher als erwartet. Diese Entwicklung dämpfe die Spekulationen über Zinssenkungen.
Die Veröffentlichung der Industrieproduktionszahlen in der Eurozone habe schließlich zu einem Rückgang der Renditen geführt. Im Januar sei die Industrieproduktion im Vergleich zum Vormonat um 3,2% gesunken, was deutlich unter den Konsensprognosen gelegen habe. Insbesondere die irischen Zahlen hätten die Daten stark beeinflusst, da sie durch die Verrechnungspreispraktiken multinationaler Unternehmen verzerrt worden seien. Auch wenn das tatsächliche Ausmaß der Industrieschwäche durch die Industrieproduktionsdaten verschleiert werde, bleibe die Schwäche in der Eurozone bestehen, da acht weitere Länder der Eurozone einen Rückgang der Produktion verzeichnet hätten.
In den USA wachse der öffentliche Druck auf die FED, die Zinsen zeitnah zu senken. FED-Chef Jerome Powell betone, dass die US-Notenbank sich der sozialen Härten durch hohe Zinsen bewusst sei, eine Senkung jedoch von den Konjunkturdaten abhänge. Powell habe sich während einer Anhörung vor dem Bankenausschuss in Washington geäußert und betont, dass die FED bestrebt sei, diese Risiken zu vermeiden.
Am 20. März werde die Federal Reserve voraussichtlich im Rahmen ihres März-Meetings die Zinssätze vorerst unverändert lassen. Dennoch werde es interessant sein zu beobachten, ob die kürzlich veröffentlichten Inflationszahlen den geplanten Zeitplan für Zinssenkungen in diesem Jahr beeinflussen könnten. Im Februar-Meeting habe die FED prognostiziert, dass sie ab Juni mit drei Zinssenkungen rechne. Die HCOB Economics gehe davon aus, dass in diesem Jahr insgesamt drei Zinssenkungen erfolgen würden, die im Juni beginnen würden.
Datenseitig würden die Analysten in Deutschland einen Blick auf die ZEW-Konjunkturerwartungen werfen, die im Februar 2024 den siebten Monat in Folge auf +19,9 gestiegen seien und damit den höchsten Stand seit einem Jahr erreicht hätten. Im März werde erwartet, dass dieser Wert weiter ansteigen werde. Für die Wirtschaft Europas werde im März eine Standortbestimmung durch die Veröffentlichung der HCOB Flash PMIs (21.3.) erwartet. In den USA werde insbesondere die Entwicklung in der Industrie interessant sein.
Die Industrieproduktion (15.3.) in den Vereinigten Staaten sei im Januar 2024 gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,03 Prozent gestiegen. Für den Februar werde erwartet, dass die Produktion leicht ansteigen könnte. Außerdem stünden Daten zu den Immobilien in den USA an. Die Verkäufe bestehender Häuser seien im Januar 2024 im Vergleich zum Vormonat um 3,1% auf eine annualisierte Rate von 4 Millionen Einheiten, den höchsten Stand seit fünf Monaten gestiegen. Im Februar werde erwartet, dass die Verkäufe leicht zurückgehen dürften. (Ausgabe vom 14.03.2024) (15.03.2024/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


