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Rentenmärkte: Handelsstreit bleibt wichtigster Einflussfaktor


13.12.19 10:00
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der US-Rentenmarkt bewegte sich im November in einer vergleichsweise engen Handelsspanne seitwärts, so die Experten von Union Investment.

Von konjunktureller Seite habe es wenig Impulse gegeben, weil sich stützende und belastende Faktoren letztlich in etwa die Waage gehalten hätten. Auch vonseiten der US-Notenbank sei es ruhig geblieben. Ein größeres Thema sei erneut der Handelsstreit mit China gewesen. Beide Seiten hätten sich zuversichtlich geäußert, dass man demnächst eine Lösung finden würde. Dementsprechend hätten die Renditen zu Monatsbericht leicht angezogen. Zum Monatsende habe ein Gesetzentwurf vom US-Kongress jedoch wieder für Verunsicherung gesorgt. Sollte Peking die Menschenrechte in Hongkong nicht einhalten, würden die Amerikaner der Sonderverwaltungszone wichtige Handelsprivilegien entziehen. US-Präsident Trump sei wenig Spielraum geblieben, sodass er das Gesetz auch wenig später unterzeichnet habe. China reagiere ungehalten und habe mit neuen Sanktionen gedroht. Auf Indexebene (J.P. Morgan Global Bond US-Index) hätten US-Staatsanleihen im November 0,3 Prozent an Wert verloren.

Nach den beiden schwachen Vormonaten habe sich der negative Trend am Euro-Rentenmarkt auch im November fortgesetzt. Bessere Einkaufsmanagerindices hätten vor allem im Verarbeitenden Gewerbe Hoffnungen aufkommen lassen, die industrielle Rezession würde zu einem Ende finden. Darüber hinaus hätten sich auch einige politische Themen entspannt, die in den Vormonaten noch eine Belastung dargestellt hätten. Die als sicher geltenden Staatsanleihen seien weniger stark gefragt gewesen. In Summe hätten Euro-Staatsanleihen im Monatsvergleich, gemessen am iBoxx Sovereign Index, 0,9 Prozent an Wert verloren. Die zuletzt bessere Wertentwicklung von Anleihen aus den Peripherieländern sei diesmal nicht zu beobachten gewesen. In Italien hätten die Diskussionen über den Haushalt für das kommende Jahr angehalten. Die Regierungsparteien hätten weiterhin unterschiedliche Interessen.

Euro-Unternehmensanleihen hätten sich diesen negativen Vorgaben nicht gänzlich entziehen können. Die hohe Nachfrage aufgrund des Kaufprogramms der Europäischen Zentralbank habe die Verluste aber auf 0,2 Prozent begrenzt. Staatsanleihen aus den aufstrebenden Volkswirtschaften hätten ebenfalls leicht eingebüßt und 0,5 Prozent an Wert verloren. (Ausgabe vom 11.12.2019) (13.12.2019/alc/a/a)