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Rentenmärkte: Fragile Risk-on-Stimmung
07.02.20 08:30
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - An den Märkten herrschte zuletzt trotz Coronavirus wieder eine Risk-on-Stimmung, so Dr. Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt bei der Hamburg Commercial Bank.
Selbst in Asien seien die Aktienmärkte nach dem massiven Einbruch, den die chinesischen Börsen bei ihrer Wiedereröffnung nach dem Neujahrsfest erlebt hätten, wieder positiv gestimmt, teilweise basierend auf wohl unfundierten Gerüchten, es sei ein Gegenmittel gegen das Coronavirus gefunden worden. Außerdem habe die chinesische Notenbank Lockerungsmaßnahmen angekündigt und die chinesische Regierung habe bekannt gegeben, sie werde die Zölle auf "einige" Produkte aus den USA senken. Sei das Schlimmste in Sachen Coronavirus schon überstanden?
Da würden die Analysten der Hamburg Commercial Bank zur Vorsicht raten. Aber kurzfristig habe dieser Stimmungswandel dazu geführt, dass die Renditen nach einem tiefen Taucher wieder gestiegen seien und auch die Ölpreise würden sich wieder fangen. Letzteres sei insofern bemerkenswert, als chinesischen Ölunternehmen zufolge die Nachfrage nach Rohöl in China um rund 25% eingebrochen sein dürfte, was 3% der globalen Förderung entspreche.
Zur besseren Stimmung beigetragen hätten auch die ISM-Indices aus den USA, die sowohl für das Verarbeitende Gewerbe als auch den Dienstleistungssektor gestiegen seien. Zudem seien die Pendants aus China (Caixin PMI) nur relativ geringfügig zurückgegangen. In diese Umfrage dürften jedoch die Auswirkungen des Coronavirus nur in einem sehr geringen Maße eingeflossen sein. Auf der politischen Seite helfe es den Börsen sicherlich, dass das Impeachment-Verfahren gegen US-Präsident Donald Trump abgeschlossen worden sei und dieser Unruheherd insofern keine Rolle mehr spiele.
Die weitere Entwicklung beim Coronavirus werde die Märkte weiter beeinflussen. Zu achten sei insbesondere darauf, ob sich die Zahl der neuen Infektionen stabilisiere. Dazu gebe es tägliche Daten und am 05.02. seien 3.694 neue konfirmierte Fälle registriert worden, weniger als einen Tag zuvor (3.887). Sollte sich dies in den nächsten Tagen fortsetzen, würden die Märkte sicherlich positiv reagieren. Eine große Unbekannte sei jedoch die Frage, wie zuverlässig diese Daten tatsächlich seien. Viele Medien würden dazu tendieren, Gerüchte aufzugreifen, die die tatsächliche Zahl der Coronafälle höher ansetzen würden. Die chinesische Regierung könnte aber auch ein Interesse daran haben, das wahre Ausmaß der Krise "kontrolliert" zu veröffentlichen. Vor diesem Hintergrund werde die Unsicherheit über die Entwicklung dieser Pandemie zunächst noch hoch bleiben und das dürfte sich auch an den Märkten durch eine entsprechende Volatilität niederschlagen.
Derweil habe die EZB-Chefin vor den Risiken durch die Verbreitung des Coronavirus gewarnt. Ihr Chefvolkswirt Philip Lane sei hingegen mit den eher beruhigenden Worten zitiert worden: "Normalerweise dauert so etwas nicht ewig. Wenn es vorbei ist, erholen sich die Märkte und die Wirtschaft."
Wie resilient die Konjunktur gegen externe Schocks sei, dürften die Marktteilnehmer versuchen aus den heutigen US-Arbeitsmarktdaten (07.02.) abzuleiten. Erwartet werde ein Beschäftigungszuwachs von 160.000 Personen. Die Arbeitslosenrate sollte bei 3,5% bleiben. Am 14.02. würden in den USA die Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktionszahlen für Aufmerksamkeit sorgen. Weiter werde man auf die Exporte Chinas schauen (07.02.). Hier könnten sich bereits Spuren der Corona-Krise ablesen lassen, da am 23. Januar die Transportwege in Hubei abgeriegelt worden seien. Nach den medial gescheiterten Vorwahlen in Iowa stünden am 11.02. in New Hampshire weitere Vorwahlen an, bei denen sich möglicherweise schon herauskristallisiere, ob sich die beiden Gewinner der Iowa-Wahl, Pete Buttigieg (marktpositiv) und Bernie Sanders (marktnegativ), auch hier durchsetzen könnten. Am 11.02. sei im Iran schließlich der Jahrestag der Revolution, weswegen manche Beobachter mutmaßen würden, es könne an diesem oder einem der folgenden Tage wieder zu Anschlägen gegen amerikanische Einrichtungen kommen. (Ausgabe vom 06.02.2020) (07.02.2020/alc/a/a)
Selbst in Asien seien die Aktienmärkte nach dem massiven Einbruch, den die chinesischen Börsen bei ihrer Wiedereröffnung nach dem Neujahrsfest erlebt hätten, wieder positiv gestimmt, teilweise basierend auf wohl unfundierten Gerüchten, es sei ein Gegenmittel gegen das Coronavirus gefunden worden. Außerdem habe die chinesische Notenbank Lockerungsmaßnahmen angekündigt und die chinesische Regierung habe bekannt gegeben, sie werde die Zölle auf "einige" Produkte aus den USA senken. Sei das Schlimmste in Sachen Coronavirus schon überstanden?
Da würden die Analysten der Hamburg Commercial Bank zur Vorsicht raten. Aber kurzfristig habe dieser Stimmungswandel dazu geführt, dass die Renditen nach einem tiefen Taucher wieder gestiegen seien und auch die Ölpreise würden sich wieder fangen. Letzteres sei insofern bemerkenswert, als chinesischen Ölunternehmen zufolge die Nachfrage nach Rohöl in China um rund 25% eingebrochen sein dürfte, was 3% der globalen Förderung entspreche.
Die weitere Entwicklung beim Coronavirus werde die Märkte weiter beeinflussen. Zu achten sei insbesondere darauf, ob sich die Zahl der neuen Infektionen stabilisiere. Dazu gebe es tägliche Daten und am 05.02. seien 3.694 neue konfirmierte Fälle registriert worden, weniger als einen Tag zuvor (3.887). Sollte sich dies in den nächsten Tagen fortsetzen, würden die Märkte sicherlich positiv reagieren. Eine große Unbekannte sei jedoch die Frage, wie zuverlässig diese Daten tatsächlich seien. Viele Medien würden dazu tendieren, Gerüchte aufzugreifen, die die tatsächliche Zahl der Coronafälle höher ansetzen würden. Die chinesische Regierung könnte aber auch ein Interesse daran haben, das wahre Ausmaß der Krise "kontrolliert" zu veröffentlichen. Vor diesem Hintergrund werde die Unsicherheit über die Entwicklung dieser Pandemie zunächst noch hoch bleiben und das dürfte sich auch an den Märkten durch eine entsprechende Volatilität niederschlagen.
Derweil habe die EZB-Chefin vor den Risiken durch die Verbreitung des Coronavirus gewarnt. Ihr Chefvolkswirt Philip Lane sei hingegen mit den eher beruhigenden Worten zitiert worden: "Normalerweise dauert so etwas nicht ewig. Wenn es vorbei ist, erholen sich die Märkte und die Wirtschaft."
Wie resilient die Konjunktur gegen externe Schocks sei, dürften die Marktteilnehmer versuchen aus den heutigen US-Arbeitsmarktdaten (07.02.) abzuleiten. Erwartet werde ein Beschäftigungszuwachs von 160.000 Personen. Die Arbeitslosenrate sollte bei 3,5% bleiben. Am 14.02. würden in den USA die Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktionszahlen für Aufmerksamkeit sorgen. Weiter werde man auf die Exporte Chinas schauen (07.02.). Hier könnten sich bereits Spuren der Corona-Krise ablesen lassen, da am 23. Januar die Transportwege in Hubei abgeriegelt worden seien. Nach den medial gescheiterten Vorwahlen in Iowa stünden am 11.02. in New Hampshire weitere Vorwahlen an, bei denen sich möglicherweise schon herauskristallisiere, ob sich die beiden Gewinner der Iowa-Wahl, Pete Buttigieg (marktpositiv) und Bernie Sanders (marktnegativ), auch hier durchsetzen könnten. Am 11.02. sei im Iran schließlich der Jahrestag der Revolution, weswegen manche Beobachter mutmaßen würden, es könne an diesem oder einem der folgenden Tage wieder zu Anschlägen gegen amerikanische Einrichtungen kommen. (Ausgabe vom 06.02.2020) (07.02.2020/alc/a/a)


