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Rentenmärkte: FED mit dritter Zinssenkung, EZB startet neue Wertpapierkäufe
30.10.19 15:30
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Im Vergleich zur Vorwoche sind die Renditen von Treasuries und Bundesanleihen weiter gestiegen, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG.
So würden zehnjährige Treasuries bei über 1,80% notieren, Bundesanleihen gleicher Laufzeit bei rund -0,35%. Damit setze sich der Renditeanstieg bei den Treasuries seit Anfang Oktober fort, bei den Bundesanleihen sogar seit Ende August, als sie Tiefststände bei unter -0,70% erreicht hätten. Ausschlaggebend für die zuletzt gestiegenen Renditen dürfte die Erleichterung an den Finanzmärkten darüber gewesen sein, dass es Ende Oktober mit der Verlängerung der Austrittsfrist bis Ende Januar 2020 keinen No-Deal-Brexit für das Vereinigte Königreich geben werde. Dazu komme, dass die Marktteilnehmer darauf hoffen würden, dass es schon bald zu einer Teileinigung zwischen den USA und China im Handelskonflikt kommen könnte.
Am 30.10.2019 tage die FED. Die Analysten würden damit rechnen, dass die Notenbank die Bandbreite für die FED Funds Rate erneut um 25 BP auf dann 1,50 bis 1,75% senken dürfte. Das wäre der dritte Zinsschritt und nach Erachten der Analysten auch der letzte in diesem Jahr. Für die Märkte sei die Reduzierung des Leitzinses ein "done deal", d.h. die Markterwartungen lägen bei annähernd 100%-Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen tatsächlich auf der Zinssitzung am 30.10.2019 reduziert würden.
Interessant dürfte aber die weitere Kommunikation der FED werden. Bislang habe sie nicht angekündigt, dass man am Beginn einer ganzen Reihe von Zinssenkungen stehe. Nach Meinung der Analysten könnte die Notenbank dies nun signalisieren: Für das kommende Jahr würden sie angesichts einer wahrscheinlich milden Rezession in der ersten Jahreshälfte drei weitere Zinssenkungen um jeweils 25 BP erwarten. Am Jahresende 2020 sollte die Jahresrate für die FED Funds Rate daher bei 0,75 bis 1,00% liegen.
In den nächsten Tagen stehe die Veröffentlichung einer ganzen Reihe von wichtigen Konjunkturdaten an. So würden in der Eurozone die BIP-Zahlen für das dritte Quartal bekannt gegeben. Dabei werde eine Stagnation gegenüber dem Vorquartal erwartet. Am 30.10.2019 sei Frankreich mit einem schon gemeldeten Plus von 0,3% QoQ gestartet und Belgien veröffentliche noch seine Zahlen, am 31.10.2019 würden Spanien, Italien und die Eurozone insgesamt folgen. Deutschland stelle sein Ergebnis am 14.11. vor - hier werde mit einem erneut rückläufigen BIP im dritten Quartal gerechnet. Damit wäre Deutschland in einer technischen Rezession (Minus in Q2).
Ebenso würden die BIP-Zahlen aus den USA für Juli bis September am 30.10.2019 kommen. Der Konsens liege bei einem Wachstum des BIP von 1,6% gegenüber Vorquartal (annualisiert). Damit würde sich die Konjunkturdynamik im Vergleich zum zweiten Quartal (2%) etwas abschwächen. Ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum würden die Analysten auch im vierten Quartal erwarten, bevor dann in der ersten Jahreshälfte 2020 das BIP sogar rückläufig sein könnte, denn die Stimulierungsmaßnahmen (Steuerreform) der US-Regierung würden auslaufen und der Handelskonflikt mache sich immer stärker konjunkturell bemerkbar.
Am Freitag (01.11.) werde noch der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober veröffentlicht. Es werde von einem Stellenaufbau außerhalb der Landwirtschaft von 85 Tsd. ausgegangen, im Vergleich zu einem Plus von 136 Tsd. im September. Ein Blick auf die vergangenen Monate zeige, dass sich die Dynamik des Stellenaufbaus verlangsamt habe - neben den sich etwas weniger dynamisch entwickelnden Konjunkturindikatoren ein weiteres Signal für eine Abschwächung der Konjunktur.
Ab dem 01.11. würden die neuen Nettowertpapierkäufe der EZB starten. Diese hätten ein monatliches Volumen von 20 Mrd. Euro und würden erst einmal unbegrenzt laufen, denn ihr Ende sei an eine erste Anhebung des Leitzinses geknüpft, die derzeit nicht absehbar sei. Die Ankäufe würden die Assetklassen aus dem ersten Ankaufprogramm umfassen, d.h. Covered Bonds, Unternehmensanleihen, ABS und Staatsanleihen. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass die EZB zu einem späteren Zeitpunkt beschließe, noch andere Assetklassen, wie zum Beispiel Aktien, in das Ankaufprogramm mit hinzuzunehmen.
Auf ihrer Zinssitzung am 24.10. habe die EZB keine neuen Beschlüsse bekannt gegeben. Es sei Mario Draghis letzte Zinssitzung gewesen, denn seine Amtszeit ende am 31.10. Seine Nachfolgerin Christine Lagarde, die ehemalige IWF-Chefin, übernehme seinen Posten am 01.11. Darüber hinaus habe sich die Notenbank auf der Zinssitzung nicht zu ihrer weiteren geldpolitischen Ausrichtung geäußert. Draghi habe sich vergleichsweise zurückhaltend gegeben und nicht erneut die Handlungsbereitschaft der Notenbank betont. Jetzt liege es an Christine Lagarde, den über den weiteren geldpolitischen Kurs gespaltenen EZB-Rat, wieder zu einen. (30.10.2019/alc/a/a)
So würden zehnjährige Treasuries bei über 1,80% notieren, Bundesanleihen gleicher Laufzeit bei rund -0,35%. Damit setze sich der Renditeanstieg bei den Treasuries seit Anfang Oktober fort, bei den Bundesanleihen sogar seit Ende August, als sie Tiefststände bei unter -0,70% erreicht hätten. Ausschlaggebend für die zuletzt gestiegenen Renditen dürfte die Erleichterung an den Finanzmärkten darüber gewesen sein, dass es Ende Oktober mit der Verlängerung der Austrittsfrist bis Ende Januar 2020 keinen No-Deal-Brexit für das Vereinigte Königreich geben werde. Dazu komme, dass die Marktteilnehmer darauf hoffen würden, dass es schon bald zu einer Teileinigung zwischen den USA und China im Handelskonflikt kommen könnte.
Am 30.10.2019 tage die FED. Die Analysten würden damit rechnen, dass die Notenbank die Bandbreite für die FED Funds Rate erneut um 25 BP auf dann 1,50 bis 1,75% senken dürfte. Das wäre der dritte Zinsschritt und nach Erachten der Analysten auch der letzte in diesem Jahr. Für die Märkte sei die Reduzierung des Leitzinses ein "done deal", d.h. die Markterwartungen lägen bei annähernd 100%-Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen tatsächlich auf der Zinssitzung am 30.10.2019 reduziert würden.
Interessant dürfte aber die weitere Kommunikation der FED werden. Bislang habe sie nicht angekündigt, dass man am Beginn einer ganzen Reihe von Zinssenkungen stehe. Nach Meinung der Analysten könnte die Notenbank dies nun signalisieren: Für das kommende Jahr würden sie angesichts einer wahrscheinlich milden Rezession in der ersten Jahreshälfte drei weitere Zinssenkungen um jeweils 25 BP erwarten. Am Jahresende 2020 sollte die Jahresrate für die FED Funds Rate daher bei 0,75 bis 1,00% liegen.
Ebenso würden die BIP-Zahlen aus den USA für Juli bis September am 30.10.2019 kommen. Der Konsens liege bei einem Wachstum des BIP von 1,6% gegenüber Vorquartal (annualisiert). Damit würde sich die Konjunkturdynamik im Vergleich zum zweiten Quartal (2%) etwas abschwächen. Ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum würden die Analysten auch im vierten Quartal erwarten, bevor dann in der ersten Jahreshälfte 2020 das BIP sogar rückläufig sein könnte, denn die Stimulierungsmaßnahmen (Steuerreform) der US-Regierung würden auslaufen und der Handelskonflikt mache sich immer stärker konjunkturell bemerkbar.
Am Freitag (01.11.) werde noch der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober veröffentlicht. Es werde von einem Stellenaufbau außerhalb der Landwirtschaft von 85 Tsd. ausgegangen, im Vergleich zu einem Plus von 136 Tsd. im September. Ein Blick auf die vergangenen Monate zeige, dass sich die Dynamik des Stellenaufbaus verlangsamt habe - neben den sich etwas weniger dynamisch entwickelnden Konjunkturindikatoren ein weiteres Signal für eine Abschwächung der Konjunktur.
Ab dem 01.11. würden die neuen Nettowertpapierkäufe der EZB starten. Diese hätten ein monatliches Volumen von 20 Mrd. Euro und würden erst einmal unbegrenzt laufen, denn ihr Ende sei an eine erste Anhebung des Leitzinses geknüpft, die derzeit nicht absehbar sei. Die Ankäufe würden die Assetklassen aus dem ersten Ankaufprogramm umfassen, d.h. Covered Bonds, Unternehmensanleihen, ABS und Staatsanleihen. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass die EZB zu einem späteren Zeitpunkt beschließe, noch andere Assetklassen, wie zum Beispiel Aktien, in das Ankaufprogramm mit hinzuzunehmen.
Auf ihrer Zinssitzung am 24.10. habe die EZB keine neuen Beschlüsse bekannt gegeben. Es sei Mario Draghis letzte Zinssitzung gewesen, denn seine Amtszeit ende am 31.10. Seine Nachfolgerin Christine Lagarde, die ehemalige IWF-Chefin, übernehme seinen Posten am 01.11. Darüber hinaus habe sich die Notenbank auf der Zinssitzung nicht zu ihrer weiteren geldpolitischen Ausrichtung geäußert. Draghi habe sich vergleichsweise zurückhaltend gegeben und nicht erneut die Handlungsbereitschaft der Notenbank betont. Jetzt liege es an Christine Lagarde, den über den weiteren geldpolitischen Kurs gespaltenen EZB-Rat, wieder zu einen. (30.10.2019/alc/a/a)


