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Rentenmärkte: Delta-Variante könnte dem Optimismus in die Quere kommen
25.06.21 10:15
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Überaus freundliche PMI-Indices für die Eurozone und ein kräftiger Anstieg des deutschen ifo-Index haben zuletzt die Bund-Renditen kaum beflügeln können, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG.
Im Vorwochenvergleich lägen die zehnjährigen Bund-Renditen dennoch mit -0,17% etwas höher. Die Pendants aus den USA würden mit 1,50% fast unverändert gegenüber der Vorwoche rentieren, nachdem sie zu Wochenbeginn kurzzeitig unter die Marke von 1,40% eingebrochen seien. Hier hätten sich offensichtlich Befürchtungen breitgemacht, frühzeitige Zinserhöhungen von Seiten der FED könnten der Konjunktur schaden.
FED-Präsident Jerome Powell habe am 23. Juni 2021 indes versucht, diesen Spekulationen den Wind aus den Segeln zu nehmen, in dem er bei seiner Anhörung vor dem Kongress wiederholt habe, dass die FED keinesfalls an frühzeitige Zinserhöhungen denke. In der Tat sei 2023, das Jahr, in dem eine Mehrheit der FED-Mitglieder erste Zinserhöhungen für angemessen halte, noch relativ weit weg.
Bis dahin könne ohnehin noch viel Unvorhergesehenes passieren, beispielsweise an der Coronafront. Derzeit sorge die Delta-Variante des Coronavirus für beunruhigende Schlagzeilen. Israel, das impfmäßig im internationalen Vergleich ganz weit vorne liege, habe jetzt das Einreiseverbot für Ausländer erneuert, weil sich die Deltavariante in Israel ausbreite. In Chile, das ähnlich viele Menschen geimpft habe wie Israel, sei die Hauptstadt Santiago in den Shutdown geschickt worden. Dort sei vorwiegend mit dem Impfstoff Sinovac geimpft worden, der sich möglicherweise als wenig wirksam erweise. Das sei auch für China ein Problem.
In Lissabon habe die Regierung die Abriegelung der Stadt verfügt. In Großbritannien sei die Siebentagesinzidenz auf 105 gestiegen. Auch wenn bei uns dieser Wert bei erfreulichen 7 liegt, kann die Entwicklung der Delta-Variante die Weltwirtschaft und damit auch die deutsche Konjunktur in Mitleidenschaft ziehen, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG. An den Finanzmärkten werde dieses Szenario noch nicht gespielt.
Von der Runde der Strategiegespräche der EZB vom Wochenende sei durchgedrungen, dass künftig die Häuserpreise in der Inflationsmessung berücksichtigt werden sollten. In den USA geschehe dies dadurch, dass man unterstelle, jeder private Haushalt würde Miete zahlen, und daher habe die Komponente "home owners equivalent rent" im Warenkorb ein Gewicht von knapp einem Viertel. Wie genau die Methodenänderung in der Eurozone aussehen und bis wann sie umgesetzt sein werde, sei noch nicht klar. Potenziell könne diese Änderung aber einen signifikanten Effekt auf die Messergebnisse der Gesamtinflation haben.
In der kommenden Woche sei auf die OPEC-Sitzung zu achten (1. Juli), nachdem die Ölpreise in den letzten Wochen kräftig gestiegen seien. Man erwarte anscheinend weiterhin eine nur eine relativ vorsichtige Lockerung des Kürzungspfads und setze gleichzeitig auf eine Fortsetzung der weltweiten Konjunkturerholung. Am gleichen Tag feiere China den 100. Geburtstag der Kommunistischen Partei.
Außerdem warte eine ganze Reihe an Konjunkturdaten auf die Investoren. Am 25. Juni werde der GfK Konsumentenvertrauensindex aus Deutschland veröffentlicht (bislang immer noch sehr schwach bei -7) und in der kommenden Woche stünden in den USA der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe (01.07.) sowie der US-Arbeitsmarktbericht (03.07.) auf der Agenda. Vor allem Letzterer diene dazu, genauere Erwartungen über den Zinspfad der FED herzuleiten. (Ausgabe vom 24.06.2021) (25.06.2021/alc/a/a)
Im Vorwochenvergleich lägen die zehnjährigen Bund-Renditen dennoch mit -0,17% etwas höher. Die Pendants aus den USA würden mit 1,50% fast unverändert gegenüber der Vorwoche rentieren, nachdem sie zu Wochenbeginn kurzzeitig unter die Marke von 1,40% eingebrochen seien. Hier hätten sich offensichtlich Befürchtungen breitgemacht, frühzeitige Zinserhöhungen von Seiten der FED könnten der Konjunktur schaden.
FED-Präsident Jerome Powell habe am 23. Juni 2021 indes versucht, diesen Spekulationen den Wind aus den Segeln zu nehmen, in dem er bei seiner Anhörung vor dem Kongress wiederholt habe, dass die FED keinesfalls an frühzeitige Zinserhöhungen denke. In der Tat sei 2023, das Jahr, in dem eine Mehrheit der FED-Mitglieder erste Zinserhöhungen für angemessen halte, noch relativ weit weg.
In Lissabon habe die Regierung die Abriegelung der Stadt verfügt. In Großbritannien sei die Siebentagesinzidenz auf 105 gestiegen. Auch wenn bei uns dieser Wert bei erfreulichen 7 liegt, kann die Entwicklung der Delta-Variante die Weltwirtschaft und damit auch die deutsche Konjunktur in Mitleidenschaft ziehen, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG. An den Finanzmärkten werde dieses Szenario noch nicht gespielt.
Von der Runde der Strategiegespräche der EZB vom Wochenende sei durchgedrungen, dass künftig die Häuserpreise in der Inflationsmessung berücksichtigt werden sollten. In den USA geschehe dies dadurch, dass man unterstelle, jeder private Haushalt würde Miete zahlen, und daher habe die Komponente "home owners equivalent rent" im Warenkorb ein Gewicht von knapp einem Viertel. Wie genau die Methodenänderung in der Eurozone aussehen und bis wann sie umgesetzt sein werde, sei noch nicht klar. Potenziell könne diese Änderung aber einen signifikanten Effekt auf die Messergebnisse der Gesamtinflation haben.
In der kommenden Woche sei auf die OPEC-Sitzung zu achten (1. Juli), nachdem die Ölpreise in den letzten Wochen kräftig gestiegen seien. Man erwarte anscheinend weiterhin eine nur eine relativ vorsichtige Lockerung des Kürzungspfads und setze gleichzeitig auf eine Fortsetzung der weltweiten Konjunkturerholung. Am gleichen Tag feiere China den 100. Geburtstag der Kommunistischen Partei.
Außerdem warte eine ganze Reihe an Konjunkturdaten auf die Investoren. Am 25. Juni werde der GfK Konsumentenvertrauensindex aus Deutschland veröffentlicht (bislang immer noch sehr schwach bei -7) und in der kommenden Woche stünden in den USA der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe (01.07.) sowie der US-Arbeitsmarktbericht (03.07.) auf der Agenda. Vor allem Letzterer diene dazu, genauere Erwartungen über den Zinspfad der FED herzuleiten. (Ausgabe vom 24.06.2021) (25.06.2021/alc/a/a)


