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Rentenmärkte: Aktien und Renditen steigen
29.04.21 17:30
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die Renditen der Staatsanleihen sind in den letzten Tagen wieder etwas deutlicher gestiegen, parallel zu der sehr freundlichen Entwicklung der Aktienmärkte, die wiederum von der gut verlaufenden Berichtssaison profitieren, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG.
Die zehnjährigen Bund-Renditen lägen derzeit bei -0,22%, das sei der höchste Wert seit Januar 2019. Die entsprechenden T-Notes würden bei 1,63% rentieren. Die allgemein zu spürende Konjunkturzuversicht sei nicht nur von US-Präsident Joe Biden bei seiner Rede vor dem Kongress (28.04.) deutlich geworden, sondern auch in der Form steigender Ölpreise und vor allem der Kupferpreise. Letztere hätten den höchsten Wert seit 2011 erreicht, als das rote Metall sein Allzeithoch erreicht habe (Historie seit 1957).
Grundsätzlich seien die letzten von den Märkten am stärksten beachteten Nachrichten aus den USA gekommen, und zwar in der Form der FED-Sitzung und der Rede von Joe Biden vor dem Kongress.
Die gestrige FED-Sitzung habe wenig Neues ergeben. Die US-Notenbank halte an ihrem Anleiheankaufprogramm von 120 Mrd. US-Dollar pro Monat fest. Man sei noch weit entfernt davon, eine Reduktion der Ankäufe anzukündigen und würde es nur mit sehr viel zeitlichen Vorlauf tun. FED-Präsident Jerome Powell habe erneut darauf hingewiesen, dass die Zahl der Beschäftigten immer noch 8,4 Millionen niedriger liege als vor dem Ausbruch der Coronakrise; außerdem sei der Inflationsanstieg nur temporär. Mit beiden Punkten habe Powell unterstrichen, dass die FED noch lange an der expansiven Geldpolitik festhalten wolle. Die FED-Mitglieder würden mehrheitlich einen ersten Zinsschritt erst in 2024 für angemessen halten, während am Markt bereits 2022 ein erster Zinsschritt für möglich gehalten werde.
Bei der Rede des US-Präsidenten vor dem Kongress sei vor allem die Ankündigung neu gewesen, dass die Regierung jetzt auch ein 1,8 Billionen Sozialprogramm anstrebe, den American Families Plan, der unter anderem die Verlängerung der höheren Steuerfreibeträge für Kinder und den Wegfall von Schulgeld vorsehe. Umstritten sei vor allem die Gegenfinanzierung mit Hilfe einer stärkeren Besteuerung der höheren Einkommensbezieher und von Unternehmen. So sollten beispielsweise Kapitalgewinne von derzeit pauschal 20% mit dem ebenfalls zu erhöhenden Spitzeneinkommenssteuersatz von fast 40% besteuert werden.
Menschen mit einem Einkommen von unter 400.000 US-Dollar sollten aber nicht stärker belastet werden. Es dürfte kompliziert werden, diese Pläne durch den Kongress zu bekommen, zumal auch einige Demokraten von den Plänen nicht überzeugt seien. Bedenken müsse man darüber hinaus, dass Biden noch politisches Kapital benötige, um sein Infrastrukturprogramm im Volumen von 2,3 Billionen US-Dollar durchzusetzen. Biden habe auf jeden Fall gesagt: "America ist ready for a takeoff" und habe durchaus Optimismus verbreitet.
Dieser Optimismus könnte in den nächsten Tagen und Wochen in Frage gestellt werden, wenn sich die Corona-Lage in Indien weiter zuspitze. Die Weltwirtschaft sei insgesamt durch das Drama in Indien größeren Risiken ausgesetzt.
In den kommenden Tagen sei auf die Regionalwahl in Schottland zu achten. Am Ergebnis werde man ablesen können, ob die Unabhängigkeitsbewegung durch den Brexit Aufwind erhalten habe und Großbritannien auf größere Schwierigkeiten zusteuere. Der 1. Mai sei in Berlin häufig mit gewalttägigen Protesten verbunden, die in diesem Jahr im Zusammenhang mit den Coronaprotesten möglicherweise noch ausgeprägter ausfallen könnten.
Datenseitig sei morgen (30.04.) auf das deutsche BIP für das erste Quartal zu achten. Es dürfte geschrumpft sein, anders als das heute zu veröffentlichende US-BIP. Außerdem würden die PMI für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor in China veröffentlicht (CFLP). Beide Indices seien zuletzt wieder gestiegen. Am Montag (03.05.) würden die PMI für die Eurozone und der ISM für die USA (jeweils das Verarbeitende Gewerbe) folgen. Die Indices für den Dienstleistungssektor stünden am 05.05. auf der Agenda. Interessant werde noch der PMI für das Baugewerbe in Deutschland am 6. Mai. Im ersten Quartal seien die Bauleistungen geschrumpft, unter anderem wetterbedingt. Erwartet werde allgemein eine Erholung im zweiten Quartal. Achten sollte man außerdem noch auf die Auftragseingänge (06.05.) und die Industrieproduktion (07.05.), beides für Deutschland. (29.04.2021/alc/a/a)
Die zehnjährigen Bund-Renditen lägen derzeit bei -0,22%, das sei der höchste Wert seit Januar 2019. Die entsprechenden T-Notes würden bei 1,63% rentieren. Die allgemein zu spürende Konjunkturzuversicht sei nicht nur von US-Präsident Joe Biden bei seiner Rede vor dem Kongress (28.04.) deutlich geworden, sondern auch in der Form steigender Ölpreise und vor allem der Kupferpreise. Letztere hätten den höchsten Wert seit 2011 erreicht, als das rote Metall sein Allzeithoch erreicht habe (Historie seit 1957).
Grundsätzlich seien die letzten von den Märkten am stärksten beachteten Nachrichten aus den USA gekommen, und zwar in der Form der FED-Sitzung und der Rede von Joe Biden vor dem Kongress.
Die gestrige FED-Sitzung habe wenig Neues ergeben. Die US-Notenbank halte an ihrem Anleiheankaufprogramm von 120 Mrd. US-Dollar pro Monat fest. Man sei noch weit entfernt davon, eine Reduktion der Ankäufe anzukündigen und würde es nur mit sehr viel zeitlichen Vorlauf tun. FED-Präsident Jerome Powell habe erneut darauf hingewiesen, dass die Zahl der Beschäftigten immer noch 8,4 Millionen niedriger liege als vor dem Ausbruch der Coronakrise; außerdem sei der Inflationsanstieg nur temporär. Mit beiden Punkten habe Powell unterstrichen, dass die FED noch lange an der expansiven Geldpolitik festhalten wolle. Die FED-Mitglieder würden mehrheitlich einen ersten Zinsschritt erst in 2024 für angemessen halten, während am Markt bereits 2022 ein erster Zinsschritt für möglich gehalten werde.
Menschen mit einem Einkommen von unter 400.000 US-Dollar sollten aber nicht stärker belastet werden. Es dürfte kompliziert werden, diese Pläne durch den Kongress zu bekommen, zumal auch einige Demokraten von den Plänen nicht überzeugt seien. Bedenken müsse man darüber hinaus, dass Biden noch politisches Kapital benötige, um sein Infrastrukturprogramm im Volumen von 2,3 Billionen US-Dollar durchzusetzen. Biden habe auf jeden Fall gesagt: "America ist ready for a takeoff" und habe durchaus Optimismus verbreitet.
Dieser Optimismus könnte in den nächsten Tagen und Wochen in Frage gestellt werden, wenn sich die Corona-Lage in Indien weiter zuspitze. Die Weltwirtschaft sei insgesamt durch das Drama in Indien größeren Risiken ausgesetzt.
In den kommenden Tagen sei auf die Regionalwahl in Schottland zu achten. Am Ergebnis werde man ablesen können, ob die Unabhängigkeitsbewegung durch den Brexit Aufwind erhalten habe und Großbritannien auf größere Schwierigkeiten zusteuere. Der 1. Mai sei in Berlin häufig mit gewalttägigen Protesten verbunden, die in diesem Jahr im Zusammenhang mit den Coronaprotesten möglicherweise noch ausgeprägter ausfallen könnten.
Datenseitig sei morgen (30.04.) auf das deutsche BIP für das erste Quartal zu achten. Es dürfte geschrumpft sein, anders als das heute zu veröffentlichende US-BIP. Außerdem würden die PMI für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor in China veröffentlicht (CFLP). Beide Indices seien zuletzt wieder gestiegen. Am Montag (03.05.) würden die PMI für die Eurozone und der ISM für die USA (jeweils das Verarbeitende Gewerbe) folgen. Die Indices für den Dienstleistungssektor stünden am 05.05. auf der Agenda. Interessant werde noch der PMI für das Baugewerbe in Deutschland am 6. Mai. Im ersten Quartal seien die Bauleistungen geschrumpft, unter anderem wetterbedingt. Erwartet werde allgemein eine Erholung im zweiten Quartal. Achten sollte man außerdem noch auf die Auftragseingänge (06.05.) und die Industrieproduktion (07.05.), beides für Deutschland. (29.04.2021/alc/a/a)


