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Rentenmärkte 2014: Makroentwicklung ist das beherrschende Thema
04.12.13 16:40
AXA Investment Managers
Köln (www.anleihencheck.de) - Die Anleiherenditen der Kernländer bewegen sich momentan auf einem Niveau, das den diesjährigen Höchstständen entspricht, so Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers.
Dies spiegele den wachsenden weltwirtschaftlichen Optimismus sowie die zunehmende Ungewissheit im Hinblick auf die US-Geldpolitik wider. An den Weltmärkten drehe sich momentan alles um die Frage, wohin die Zinsen zukünftig tendieren würden. Sollten die Zinsen weiter steigen, würde dies alle Anlageklassen belasten.
Sich verbessernde weltwirtschaftliche Aussichten sowie die Ungewissheit im Hinblick auf die weitere Geldpolitik der USA hätten dazu geführt, dass die Anleiherenditen der Kernländer seit Anfang 2013 um rund 100 Basispunkte angestiegen seien. Das sei auch bei den Indices für UK Gilts und Bundesanleihen der Fall gewesen. In den entwickelten Märkten hätten sich die Credit-Spreads der Investment-Grade- und High-Yield-Segmente generell verengt. Innerhalb des Investment-Grade-Segments hätten Nachranganleihen weiterhin die höchsten Gesamterträge abgeworfen. Sofern bis Jahresende keine wesentlichen Änderungen eintreten würden, dürften Staatsanleihen der Kernländer etwas höher rentieren, während die Renditen auf Spread-Produkte im Wesentlichen unverändert bleiben (Investment-Grade) oder fallen (Staatsanleihen aus EWU-Randstaaten sowie High Yields) sollten.
Der Aufschwung habe sich etwas beschleunigt, die systemischen Risiken seien gesunken und dennoch würden die Zentralbanken eine weitere Lockerung in Betracht ziehen und mit Nachdruck unterstreichen, dass mit einer strafferen Geldpolitik vorerst nicht zu rechnen sei. Diese Themen würden sich auch im kommenden Jahr fortsetzen.
Die Bank of England (BoE) werde voraussichtlich als erste Zentralbank die Zinsen wieder anheben. Gründe seien der mögliche Rückgang der Arbeitslosenrate auf unter 7 Prozent, die Aussicht auf eine beschleunigte Inflationsentwicklung in Großbritannien und der sich abzeichnende Wohnimmobilienboom samt der damit verbundenen politischen Probleme.
Anders sehe es in den USA aus: Hier bestehe nur eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank den Leitzins anhebe. Die Unsicherheiten im Hinblick auf die weitere Entwicklung in den USA würden aus den Schwierigkeiten der FED rühren, den Markt davon zu überzeugen, dass "Tapering" nicht gleich "Tightening" sei. Ein Ende des QE bei gleichzeitig höherem Gewicht auf die Forward Guidance könnte den Verlauf der Treasury-Renditekurve auf ungewöhnliche Weise beeinflussen. Während das kurze Ende der Kurve stabil bleiben würde, falls der Markt der Forward Guidance Glauben schenke, würde ein Ende der QE die Renditen am langen Ende in die Höhe treiben. Doch das wäre das Gegenteil dessen, was "Operation Twist" eigentlich bezweckt habe, nämlich eine Verflachung der Renditestrukturkurve. Der Spread zwischen zwei- und zehnjährigen Laufzeitbändern könnte sich vor diesem Hintergrund durchaus auf 300 Basispunkte ausweiten.
In Europa liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung in 2014 bei null, die einer weiteren - eher symbolischen - Senkung hingegen bei 70 Prozent. Der Makro-Hintergrund in Europa ist weiterhin schwach. So lag der Flash PMI (Purchasing Managers' Index) im November bei nur 51,5 für das verarbeitende Gewerbe und bei 50,9 für den Dienstleistungssektor und damit etwas unter dem Stand von Oktober. Zudem ist die Inflation niedrig und weiter rückläufig. Der Euro ist dank hohem Leistungsbilanzüberschuss in der EWU und kräftigen Kapitalzuflüssen gegenüber anderen Währungen stark.
Sofern die Zentralbanken weiterhin betonen würden, dass die Zinsen niedrig bleiben müssten, könnte diese Sichtweise durch ihre eigenen Inflationserwartungen sowie die kurzfristige Inflationsentwicklung bedingt sein. Damit die Schuldenquoten nachhaltig gesenkt werden könnten, müsse die Vermeidung einer disinflationären Spirale jedoch Bestandteil der Erholung von der Schuldenkrise der letzten Jahre sein. Einige Mitglieder des Offenmarktausschusses der FED hätten vorgeschlagen, eine Untergrenze für die Teuerungsrate in den USA festzuschreiben, sodass sich das QE bzw. die Zinspolitik daran zu orientieren hätten.
Die Bank of Japan (BoJ) sei fest entschlossen, die Inflationsrate in Japan zu erhöhen. In letzter Zeit finde dieser Kurs Unterstützung bei ausländischen Devisenmarktakteuren, die Yen abstoßen würden. Die Entwicklung der Inflation und ihre wirtschaftspolitische Rolle könnten sich letztlich als der Schlüsselfaktor für Geldpolitik und Verteilung der realen Renditen auf die verschiedenen Festzinsanlagen erweisen. (04.12.2013/alc/a/a)
Dies spiegele den wachsenden weltwirtschaftlichen Optimismus sowie die zunehmende Ungewissheit im Hinblick auf die US-Geldpolitik wider. An den Weltmärkten drehe sich momentan alles um die Frage, wohin die Zinsen zukünftig tendieren würden. Sollten die Zinsen weiter steigen, würde dies alle Anlageklassen belasten.
Sich verbessernde weltwirtschaftliche Aussichten sowie die Ungewissheit im Hinblick auf die weitere Geldpolitik der USA hätten dazu geführt, dass die Anleiherenditen der Kernländer seit Anfang 2013 um rund 100 Basispunkte angestiegen seien. Das sei auch bei den Indices für UK Gilts und Bundesanleihen der Fall gewesen. In den entwickelten Märkten hätten sich die Credit-Spreads der Investment-Grade- und High-Yield-Segmente generell verengt. Innerhalb des Investment-Grade-Segments hätten Nachranganleihen weiterhin die höchsten Gesamterträge abgeworfen. Sofern bis Jahresende keine wesentlichen Änderungen eintreten würden, dürften Staatsanleihen der Kernländer etwas höher rentieren, während die Renditen auf Spread-Produkte im Wesentlichen unverändert bleiben (Investment-Grade) oder fallen (Staatsanleihen aus EWU-Randstaaten sowie High Yields) sollten.
Der Aufschwung habe sich etwas beschleunigt, die systemischen Risiken seien gesunken und dennoch würden die Zentralbanken eine weitere Lockerung in Betracht ziehen und mit Nachdruck unterstreichen, dass mit einer strafferen Geldpolitik vorerst nicht zu rechnen sei. Diese Themen würden sich auch im kommenden Jahr fortsetzen.
Anders sehe es in den USA aus: Hier bestehe nur eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank den Leitzins anhebe. Die Unsicherheiten im Hinblick auf die weitere Entwicklung in den USA würden aus den Schwierigkeiten der FED rühren, den Markt davon zu überzeugen, dass "Tapering" nicht gleich "Tightening" sei. Ein Ende des QE bei gleichzeitig höherem Gewicht auf die Forward Guidance könnte den Verlauf der Treasury-Renditekurve auf ungewöhnliche Weise beeinflussen. Während das kurze Ende der Kurve stabil bleiben würde, falls der Markt der Forward Guidance Glauben schenke, würde ein Ende der QE die Renditen am langen Ende in die Höhe treiben. Doch das wäre das Gegenteil dessen, was "Operation Twist" eigentlich bezweckt habe, nämlich eine Verflachung der Renditestrukturkurve. Der Spread zwischen zwei- und zehnjährigen Laufzeitbändern könnte sich vor diesem Hintergrund durchaus auf 300 Basispunkte ausweiten.
In Europa liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung in 2014 bei null, die einer weiteren - eher symbolischen - Senkung hingegen bei 70 Prozent. Der Makro-Hintergrund in Europa ist weiterhin schwach. So lag der Flash PMI (Purchasing Managers' Index) im November bei nur 51,5 für das verarbeitende Gewerbe und bei 50,9 für den Dienstleistungssektor und damit etwas unter dem Stand von Oktober. Zudem ist die Inflation niedrig und weiter rückläufig. Der Euro ist dank hohem Leistungsbilanzüberschuss in der EWU und kräftigen Kapitalzuflüssen gegenüber anderen Währungen stark.
Sofern die Zentralbanken weiterhin betonen würden, dass die Zinsen niedrig bleiben müssten, könnte diese Sichtweise durch ihre eigenen Inflationserwartungen sowie die kurzfristige Inflationsentwicklung bedingt sein. Damit die Schuldenquoten nachhaltig gesenkt werden könnten, müsse die Vermeidung einer disinflationären Spirale jedoch Bestandteil der Erholung von der Schuldenkrise der letzten Jahre sein. Einige Mitglieder des Offenmarktausschusses der FED hätten vorgeschlagen, eine Untergrenze für die Teuerungsrate in den USA festzuschreiben, sodass sich das QE bzw. die Zinspolitik daran zu orientieren hätten.
Die Bank of Japan (BoJ) sei fest entschlossen, die Inflationsrate in Japan zu erhöhen. In letzter Zeit finde dieser Kurs Unterstützung bei ausländischen Devisenmarktakteuren, die Yen abstoßen würden. Die Entwicklung der Inflation und ihre wirtschaftspolitische Rolle könnten sich letztlich als der Schlüsselfaktor für Geldpolitik und Verteilung der realen Renditen auf die verschiedenen Festzinsanlagen erweisen. (04.12.2013/alc/a/a)


