Rentenhandel in sehr ruhigen Bahnen


28.12.17 08:30
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Insgesamt verlief der Rentenhandel gestern in sehr ruhigen Bahnen, so die Analysten der National-Bank AG.

Dennoch seien die Probleme und Sorgen in einigen Teilen des Euroraums durchaus spürbar geblieben. So hätten sich beispielsweise die Risikoaufschläge für italienische und spanische Staatsanleihen gegenüber Bunds etwas ausgeweitet. Das sei durchaus auf die unklare politische Situation in beiden Regionen zurückzuführen. Neue Nachrichten zu den Themen "Katalonien" oder "Wahl" habe es jedoch nicht gegeben. Ansonsten dürften das Verbrauchervertrauen des Conference Boards dann doch nicht ganz ohne Folgen geblieben sein. Der Wert sei nämlich mit mehr als sechs Punkten gegen die nach unten revidierten Daten aus dem Vormonat etwas stärker zurückgegangen als es erwartet worden sei.

Gerade die Komponente, die die Erwartungen der US-Konsumenten messe, habe um mehr als zehn Punkte nachgegeben. Das sei alles noch nicht dramatisch, denn die Niveaus der Indices seien nach wie vor auf einem hohen Stand, und nach dem Höhenflug der vergangenen Monate sei eine Verschlechterung der Stimmung der Verbraucher auch keine Überraschung. Im Auge sollte man die Entwicklung in den kommenden Monaten jedoch behalten. Schließlich sollte sich die Steuerreform in den USA positiv auf das Konsumklima im Land auswirken. Immerhin habe das gepaart mit einigen Portfolioumschichtungen zum Jahresende für nachgebende Renditen am langen Ende der Renditestrukturkurve in den USA und ihrer weiteren Abflachung beigetragen.

Entsprechend hätten die beiden Emissionen des US-Schatzamtes kaum Einfluss auf das Marktgeschehen gehabt, obwohl es sicher nicht sonderlich einfach gewesen sei, kurz vor Jahresschluss für die fünfjährigen Bonds und die zweijährigen Floater Abnehmer zu finden. Dementsprechend sollten sich die Investoren hinsichtlich der Emission der siebenjährigen Titel heute Abend nicht in Sicherheit wiegen. Diese könne durchaus auf die Kursnotierungen drücken.

Der Einfluss von Wirtschaftsdaten sollte sich dagegen in Grenzen halten. Dem Chicagoer Einkaufsmanagerindex komme noch die größte Bedeutung zu. Zum Ende des Befragungszeitraumes sei es Gewissheit geworden, dass die Steuerreform kommen werde. Hier sei also eine positive Überraschung möglich. Letztlich werde die US-Steuerreform vor allem den Unternehmen zugutekommen. Die Stimmung der Unternehmer sollte sich daher weiter verbessern können.

Wenig Neues werde dagegen im Economic Bulletin der EZB zu finden sein. Zum Jahresschluss würden die europäischen Notenbanker erneut ihre Politik des billigen Geldes trotz eines an Breite gewinnenden Aufschwungs verteidigen. Zugleich sollte jedoch der Hinweis nicht fehlen, dass sich die Zeit der ultra-lockeren Geldpolitik dem Ende zuneige. Darauf hätten einige Notenbankenvertreter in ungewöhnlich deutlicher Form bereits nach letzten Tagung des EZB-Rats mit anschließender Pressekonferenz hingewiesen, und dieses Mal seien die Aussagen nicht nur von denjenigen gekommen, die für ihre skeptische Haltung hinsichtlich der lockeren EZB-Geldpolitik bekannt seien.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte jedoch wenig geändert in den Tag starten. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 161,60 und 162,90 bewegen. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,37 und 2,49% schwanken. Gegen Abend sollten sich die Investoren im Zuge der Emission der siebenjährigen T-Notes auf leichten Kursdruck einstellen. (28.12.2017/alc/a/a)





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