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Renten: Wann steigen die Sollzinsen auf US-Staatsschulden auf USD 1 Billion?


30.01.14 08:58
fairesearch

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - QE Tapering hat begonnen! Das ist nicht das Ende von ZIRP, aber ein erster Schritt zur Normalisierung der FED-Geldpolitik, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Hintergrund seien optimistische Konjunkturerwartungen von +3% für das US-BIP. Der Aufschwung scheine an Breite zu gewinnen. Der IWF korrigiere seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft nach oben. Die Weltwirtschaft werde 2014 bis 2016 zunehmend dynamischer wachsen, weil die Industrieländer die Folgen der Finanzkrise abschütteln und die Schwellenländer Wachstumsmotoren bleiben würden, so die neue Prognose der Weltbank.

Das Welt-BIP solle 2014 um 3,2% wachsen, nach 2,4% in 2013. 2015 und 2016 solle die zunehmende Dynamik das Wachstum auf 3,4% und 3,5% beschleunigen. Als Folge davon würden an der Wallstreet Spekulationen einsetzen, wie hoch die US-Zinsen steigen würden.

So erwarte Goldman Sachs in einigen Jahren Leitzinsen von 4%. Das Congressional Budget Office (CBO) erwarte 3M-Sätze von 4% und 10J-Renditen von 5,9%. Die US-Staatsschulden würden Anfang 2014 USD 18,2 Billionen betragen. Unter der optimistischen Annahme einer jährlichen Neuverschuldung von USD 1 Billion würden die Staatsschulden Anfang 2016 bei mehr als USD 20 und im Jahr 2020 bei USD 25 Billionen liegen.

Zurzeit würden bei einem Durchschnittszinssatz von 2,4% und einer Duration von 5,6 Jahren Soll-Zinsen in Höhe von USD 400 Mrd. anfallen. Sie würden bis 2020 auf USD 668 Mrd. steigen, wenn die Soll-Zinsen bei 3% verharren würden, sie würden auf USD 1 Billion bei einem Zinssatz von 4% und auf USD 1,285 Billionen bei 5% steigen.

Die 10-Jahresrenditen seien vor einem Jahr 1,87% gewesen und seien jetzt 2,83%. Die Märkte hätten längst begonnen, misstrauischer zu werden. Doch die FED verspreche weiterhin: stärker werdendes Wirtschaftswachstum, nachlassende Arbeitslosigkeit, weder Inflation noch Deflation, anhaltend niedrige Leitzinsen, QE Tapering, ausreichende Liquiditätsversorgung, stabiles Finanzsystem. Das höre sich an wie der Zugang zum Schlaraffenland. Die Mathematik spreche dagegen. Oder habe die FED ein ganz besonderes Rezept, vielleicht wie die Quadratur des Kreises. Der Verdacht dränge sich auf, sie habe überhaupt keine Strategie.

Die Finanzmärkte seien gegen solche rationalen Argumente gegenwärtig blind. Sie würden sich in einem Liquiditätsrausch befinden, der die Fundamentals vergessen lasse. Doch nur für gewisse Zeit. (Ausgabe vom 29.01.2014) (30.01.2014/alc/a/a)