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Renten: Die Wachstumsdynamik in Q4 in den USA war groß, jedoch nicht ganz so stark wie erhofft
29.01.18 09:45
National-Bank AG
Essen (www.anleihencheck.de) - Sowohl die BIP-Daten für das vierte Quartal in den USA als auch der Auftritt des US-Präsidenten in Davos wurden am Freitag mit viel Interesse verfolgt, so die Analysten der National-Bank AG.
Das US-Wirtschaftswachstum habe im letzten Quartal des Jahres 2017 nachgelassen. Hauptursache dafür sei ein kräftiger Anstieg der Importe gewesen. Selbst ein boomender privater Konsum sei nicht in der Lage gewesen, den negativen Effekt des Außenhandelsdefizits auszugleichen. Der Konsumboom dürfte zugleich eine Ursache für das starke Anziehen der Importe gewesen sein. Dennoch sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass die erste Schätzung für das US-BIP üblicherweise noch einigen Revisionen unterliege. Gerade beim Außenbeitrag könne sich noch einiges tun.
Der Auftritt des US-Präsidenten sei als Werbeveranstaltung für Investitionen in den USA zu verstehen gewesen. Zugleich sei der Steuerwettbewerb eröffnet. Er habe die zahlreichen anwesenden Delegierten dazu aufgefordert, die durch die neue US-Administration gesetzten, ausgezeichneten Rahmenbedingungen für Investitionen zu nutzen. Zugleich habe er deutlich gemacht, was er unter "fairem" Außenhandel verstehe: Andere Länder sollten demnach wohl im gleichen Volumen Waren aus den USA importieren wie sie exportieren würden. Kaum Zuhause angekommen habe er der EU sogleich unfaire Handelspraktiken vorgeworfen und mit Gegenmaßnahmen gedroht. Bislang hätten sich diese Maßnahmen von Seiten der USA noch in Grenzen gehalten. Die Aussagen des US-Präsidenten hätten aber deutlich gemacht, dass das Beharren auf einen fairer Handel gemäß Definition der US-Administration nicht vom Tisch sei.
Das Problem mit dem hohen Außenhandelsdefizit ließe sich vermutlich mit einer deutlichen Drosselung des Konsumverhaltens in den USA erreichen. Durch die fiskalischen Maßnahmen der US-Administration drohe genau das Gegenteil. Es sollte zu einer Ausweitung des Handelsbilanzdefizits führen. An den Rentenmärkten habe das jedenfalls insgesamt für schlechte Stimmung gesorgt. Die Renditen hätten sowohl dies- als auch jenseits des Atlantiks deutlich angezogen. Mit den Aussagen des niederländischen Notenbankchefs dürfte hierzulande zusätzlich deutlich geworden sein, dass das Ende des QE-Programms der EZB in nicht mehr allzu großer Ferne liege. Der niederländische Notenbankchef setze sich für ein Ende der Anleihekäufe im September ein.
Dass sich immer mehr europäische Notenbanker aus der Deckung wagen würden und öffentlich eine Änderung der Geldpolitik der EZB angenommen hätten, mache deutlich, dass sich die Kräfte im EZB-Rat deutlich verschoben hätten. Nichtsdestotrotz sollten die Investoren nicht damit rechnen, dass sich die EZB bereits im März mit dem Auslaufen des QE-Programms beschäftigen werde. Die Preisdaten dürften das dann nicht hergeben. Preisdaten würden heute in den USA veröffentlicht: Die PCE-Deflatoren dürften weiterhin unter der Marke von 2% liegen. Dennoch würden die US-Notenbanker nicht umhin kommen, sich mit dem Inflationstrend aufgrund der zusätzlichen fiskalischen Stimuli am Dienstag und Mittwoch auf der letzten von Janet Yellen geleiteten Tagung des FOMC zu beschäftigen. Der Ton in Richtung weiterer Leitzinsanhebungen könnte durchaus schärfer werden, ohne dass die FED jedoch Ende des laufenden Monats handele.
Mit den Vorgaben aus dem asiatischen Handel sowie den Aussagen des niederländischen Notenbankchefs werde es der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) schwer haben, positives Terrain am Wochenstart zu erreichen. Er dürfte mit leichten Kursverlusten in den Tag starten. Er sollte sich zwischen 159,10 und 160,55 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,61 und 2,76% schwanken. (29.01.2018/alc/a/a)
Das US-Wirtschaftswachstum habe im letzten Quartal des Jahres 2017 nachgelassen. Hauptursache dafür sei ein kräftiger Anstieg der Importe gewesen. Selbst ein boomender privater Konsum sei nicht in der Lage gewesen, den negativen Effekt des Außenhandelsdefizits auszugleichen. Der Konsumboom dürfte zugleich eine Ursache für das starke Anziehen der Importe gewesen sein. Dennoch sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass die erste Schätzung für das US-BIP üblicherweise noch einigen Revisionen unterliege. Gerade beim Außenbeitrag könne sich noch einiges tun.
Das Problem mit dem hohen Außenhandelsdefizit ließe sich vermutlich mit einer deutlichen Drosselung des Konsumverhaltens in den USA erreichen. Durch die fiskalischen Maßnahmen der US-Administration drohe genau das Gegenteil. Es sollte zu einer Ausweitung des Handelsbilanzdefizits führen. An den Rentenmärkten habe das jedenfalls insgesamt für schlechte Stimmung gesorgt. Die Renditen hätten sowohl dies- als auch jenseits des Atlantiks deutlich angezogen. Mit den Aussagen des niederländischen Notenbankchefs dürfte hierzulande zusätzlich deutlich geworden sein, dass das Ende des QE-Programms der EZB in nicht mehr allzu großer Ferne liege. Der niederländische Notenbankchef setze sich für ein Ende der Anleihekäufe im September ein.
Dass sich immer mehr europäische Notenbanker aus der Deckung wagen würden und öffentlich eine Änderung der Geldpolitik der EZB angenommen hätten, mache deutlich, dass sich die Kräfte im EZB-Rat deutlich verschoben hätten. Nichtsdestotrotz sollten die Investoren nicht damit rechnen, dass sich die EZB bereits im März mit dem Auslaufen des QE-Programms beschäftigen werde. Die Preisdaten dürften das dann nicht hergeben. Preisdaten würden heute in den USA veröffentlicht: Die PCE-Deflatoren dürften weiterhin unter der Marke von 2% liegen. Dennoch würden die US-Notenbanker nicht umhin kommen, sich mit dem Inflationstrend aufgrund der zusätzlichen fiskalischen Stimuli am Dienstag und Mittwoch auf der letzten von Janet Yellen geleiteten Tagung des FOMC zu beschäftigen. Der Ton in Richtung weiterer Leitzinsanhebungen könnte durchaus schärfer werden, ohne dass die FED jedoch Ende des laufenden Monats handele.
Mit den Vorgaben aus dem asiatischen Handel sowie den Aussagen des niederländischen Notenbankchefs werde es der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) schwer haben, positives Terrain am Wochenstart zu erreichen. Er dürfte mit leichten Kursverlusten in den Tag starten. Er sollte sich zwischen 159,10 und 160,55 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,61 und 2,76% schwanken. (29.01.2018/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,5072 € | 125,371 € | 0,1362 € | +0,11% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie


