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Renten: Unsicherheit lastet auf Verzinsung deutscher Staatsanleihen


22.01.19 10:45
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die harten wirtschaftlichen Daten aus der Eurozone waren zuletzt wenig optimistisch, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Die Stimmungsindikatoren befänden sich im Vergleich dazu zwar noch auf einem guten Niveau, die Dynamik zeige aber ebenfalls deutlich abwärts. So seien zum Beispiel die Einkaufsmanagerindices in Deutschland und der Eurozone für das Verarbeitende Gewerbe in elf der letzten zwölf Monate im Vergleich zum Vormonat gefallen. In dieser Woche stünden nun die ersten Frühindikatoren des Jahres auf dem Programm. Heute komme der ZEW, der im Vergleich zum Dezember schwächer erwartet werde, aber mit Blick auf die volkswirtschaftliche Entwicklung nur eine begrenzte Aussagekraft besitze.

Wichtiger dürften am Donnerstag und am Freitag die Schnellschätzungen für die Einkaufsmanagerindices und am Freitag der ifo-Index werden. Laut Bloomberg-Umfrage würden die Analysten hier allerdings von unterschiedlichen Entwicklungen ausgehen. Während beim deutschen Einkaufsmanagerindex mit einer leichten Verbesserung gerechnet werde, seien die Erwartungen beim ifo negativer. Komme es wie erwartet, würde dies wenig zur Klärung der momentanen Lage beitragen. Die Unsicherheit darüber, wohin sich die Wirtschaft 2019 entwickle, würde am Markt hoch bleiben - die laufende Verzinsung zehnjähriger deutscher Staatsanleihen in der Folge niedrig.

Die hohen Unsicherheiten hätten sich auch im neuesten Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) wiedergefunden. Insbesondere beim Welthandel und am Markt wären diese zuletzt ungewöhnlich hoch gewesen und würden weiter auf dem Wachstum lasten. Gleichzeitig habe der IWF seine Wachstumsprognose für dieses und nächstes Jahr um 0,2 und 0,1 Prozentpunkte nach unten angepasst. Die Konjunktur kühle sich schneller ab als noch im Oktober - zum Zeitpunkt des letzten Updates - erwartet. Dem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar sei das gestern allerdings relativ egal gewesen. Dieser habe sich - nicht zuletzt weil der US-Markt geschlossen geblieben sei - von der neuen Wachstumsprognose unbeeindruckt gezeigt und in einer sehr engen Spannbreite knapp unter 1,14 gehandelt. (22.01.2019/alc/a/a)