Renten: Auch die US-Erzeugerpreise legten auf Jahresbasis erheblich zu


16.02.18 09:00
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Gestern verlief der Handelstag in vergleichbar ruhigen Bahnen, obwohl die US-Erzeugerpreise auf Jahresbasis im Januar kräftig zulegten, so die Analysten der National-Bank AG.

Das gelte sowohl für die Kern- als auch die Gesamtrate. Auf den Vorstufen sei derzeit tatsächlich Preisdruck zu erkennen. Die Unternehmen dürften die positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dazu nutzen, um Preiserhöhungen durchzusetzen. Entsprechend wachsam werde die US-Notenbank bleiben müssen. Zugleich hätten gestern Umfragen im Unternehmerlager eine anhaltend gute Stimmung signalisiert. Nicht wenige Investoren würden nun davon ausgehen, dass die FED einen aggressiveren geldpolitischen Kurs an den Tag legen werde, um gegen eine Beschleunigung der Teuerung präventiv vorzugehen.

Außerdem höre man durchaus wieder Kritik an der Steuerreform in den USA, jüngst von der IWF-Chefin. Letztlich gehe es nicht nur um die zu erwartende Erhöhung der Verschuldung der USA, sondern auch darum, dass die Steuerreform die US-Wirtschaft in einer Situation anheizen werde, in der es überhaupt nicht notwendig sei. Die Investoren würden die Aussichten auf sprudelnde Unternehmensgewinne derzeit dennoch höher als das Risiko der Auswirkungen deutlich steigender Renditen am langen Ende wegen einer Zunahme der Inflationserwartungen sowie anziehenden Renditen am kurzen Ende wegen einer aggressiveren Geldpolitik der US-Notenbank gewichten. Dementsprechend seien zurzeit wieder risikoreichere Assetklassen gefragt.

Obwohl die Spekulationen über den künftigen geldpolitischen Kurs der FED das Geschehen beherrschen würden, sollten die Konjunkturdaten aus den USA nicht ganz unbeachtet bleiben. Die Baubeginne und -genehmigungen dürften auf dem in den vergangenen Monaten erreichten Level verharren. Der vorläufige Wert des Stimmungsindikators der Uni Michigan dürfte auf einem hohen Niveau bleiben, obwohl die Einzelhandelsumsätze im Januar enttäuscht hätten. Die sehr gute Beschäftigungssituation dürfte dabei einen großen Anteil an der guten Stimmung haben.

In Europa rücke eher ein politisches Ereignis in den Mittelpunkt des Interesses: Anfang kommender Woche tage die Eurogruppe bzw. ECOFIN. Auf der Tagung der Finanzminister aus dem Euroraum werde der Nachfolger für den EZB-Vize bestimmt werden. Dabei handele es sich durchaus um eine wegweisende Entscheidung. Die Finanzminister würden sich zwischen einer politischen und einer Notenbankerbesetzung entscheiden müssen. Zurzeit sei unklar, was die favorisierte Lösung sei. Allerdings dürfte die Besetzung des Vize-Postens Implikationen für die Nachfolge von Mario Draghi im kommenden Jahr haben, da es ja einen Interessenausgleich bei der Besetzung von Spitzenfunktionen im Euroraum geben müsse.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte wenig verändert in den letzten Handelstag der Woche starten. Er bleibe jedoch angeschlagen, auch wenn es nach der Entwicklung in den vergangenen Tagen durchaus eine Gegenreaktion geben könne. Im Tagesverlauf dürfte er sich zwischen 157,00 und 158,60 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,83 und 3,00% schwanken. (16.02.2018/alc/a/a)





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