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Renten: Das Spiel des Jahres - "Colt Express" auf Griechisch
10.07.15 09:00
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Das "Hellas-zentrische Weltbild" dominiert weiterhin die internationalen Finanzmärkte und gleichzeitig schieben sich alle mit Griechenland zusammenhängenden Wörter auf der Liste der möglichen "Unwörter des Jahres 2015" weiter nach oben, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Fakt sei, dass der Schuldenberg trotz eines Schuldenschnitts gewachsen sei und dass eine neuerliche Reduzierung nur bedingt Sinn machen würde. Ein Schuldenerlass von 50 Mrd. EUR würde keine Reformen nach sich ziehen, die so dringend nötig wären. Auch immer wieder von der allerletzten Chance zu reden, sei einfach nur noch nervig. Denn die Verantwortlichen in Griechenland hätten sich mit dem Taktieren während der vergangenen Monate inzwischen in Europa selbst in die Nähe des Ausgangs manövriert.
Immer häufiger fühle man sich in diesem Zusammenhang an das kürzlich zum Spiel des Jahres 2015 gekürte Gesellschaftsspiel "Colt Express" erinnert. Bei dieser Western-Parodie würden die Spieler zu Banditen, die Zugreisende überfallen und ausrauben würden. Gewonnen habe der Oberbandit und das sei derjenige, der am Ende - wie könnte es anders sein - das meiste Geld habe erbeuten können.
Trotz des vielen Geldes, das von Hellas vereinnahmt worden sei, sei der einzige "Erfolg" der Regierung in Athen, dass man es geschafft habe, die Staatengemeinschaft in Europa zu spalten und nach zahllosen leeren Versprechungen die Bevölkerung in Griechenland an den Rand einer humanitären Katastrophe zu führen. Und das Verwerfliche an dieser Situation sei nun, infolge der fehlenden Perspektiven an das Mitgefühl der Politiker zu appellieren.
Erneut würden die Mitwirkenden des griechischen Dramas dem kommenden Sonntag entgegenfiebern. An diesem Tag würden alle 28 Staats- und Regierungschefs beraten, ob man Griechenland mit einem dritten Hilfspaket unterstützen sollte, um anschließend in verschiedenen europäischen Länderparlamenten darüber abstimmen zu lassen. Doch die Bereitschaft vieler Politiker dafür tendiere inzwischen gegen "Null", da man von den nicht gehaltenen Versprechungen seitens griechischer Regierungen die Nase voll habe.
Noch am Sonntag habe man in Griechenland spontan den Sieg über den Kapitalismus gefeiert, um nun in Europa immer weiter ins Abseits zu rutschen. Dass nun die Geldgeber auf die konkreten Reformvorschläge aus Griechenland warten würden, scheine selbst die Hellenen zu überraschen. Und von der erhofften stärkeren Position des Alexis Tsipras sei nichts zu spüren.
Ganz im Gegenteil, man habe das Gefühl, dass mit dem Referendum die seit Monaten vermisste Patientenverfügung nachgereicht worden sei, die ein Abschalten der lebensnotwendigen Maßnahmen ermögliche. Parallel dazu müsste aber die für einen Großteil der griechischen Bevölkerung entstehende menschliche Katastrophe gemildert werden, indem man Griechenland die humanitäre Unterstützung für Entwicklungsländer zubillige.
Doch wer denkt, dass bereits am kommenden Sonntag der letzte Vorhang in dieser Tragödie fallen wird, hat nicht unsere Politiker mit ins Kalkül gezogen, so die Analysten der Baader Bank. Da kein Politiker als Totengräber des europäischen Gedankens in die Geschichtsbücher eingehen möchte, werde bis zum 20. Juli weiter verhandelt. Erst an diesem Tag werde mit der fälligen Rückzahlung von 3,5 Mrd. EUR an die Europäische Zentralbank (EZB) final entschieden, ob es heiße "isch over". Dies habe Finanzminister Wolfgang Schäuble freilich auch schon im Februar mit Blick auf ein Ultimatum zum damaligen Monatsende gesagt.
Angesichts der High-Noon-Stimmung im Vorfeld des EU-Sondergipfels zur Griechenlandkrise am Sonntag habe sich der Aufwärtstrend deutscher Anleihen verfestigt. Der für den deutschen Rentenmarkt richtungsweisende Euro-Bund-Future habe in der Spitze auf 154,24% zugelegt. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen, so genannte Bunds, sei entsprechend auf 0,611% gefallen (aktuell: 0,669%), nachdem diese vor Wochenfrist noch bei 0,833% gelegen habe. Dass die deutschen Anleihen im Gleichklang mit den US-Treasuries steigen würden, mache deutlich, dass es sich um eine typische Safe-Haven-Marktbewegung handele.
Indessen sei die Rendite griechischer Anleihen binnen Wochenfrist von 14,665% auf 18,181% gesprungen. Allerdings handele es sich hierbei um rechnerische Renditen, da griechische Staatsanleihen weiter vom Börsenhandel ausgesetzt seien und somit nur theoretisch und außerbörslich handelbar wären.
Die Auswirkungen der Eskalation in Hellas auf die Bondmärkte anderer Länder, auf die die Griechenlandkrise überspringen könnte, hätten sich allerdings nach den jüngsten Ereignissen in engen Grenzen gehalten. So gesehen scheine die Ansteckungsgefahr, die von einem Grexit ausgehen könnte, zunächst gebannt zu sein. Allerdings sei davon auszugehen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) über ihr Aufkaufprogramm für Staatsanleihen selbst genügend medikamentöse Nachfrage im Markt erzeuge, um die Bonds der Ansteckungskandidaten unter Quarantäne stellen zu können.
Vor diesem Hintergrund hätten innerhalb einer Woche die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen von Portugal von 2,82% auf 2,984% angezogen. Spanische Bonds würden unverändert gegenüber der Vorwoche bei 2,216% rentieren. Und bei zehnjährigen italienischen Staatsanleihen, die aufgrund steuerlicher Hemmnisse an keiner deutschen Börse gehandelt würden, sei die Rendite sogar von 2,235% auf 2,213% gefallen.
Was die Debatte um Griechenland in der Eurozone für Schäden verursacht habe, werde unter anderem an einem High/Low-Vergleich 10-jähriger Staatsanleihen während der vergangenen drei Monate deutlich:
Deutschland: von 0,073% auf 0,978%
Griechenland: von 10,138% auf 18,249%
Portugal: von 1,596% auf 3,217%
Spanien: von 1,218% auf 2,40%
Italien: von 1,256% auf 2,383%
Aber auch, dass in einem Land wie Österreich mehr als eine Viertelmillion Menschen ein Begehren für einen Austritt des Landes aus der EU unterzeichnet hätten, sollte zu denken geben. Die Hürde von 100.000 Unterschriften habe das Volksbegehren damit locker übersprungen. Nun müsse das Anliegen im Parlament in Wien diskutiert werden. Ob aber nach Großbritannien jetzt auch Österreich ein Referendum abhalten dürfe, sei nach den Erfahrungen mit Volksbegehren in Wien eher unwahrscheinlich. Doch verdeutliche diese Entwicklung wie reformbedürftig das Konstrukt der Europäischen Währungsunion geworden sei.
Die Europäische Zentralbank (EZB) habe ihr Ankaufprogramm für Anleihen auf eine Reihe von Corporate Bonds ausgeweitet. So seien nun Public Non-Financial Corporates wie ASFINAG oder SNCF auf die Liste geraten, ebenso wie die italienischen Emittenten ENEL, SNAM und Terna. Letzteres werte die BayernLB als eine Überraschung, weil diese Emittenten mit 25% bis 30% einen deutlich geringeren Staatsanteil aufweisen würden als die bisherigen Emittenten auf der Liste. Außerdem würden sie aus einem Land stammen, in dem die Knappheitsproblematik bei den Staatsanleihen nicht allzu hoch sei.
Die Auswahl der Emittenten sei für die BayernLB auch auf Länderebene durchaus überraschend, da z. B. viele französische und italienische Emittenten aufgelistet worden seien, sich aber keine deutschen, niederländischen und sogar nur ein spanischer Emittent auf der Liste wiederfinden würden. Eine klare Definition zur Auswahl der Emittenten habe die EZB jedenfalls nicht geliefert. Der Fokus auf Emittenten im Bereich Infrastruktur werde allerdings aus der Erweiterung des Kaufprogramms deutlich. Vor diesem Hintergrund erwarte die BayernLB, dass bei einer erneuten Erweiterung der Emittentenliste unter anderem auch die Deutsche Bahn und die EnBW mit aufgenommen würden.
Die chinesische Regierung versuche, sich mit weiteren massiven staatlichen Eingriffen gegen den anhaltenden Kursrutsch an den heimischen Aktienmärkten zu stemmen. So habe die Notenbank in Peking umfangreiche Geldspritzen zur Stützung der Märkte angekündigt.
Im Zuge dieser Maßnahmen sollten der China Securities Finance Corp, an der auch die staatlichen Börsenbetreiber in Shanghai und Shenzhen beteiligt seien, umfangreiche Mittel zur Verfügung gestellt werden. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg könnten die Währungshüter so mehr als umgerechnet 73 Mrd. EUR in den Aktienmarkt pumpen. Zuvor seien andere Maßnahmen vom vergangenen Wochenende wie der Stopp von Börsengängen oder die geplanten Aktienkäufe durch Wertpapierhandelshäuser schon wieder verpufft.
Inzwischen sei sogar seitens der Wertpapieraufsicht Chinas den Hauptaktionären und höchsten Führungskräften der Verkauf ihrer Aktien während der nächsten sechs Monate untersagt worden! In den vergangenen drei Wochen seien die Börsen in China um fast 30% abgestürzt. Aufgrund des vorangegangenen langen Aktienbooms stehe der Leitindex Shanghai Composite Index aber immer noch 80% höher als vor einem Jahr.
Gefahr drohe für deutsche Exporteure erst dann, wenn der Börsencrash die sonstige Stabilität des Landes gefährden sollte. Denn die deutsche Wirtschaft habe sich in den vergangenen Jahren sehr stark auf den Absatzmarkt China konzentriert. Vor allem für die Autohersteller zähle das Land der Mitte zu den wenigen verbliebenen Hoffnungsmärkten. Dies gelte erst recht seit Einführung der Sanktionen gegenüber Russland. Besonders der Investitionsgüter- und der Konsumbereich dürften von der jüngsten Krise zuerst betroffen sein. Somit steige die Wahrscheinlichkeit, dass die von den deutschen Exporteuren in China gesetzten Erwartungen 2015 nicht erfüllt würden.
Im Milliardenstreit zwischen der BayernLB und der Krisenbank Heta (ehemals Hypo Alpe Adria) komme es zu einem politischen Kuhhandel. Vertreter Bayerns und Österreichs hätten sich auf einen Vergleich verständigt, welcher der zweitgrößten deutschen Landesbank 1,23 Mrd. EUR bringen könnte. Dies wäre etwa die Hälfte aller ausstehenden Forderungen aus München in Höhe von rund 2,4 Mrd. EUR. Im Gegenzug sollten alle anhängigen Gerichtsverfahren zwischen Österreich und der BayernLB eingestellt werden.
Werde der Vergleich Ende Oktober besiegelt, verzichte die BayernLB auf mehr als 1 Mrd. EUR. Dies sei umso beachtlicher, weil Bayern stets behauptet habe, eine unangreifbare Rechtsposition zu vertreten und keine faulen Kompromisse nötig habe.
Die BayernLB, die mehrheitlich dem Freistaat gehöre, habe die Heta-Vorgängerin Hypo Alpe Adria 2007 gekauft und die marode Bank zweieinhalb Jahre später in einer Notaktion an Österreich zurückgegeben. Seitdem würden sich beide Seiten mit Klagen über die Lastenverteilung für das Debakel überziehen, das als größter Finanzskandal der österreichischen Nachkriegsgeschichte gelte.
In den vergangenen sechs Jahren habe die Alpenrepublik rund 5,5 Mrd. EUR in die Hypo Alpe Adria gepumpt, die nun über die Bad Bank Heta abgewickelt werde. Um nicht alle Lasten dem Steuerzahler aufzubürden, wolle Österreich auch die Gläubiger zur Kasse bitten. Anfang des Jahres habe Wien die Rückzahlung sämtlicher Heta-Anleihen gestoppt.
Durch den Vergleich mit der BayernLB habe Österreich auch den übrigen Gläubigern ein Signal gegeben, "wo ungefähr die Limits liegen", wie Finanzminister Hans Jörg Schelling in Wien gesagt habe. Betroffen seien viele andere deutsche Banken und Versicherer, bei denen Heta-Bonds im Depot lägen - darunter die Deutsche Bank, die Commerzbank und die Münchener Rückversicherung. Im Herbst könnte die Finanzmarktaufsicht FMA nun eine Quote für einen Schuldenschnitt auf Heta-Anleihen festsetzen.
Im Zuge der Finanzierung einer großen Steuerreform schaffe Österreich sein umstrittenes Bankgeheimnis ab. In der Folge erwarte die Regierung durch bessere Kontrollmöglichkeiten Mehreinnahmen bei der Besteuerung von Kapitalerträgen von rund 700 Mio. EUR. Dafür sei ein zentrales Register geplant, in dem sämtliche 20 Mio. Konten bei Geldinstituten in Österreich aufgelistet würden. Voraussetzungen für eine Kontoeinsicht seien ein begründeter Verdachtsfall sowie die Genehmigung eines Richters am Bundesfinanzgericht.
Diese Maßnahme sei nur ein Teil des gesamten Reformpakets, das Anfang kommenden Jahres in Kraft trete und rund 5 Mrd. EUR in die Staatskasse spülen solle - unter anderem auch durch eine Anhebung des Spitzensteuersatzes von 50 auf 55% für jährliche Einkommen von mindestens 1 Mio. EUR.
In diesem Marktumfeld sei sicherlich nicht verwunderlich, dass sich die Unternehmen mit Aktivitäten am Primärmarkt meistens in Zurückhaltung üben würden. Dennoch habe die Finanztochter DH Europe Finance S.A. mittels vier Anleihen insgesamt 2,7 Mrd. EUR refinanziert. Die Mindeststückelung aller Bonds belaufe sich allerdings auf nominal 100.000 EUR, wodurch diese Gattungen für Privatanleger eher uninteressant sein würden.
Ein Betrag von 500 Mio. EUR sei mittels eines Floaters (ISIN XS1255435379 / WKN A1Z3YD) (3 Monats-EURIBOR + 45) eingesammelt worden, der am 30.06.2017 endfällig sein werde. Weitere 600 Mio. EUR seien als 1%er mit einer Fälligkeit 08.07.2019 begeben worden. Gepreist worden sei die Anleihe (ISIN XS1255435965 / WKN A1Z3YE) mit 99,696%, was einem Emissionsspread von +72 bps über Mid Swap entsprochen habe. Der dritte Part im Volumen von 800 Mio. EUR verfüge über einen jährlichen Kupon von 1,7%. Die am 04.01.2022 endfällige Gattung (ISIN XS1255436005 / WKN A1Z3YF) sei bei 99,651% aufgelegt worden, was einem Emissionsspread von +100 bps über Mid Swap gleich gekommen sei.
Den Schlusspunkt habe das Unternehmen mit einer Anleihe (ISIN XS1255436187 / WKN A1Z3YG) im Volumen von ebenfalls 800 Mio. EUR und einer Laufzeit bis zum 08.07.2025 gesetzt. Ausgestattet mit einem Kupon von 2,5% sei die Gattung bei 99,878% gepreist worden, was einen Emissionsspread von +130 bps über Mid Swap bedeutet habe.
In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass sich der Emittent ein jederzeitiges Kündigungsrecht zu einem vordefinierten Spread über der entsprechenden Referenzanleihe habe einräumen lassen.
Mit dem US-Unternehmen Ecolab, einem weltweit führenden Anbieter von Produkten und Dienstleistungen im Bereich der industriellen Reinigung und Hygiene für Hotels, Restaurants und Brauereien, habe sich ein weiteres Unternehmen am Primärmarkt gezeigt. Mittels einer am 08.07.2025 fälligen Anleihe (ISIN XS1255433754 / WKN A1Z3W9), die mit einem Kupon von 2,625% ausgestattet sei, seien 575 Mio. EUR refinanziert worden. Gepreist worden sei der Bond mit 99,705%, was einen Emissionsspread von +145 bps über Mid Swap ergeben habe.
In dieser Woche habe der Euro-Bund-Future seinem Spitznamen "Sorgenbarometer" wieder alle Ehre gemacht. Denn mit dem ungewissen Ausgang der griechischen Tragödie wurde das spiegelbildliche Verhalten zwischen Aktien- und Rentennotierungen in einer Weise registriert, die wir aus vielen Krisen kennen, so die Analysten der Baader Bank.
Die Unsicherheit in puncto Hellas werde auch in den kommenden Tagen die Zinsmärkte bestimmen und bei den kleinsten Anzeichen einer Entspannung oder Verschärfung der Situation zu entsprechenden Reaktionen führen. Somit würden viele Investoren dazu neigen, die Risiken zu begrenzen und Positionen abzusichern. Neue Aktivitäten seien nur dann zu erwarten, wenn die Unterstützungslinie bei 152,00% (mehrere Hochs und Tiefs im Juli) nachhaltig durchbrochen bzw. wenn die Widerstandslinie bei 154,70% (mehrere Hochs und Tiefs im Mai) durchstoßen würde.
Auf den ersten Blick erscheine die Handelsrange zwischen 152,00% und 154,70% zwar sehr breit, aber wegen der anstehenden Entscheidung sei ein Festhalten an diesen Marken sinnvoll. Denn in den kommenden Tagen würden täglich die Fortschritte zur Beilegung der Hellas-Krise neu bewertet werden und weil das Zeitfenster für eine Einigung immer kleiner werde, sei mit einer Steigerung der Volatilität schon bald zu rechnen. Was nach dem Sondergipfel am kommenden Sonntag passieren werde, könne niemand vorhersagen und somit dürfe man schon jetzt gespannt sein, wie am kommenden Montag das Sorgenbarometer in die neue Woche starten werde.
In den USA hätten die Investoren in dieser Handelswoche endlich wieder aus dem Vollen schöpfen können. Insgesamt habe es 146 Mrd. USD zu platzieren gegolten. Hierzu seien T-Bills für vier Wochen sowie drei und sechs Monate im Volumen von 88 Mrd. USD, T-Notes über drei und zehn Jahre für insgesamt 45 Mrd. USD und T-Bond mit einer Laufzeit von 30 Jahren für 13 Mrd. USD aufgelegt worden.
In Euroland seien lediglich Österreich und Deutschland am Kapitalmarkt in Erscheinung getreten. So seien zwei österreichische Staatsanleihen (ISIN AT0000A19XC3 / WKN A1ZQS7, 2019 und ISIN AT0000A1FAP5 / WKN A1Z3D2, 2025) um insgesamt ca. 1,3 Mrd. EUR und in Deutschland planmäßig die inflationsindexierte Anleihe (ISIN DE0001030567 / WKN 103056) um 1 Mrd. EUR auf 5 Mrd. EUR sowie die zweijährigen Bundesschatzanweisungen (ISIN DE0001104602 / WKN 110460) um 3 Mrd. auf 13 Mrd. EUR aufgestockt worden.
Hierzu sei anzumerken, dass die Versteigerung des Linkers nicht den gewünschten Erfolg gebracht habe, da die Zurückhaltung der Anleger größer als erwartet gewesen sei. Insgesamt seien nur Gebote für 955 Mio. EUR abgegeben worden, was eine technische Unterzeichnung bedeutet habe. Dennoch sei die Zuteilung von 810 Mio. EUR bei einer realen Durchschnittsrendite von -0,55% erfolgt.
Bei der Aufstockung der zweijährigen Titel hingegen, sei alles seinen gewohnten Gang gegangen. Bei einer 1,9-fachen Überzeichnung sei die Zuteilung infolge der Unsicherheit an den Märkten mit einer Durchschnittsrendite von -0,27% erfolgt. Der dabei erzielte gewogene Durchschnittskurs von 100,525% habe somit deutlich über den vorherigen Zuteilungskursen vom Mai (100,45%) und Juni (100,318%) gelegen.
In den 90er-Jahren seien in der Filmkomödie "Und täglich grüßt das Murmeltier" auf originelle Weise die unterschiedlichsten Themen in einer Zeitschleife verarbeitet worden. Übertragen auf die aktuelle Situation an den Finanzmärkten müsste der Titel allerdings abgewandelt werden in: "Und täglich geht's um Griechenland".
Denn nach wie vor sei Griechenland das über alles dominierende Thema, auch am Devisenmarkt. Zum Wochenausklang und vor dem viel beachteten Referendum habe sich die Währung der Euroländer durchaus konstant präsentiert und sei bei 1,1110 USD aus dem Handel gegangen. Nach dem Referendum sei vor dem Referendum gewesen und das Nein der Griechen zum Sparpaket habe den Euro nicht wirklich aus der Bahn werfen können.
So sei die Einheitswährung zwar etwas leichter in die neue Handelswoche gestartet und sogar bis auf 1,0967 USD zurückgefallen. Allerdings habe sie sich im weiteren Handelsverlauf gut behaupten können und sei wieder bis auf 1,1095 USD geklettert. Erst am Dienstag habe der Euro vor dem Sonder-Gipfel bis auf 1,0915 USD korrigiert. Aber auch dadurch habe sich die Gemeinschaftswährung nicht aus der Ruhe bringen lassen und innerhalb kürzester Zeit die Verluste wieder wettmachen können.
Die Robustheit der Einheitswährung sei in der aktuellen Marktphase bemerkenswert, denn es gehe ja immerhin um die Zukunft Europas. Am Wochenende stehe nun wieder eine "allerletzte" Entscheidung an, wie es mit Hellas weitergehe. Im Vorfeld dieses womöglich geschichtsträchtigen Beschlusses handele der Euro heute Morgen um die Marke von 1,11 USD.
Abseits von Griechenland habe sich die Gemeinschaftswährung der Euroländer gegenüber der Norwegischen Krone (NOK) in Bestform gezeigt und sei bis auf 9,1457 NOK gestiegen. So hoch habe sie zuletzt im Januar 2015 notiert.
Obwohl der Euro momentan keine schlechte Figur abgebe, seien Privatanleger trotzdem bemüht, das Investmentrisiko bestmöglich zu begrenzen. Dabei seien Fremdwährungsanleihen ein probates Mittel. In diesem Zusammenhang hätten Währungsanleihen auf US-Dollar, Australische Dollar, Türkische Lira sowie auch Norwegische Kronen im Fokus der Anleger gestanden.
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Fakt sei, dass der Schuldenberg trotz eines Schuldenschnitts gewachsen sei und dass eine neuerliche Reduzierung nur bedingt Sinn machen würde. Ein Schuldenerlass von 50 Mrd. EUR würde keine Reformen nach sich ziehen, die so dringend nötig wären. Auch immer wieder von der allerletzten Chance zu reden, sei einfach nur noch nervig. Denn die Verantwortlichen in Griechenland hätten sich mit dem Taktieren während der vergangenen Monate inzwischen in Europa selbst in die Nähe des Ausgangs manövriert.
Immer häufiger fühle man sich in diesem Zusammenhang an das kürzlich zum Spiel des Jahres 2015 gekürte Gesellschaftsspiel "Colt Express" erinnert. Bei dieser Western-Parodie würden die Spieler zu Banditen, die Zugreisende überfallen und ausrauben würden. Gewonnen habe der Oberbandit und das sei derjenige, der am Ende - wie könnte es anders sein - das meiste Geld habe erbeuten können.
Trotz des vielen Geldes, das von Hellas vereinnahmt worden sei, sei der einzige "Erfolg" der Regierung in Athen, dass man es geschafft habe, die Staatengemeinschaft in Europa zu spalten und nach zahllosen leeren Versprechungen die Bevölkerung in Griechenland an den Rand einer humanitären Katastrophe zu führen. Und das Verwerfliche an dieser Situation sei nun, infolge der fehlenden Perspektiven an das Mitgefühl der Politiker zu appellieren.
Erneut würden die Mitwirkenden des griechischen Dramas dem kommenden Sonntag entgegenfiebern. An diesem Tag würden alle 28 Staats- und Regierungschefs beraten, ob man Griechenland mit einem dritten Hilfspaket unterstützen sollte, um anschließend in verschiedenen europäischen Länderparlamenten darüber abstimmen zu lassen. Doch die Bereitschaft vieler Politiker dafür tendiere inzwischen gegen "Null", da man von den nicht gehaltenen Versprechungen seitens griechischer Regierungen die Nase voll habe.
Noch am Sonntag habe man in Griechenland spontan den Sieg über den Kapitalismus gefeiert, um nun in Europa immer weiter ins Abseits zu rutschen. Dass nun die Geldgeber auf die konkreten Reformvorschläge aus Griechenland warten würden, scheine selbst die Hellenen zu überraschen. Und von der erhofften stärkeren Position des Alexis Tsipras sei nichts zu spüren.
Ganz im Gegenteil, man habe das Gefühl, dass mit dem Referendum die seit Monaten vermisste Patientenverfügung nachgereicht worden sei, die ein Abschalten der lebensnotwendigen Maßnahmen ermögliche. Parallel dazu müsste aber die für einen Großteil der griechischen Bevölkerung entstehende menschliche Katastrophe gemildert werden, indem man Griechenland die humanitäre Unterstützung für Entwicklungsländer zubillige.
Doch wer denkt, dass bereits am kommenden Sonntag der letzte Vorhang in dieser Tragödie fallen wird, hat nicht unsere Politiker mit ins Kalkül gezogen, so die Analysten der Baader Bank. Da kein Politiker als Totengräber des europäischen Gedankens in die Geschichtsbücher eingehen möchte, werde bis zum 20. Juli weiter verhandelt. Erst an diesem Tag werde mit der fälligen Rückzahlung von 3,5 Mrd. EUR an die Europäische Zentralbank (EZB) final entschieden, ob es heiße "isch over". Dies habe Finanzminister Wolfgang Schäuble freilich auch schon im Februar mit Blick auf ein Ultimatum zum damaligen Monatsende gesagt.
Angesichts der High-Noon-Stimmung im Vorfeld des EU-Sondergipfels zur Griechenlandkrise am Sonntag habe sich der Aufwärtstrend deutscher Anleihen verfestigt. Der für den deutschen Rentenmarkt richtungsweisende Euro-Bund-Future habe in der Spitze auf 154,24% zugelegt. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen, so genannte Bunds, sei entsprechend auf 0,611% gefallen (aktuell: 0,669%), nachdem diese vor Wochenfrist noch bei 0,833% gelegen habe. Dass die deutschen Anleihen im Gleichklang mit den US-Treasuries steigen würden, mache deutlich, dass es sich um eine typische Safe-Haven-Marktbewegung handele.
Indessen sei die Rendite griechischer Anleihen binnen Wochenfrist von 14,665% auf 18,181% gesprungen. Allerdings handele es sich hierbei um rechnerische Renditen, da griechische Staatsanleihen weiter vom Börsenhandel ausgesetzt seien und somit nur theoretisch und außerbörslich handelbar wären.
Die Auswirkungen der Eskalation in Hellas auf die Bondmärkte anderer Länder, auf die die Griechenlandkrise überspringen könnte, hätten sich allerdings nach den jüngsten Ereignissen in engen Grenzen gehalten. So gesehen scheine die Ansteckungsgefahr, die von einem Grexit ausgehen könnte, zunächst gebannt zu sein. Allerdings sei davon auszugehen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) über ihr Aufkaufprogramm für Staatsanleihen selbst genügend medikamentöse Nachfrage im Markt erzeuge, um die Bonds der Ansteckungskandidaten unter Quarantäne stellen zu können.
Vor diesem Hintergrund hätten innerhalb einer Woche die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen von Portugal von 2,82% auf 2,984% angezogen. Spanische Bonds würden unverändert gegenüber der Vorwoche bei 2,216% rentieren. Und bei zehnjährigen italienischen Staatsanleihen, die aufgrund steuerlicher Hemmnisse an keiner deutschen Börse gehandelt würden, sei die Rendite sogar von 2,235% auf 2,213% gefallen.
Was die Debatte um Griechenland in der Eurozone für Schäden verursacht habe, werde unter anderem an einem High/Low-Vergleich 10-jähriger Staatsanleihen während der vergangenen drei Monate deutlich:
Deutschland: von 0,073% auf 0,978%
Griechenland: von 10,138% auf 18,249%
Portugal: von 1,596% auf 3,217%
Spanien: von 1,218% auf 2,40%
Italien: von 1,256% auf 2,383%
Aber auch, dass in einem Land wie Österreich mehr als eine Viertelmillion Menschen ein Begehren für einen Austritt des Landes aus der EU unterzeichnet hätten, sollte zu denken geben. Die Hürde von 100.000 Unterschriften habe das Volksbegehren damit locker übersprungen. Nun müsse das Anliegen im Parlament in Wien diskutiert werden. Ob aber nach Großbritannien jetzt auch Österreich ein Referendum abhalten dürfe, sei nach den Erfahrungen mit Volksbegehren in Wien eher unwahrscheinlich. Doch verdeutliche diese Entwicklung wie reformbedürftig das Konstrukt der Europäischen Währungsunion geworden sei.
Die Europäische Zentralbank (EZB) habe ihr Ankaufprogramm für Anleihen auf eine Reihe von Corporate Bonds ausgeweitet. So seien nun Public Non-Financial Corporates wie ASFINAG oder SNCF auf die Liste geraten, ebenso wie die italienischen Emittenten ENEL, SNAM und Terna. Letzteres werte die BayernLB als eine Überraschung, weil diese Emittenten mit 25% bis 30% einen deutlich geringeren Staatsanteil aufweisen würden als die bisherigen Emittenten auf der Liste. Außerdem würden sie aus einem Land stammen, in dem die Knappheitsproblematik bei den Staatsanleihen nicht allzu hoch sei.
Die Auswahl der Emittenten sei für die BayernLB auch auf Länderebene durchaus überraschend, da z. B. viele französische und italienische Emittenten aufgelistet worden seien, sich aber keine deutschen, niederländischen und sogar nur ein spanischer Emittent auf der Liste wiederfinden würden. Eine klare Definition zur Auswahl der Emittenten habe die EZB jedenfalls nicht geliefert. Der Fokus auf Emittenten im Bereich Infrastruktur werde allerdings aus der Erweiterung des Kaufprogramms deutlich. Vor diesem Hintergrund erwarte die BayernLB, dass bei einer erneuten Erweiterung der Emittentenliste unter anderem auch die Deutsche Bahn und die EnBW mit aufgenommen würden.
Die chinesische Regierung versuche, sich mit weiteren massiven staatlichen Eingriffen gegen den anhaltenden Kursrutsch an den heimischen Aktienmärkten zu stemmen. So habe die Notenbank in Peking umfangreiche Geldspritzen zur Stützung der Märkte angekündigt.
Im Zuge dieser Maßnahmen sollten der China Securities Finance Corp, an der auch die staatlichen Börsenbetreiber in Shanghai und Shenzhen beteiligt seien, umfangreiche Mittel zur Verfügung gestellt werden. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg könnten die Währungshüter so mehr als umgerechnet 73 Mrd. EUR in den Aktienmarkt pumpen. Zuvor seien andere Maßnahmen vom vergangenen Wochenende wie der Stopp von Börsengängen oder die geplanten Aktienkäufe durch Wertpapierhandelshäuser schon wieder verpufft.
Inzwischen sei sogar seitens der Wertpapieraufsicht Chinas den Hauptaktionären und höchsten Führungskräften der Verkauf ihrer Aktien während der nächsten sechs Monate untersagt worden! In den vergangenen drei Wochen seien die Börsen in China um fast 30% abgestürzt. Aufgrund des vorangegangenen langen Aktienbooms stehe der Leitindex Shanghai Composite Index aber immer noch 80% höher als vor einem Jahr.
Gefahr drohe für deutsche Exporteure erst dann, wenn der Börsencrash die sonstige Stabilität des Landes gefährden sollte. Denn die deutsche Wirtschaft habe sich in den vergangenen Jahren sehr stark auf den Absatzmarkt China konzentriert. Vor allem für die Autohersteller zähle das Land der Mitte zu den wenigen verbliebenen Hoffnungsmärkten. Dies gelte erst recht seit Einführung der Sanktionen gegenüber Russland. Besonders der Investitionsgüter- und der Konsumbereich dürften von der jüngsten Krise zuerst betroffen sein. Somit steige die Wahrscheinlichkeit, dass die von den deutschen Exporteuren in China gesetzten Erwartungen 2015 nicht erfüllt würden.
Im Milliardenstreit zwischen der BayernLB und der Krisenbank Heta (ehemals Hypo Alpe Adria) komme es zu einem politischen Kuhhandel. Vertreter Bayerns und Österreichs hätten sich auf einen Vergleich verständigt, welcher der zweitgrößten deutschen Landesbank 1,23 Mrd. EUR bringen könnte. Dies wäre etwa die Hälfte aller ausstehenden Forderungen aus München in Höhe von rund 2,4 Mrd. EUR. Im Gegenzug sollten alle anhängigen Gerichtsverfahren zwischen Österreich und der BayernLB eingestellt werden.
Werde der Vergleich Ende Oktober besiegelt, verzichte die BayernLB auf mehr als 1 Mrd. EUR. Dies sei umso beachtlicher, weil Bayern stets behauptet habe, eine unangreifbare Rechtsposition zu vertreten und keine faulen Kompromisse nötig habe.
Die BayernLB, die mehrheitlich dem Freistaat gehöre, habe die Heta-Vorgängerin Hypo Alpe Adria 2007 gekauft und die marode Bank zweieinhalb Jahre später in einer Notaktion an Österreich zurückgegeben. Seitdem würden sich beide Seiten mit Klagen über die Lastenverteilung für das Debakel überziehen, das als größter Finanzskandal der österreichischen Nachkriegsgeschichte gelte.
In den vergangenen sechs Jahren habe die Alpenrepublik rund 5,5 Mrd. EUR in die Hypo Alpe Adria gepumpt, die nun über die Bad Bank Heta abgewickelt werde. Um nicht alle Lasten dem Steuerzahler aufzubürden, wolle Österreich auch die Gläubiger zur Kasse bitten. Anfang des Jahres habe Wien die Rückzahlung sämtlicher Heta-Anleihen gestoppt.
Durch den Vergleich mit der BayernLB habe Österreich auch den übrigen Gläubigern ein Signal gegeben, "wo ungefähr die Limits liegen", wie Finanzminister Hans Jörg Schelling in Wien gesagt habe. Betroffen seien viele andere deutsche Banken und Versicherer, bei denen Heta-Bonds im Depot lägen - darunter die Deutsche Bank, die Commerzbank und die Münchener Rückversicherung. Im Herbst könnte die Finanzmarktaufsicht FMA nun eine Quote für einen Schuldenschnitt auf Heta-Anleihen festsetzen.
Im Zuge der Finanzierung einer großen Steuerreform schaffe Österreich sein umstrittenes Bankgeheimnis ab. In der Folge erwarte die Regierung durch bessere Kontrollmöglichkeiten Mehreinnahmen bei der Besteuerung von Kapitalerträgen von rund 700 Mio. EUR. Dafür sei ein zentrales Register geplant, in dem sämtliche 20 Mio. Konten bei Geldinstituten in Österreich aufgelistet würden. Voraussetzungen für eine Kontoeinsicht seien ein begründeter Verdachtsfall sowie die Genehmigung eines Richters am Bundesfinanzgericht.
Diese Maßnahme sei nur ein Teil des gesamten Reformpakets, das Anfang kommenden Jahres in Kraft trete und rund 5 Mrd. EUR in die Staatskasse spülen solle - unter anderem auch durch eine Anhebung des Spitzensteuersatzes von 50 auf 55% für jährliche Einkommen von mindestens 1 Mio. EUR.
Ein Betrag von 500 Mio. EUR sei mittels eines Floaters (ISIN XS1255435379 / WKN A1Z3YD) (3 Monats-EURIBOR + 45) eingesammelt worden, der am 30.06.2017 endfällig sein werde. Weitere 600 Mio. EUR seien als 1%er mit einer Fälligkeit 08.07.2019 begeben worden. Gepreist worden sei die Anleihe (ISIN XS1255435965 / WKN A1Z3YE) mit 99,696%, was einem Emissionsspread von +72 bps über Mid Swap entsprochen habe. Der dritte Part im Volumen von 800 Mio. EUR verfüge über einen jährlichen Kupon von 1,7%. Die am 04.01.2022 endfällige Gattung (ISIN XS1255436005 / WKN A1Z3YF) sei bei 99,651% aufgelegt worden, was einem Emissionsspread von +100 bps über Mid Swap gleich gekommen sei.
Den Schlusspunkt habe das Unternehmen mit einer Anleihe (ISIN XS1255436187 / WKN A1Z3YG) im Volumen von ebenfalls 800 Mio. EUR und einer Laufzeit bis zum 08.07.2025 gesetzt. Ausgestattet mit einem Kupon von 2,5% sei die Gattung bei 99,878% gepreist worden, was einen Emissionsspread von +130 bps über Mid Swap bedeutet habe.
In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass sich der Emittent ein jederzeitiges Kündigungsrecht zu einem vordefinierten Spread über der entsprechenden Referenzanleihe habe einräumen lassen.
Mit dem US-Unternehmen Ecolab, einem weltweit führenden Anbieter von Produkten und Dienstleistungen im Bereich der industriellen Reinigung und Hygiene für Hotels, Restaurants und Brauereien, habe sich ein weiteres Unternehmen am Primärmarkt gezeigt. Mittels einer am 08.07.2025 fälligen Anleihe (ISIN XS1255433754 / WKN A1Z3W9), die mit einem Kupon von 2,625% ausgestattet sei, seien 575 Mio. EUR refinanziert worden. Gepreist worden sei der Bond mit 99,705%, was einen Emissionsspread von +145 bps über Mid Swap ergeben habe.
In dieser Woche habe der Euro-Bund-Future seinem Spitznamen "Sorgenbarometer" wieder alle Ehre gemacht. Denn mit dem ungewissen Ausgang der griechischen Tragödie wurde das spiegelbildliche Verhalten zwischen Aktien- und Rentennotierungen in einer Weise registriert, die wir aus vielen Krisen kennen, so die Analysten der Baader Bank.
Die Unsicherheit in puncto Hellas werde auch in den kommenden Tagen die Zinsmärkte bestimmen und bei den kleinsten Anzeichen einer Entspannung oder Verschärfung der Situation zu entsprechenden Reaktionen führen. Somit würden viele Investoren dazu neigen, die Risiken zu begrenzen und Positionen abzusichern. Neue Aktivitäten seien nur dann zu erwarten, wenn die Unterstützungslinie bei 152,00% (mehrere Hochs und Tiefs im Juli) nachhaltig durchbrochen bzw. wenn die Widerstandslinie bei 154,70% (mehrere Hochs und Tiefs im Mai) durchstoßen würde.
Auf den ersten Blick erscheine die Handelsrange zwischen 152,00% und 154,70% zwar sehr breit, aber wegen der anstehenden Entscheidung sei ein Festhalten an diesen Marken sinnvoll. Denn in den kommenden Tagen würden täglich die Fortschritte zur Beilegung der Hellas-Krise neu bewertet werden und weil das Zeitfenster für eine Einigung immer kleiner werde, sei mit einer Steigerung der Volatilität schon bald zu rechnen. Was nach dem Sondergipfel am kommenden Sonntag passieren werde, könne niemand vorhersagen und somit dürfe man schon jetzt gespannt sein, wie am kommenden Montag das Sorgenbarometer in die neue Woche starten werde.
In den USA hätten die Investoren in dieser Handelswoche endlich wieder aus dem Vollen schöpfen können. Insgesamt habe es 146 Mrd. USD zu platzieren gegolten. Hierzu seien T-Bills für vier Wochen sowie drei und sechs Monate im Volumen von 88 Mrd. USD, T-Notes über drei und zehn Jahre für insgesamt 45 Mrd. USD und T-Bond mit einer Laufzeit von 30 Jahren für 13 Mrd. USD aufgelegt worden.
In Euroland seien lediglich Österreich und Deutschland am Kapitalmarkt in Erscheinung getreten. So seien zwei österreichische Staatsanleihen (ISIN AT0000A19XC3 / WKN A1ZQS7, 2019 und ISIN AT0000A1FAP5 / WKN A1Z3D2, 2025) um insgesamt ca. 1,3 Mrd. EUR und in Deutschland planmäßig die inflationsindexierte Anleihe (ISIN DE0001030567 / WKN 103056) um 1 Mrd. EUR auf 5 Mrd. EUR sowie die zweijährigen Bundesschatzanweisungen (ISIN DE0001104602 / WKN 110460) um 3 Mrd. auf 13 Mrd. EUR aufgestockt worden.
Hierzu sei anzumerken, dass die Versteigerung des Linkers nicht den gewünschten Erfolg gebracht habe, da die Zurückhaltung der Anleger größer als erwartet gewesen sei. Insgesamt seien nur Gebote für 955 Mio. EUR abgegeben worden, was eine technische Unterzeichnung bedeutet habe. Dennoch sei die Zuteilung von 810 Mio. EUR bei einer realen Durchschnittsrendite von -0,55% erfolgt.
Bei der Aufstockung der zweijährigen Titel hingegen, sei alles seinen gewohnten Gang gegangen. Bei einer 1,9-fachen Überzeichnung sei die Zuteilung infolge der Unsicherheit an den Märkten mit einer Durchschnittsrendite von -0,27% erfolgt. Der dabei erzielte gewogene Durchschnittskurs von 100,525% habe somit deutlich über den vorherigen Zuteilungskursen vom Mai (100,45%) und Juni (100,318%) gelegen.
In den 90er-Jahren seien in der Filmkomödie "Und täglich grüßt das Murmeltier" auf originelle Weise die unterschiedlichsten Themen in einer Zeitschleife verarbeitet worden. Übertragen auf die aktuelle Situation an den Finanzmärkten müsste der Titel allerdings abgewandelt werden in: "Und täglich geht's um Griechenland".
Denn nach wie vor sei Griechenland das über alles dominierende Thema, auch am Devisenmarkt. Zum Wochenausklang und vor dem viel beachteten Referendum habe sich die Währung der Euroländer durchaus konstant präsentiert und sei bei 1,1110 USD aus dem Handel gegangen. Nach dem Referendum sei vor dem Referendum gewesen und das Nein der Griechen zum Sparpaket habe den Euro nicht wirklich aus der Bahn werfen können.
So sei die Einheitswährung zwar etwas leichter in die neue Handelswoche gestartet und sogar bis auf 1,0967 USD zurückgefallen. Allerdings habe sie sich im weiteren Handelsverlauf gut behaupten können und sei wieder bis auf 1,1095 USD geklettert. Erst am Dienstag habe der Euro vor dem Sonder-Gipfel bis auf 1,0915 USD korrigiert. Aber auch dadurch habe sich die Gemeinschaftswährung nicht aus der Ruhe bringen lassen und innerhalb kürzester Zeit die Verluste wieder wettmachen können.
Die Robustheit der Einheitswährung sei in der aktuellen Marktphase bemerkenswert, denn es gehe ja immerhin um die Zukunft Europas. Am Wochenende stehe nun wieder eine "allerletzte" Entscheidung an, wie es mit Hellas weitergehe. Im Vorfeld dieses womöglich geschichtsträchtigen Beschlusses handele der Euro heute Morgen um die Marke von 1,11 USD.
Abseits von Griechenland habe sich die Gemeinschaftswährung der Euroländer gegenüber der Norwegischen Krone (NOK) in Bestform gezeigt und sei bis auf 9,1457 NOK gestiegen. So hoch habe sie zuletzt im Januar 2015 notiert.
Obwohl der Euro momentan keine schlechte Figur abgebe, seien Privatanleger trotzdem bemüht, das Investmentrisiko bestmöglich zu begrenzen. Dabei seien Fremdwährungsanleihen ein probates Mittel. In diesem Zusammenhang hätten Währungsanleihen auf US-Dollar, Australische Dollar, Türkische Lira sowie auch Norwegische Kronen im Fokus der Anleger gestanden.
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