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Renten: Nach Schwankungen kaum verändert


18.01.21 09:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der in der Vorwoche eingeläutete Renditeanstieg an den Staatsanleihemärkten setzte sich zunächst noch fort, so die Experten von Union Investment.

Im weiteren Handelsverlauf hätten sich dann die Ängste der Anleger hinsichtlich ansteigender Inflation etwas abgemildert. Geholfen habe auch, dass seitens der FED derzeit keine Bestrebungen erkennbar seien, ein vorläufiges Ende der großzügigen Liquidität einzuleiten. Ein Ende der Anleiheankäufe (Tapering) scheine unwahrscheinlich. Dennoch bleibe genau zu beobachten, wie sich die geplanten Investitionsprogramme der US-Regierung sowohl auf das Wirtschaftswachstum als auch auf das Inflationsgeschehen und damit letztlich auf die US-Staatsanleihen auswirken würden. Zuletzt hätten die Inflationssorgen wieder etwas nachgelassen, da die Anleger davon ausgehen würden, dass sich die umfangreichen Hilfspakete nicht gänzlich werden durchsetzen lassen würden.

Am US-Markt sei die Zehnjahresrendite nach zunächst in der Spitze 1,15 Prozent im Wochenverlauf wieder zurückgekommen. Die US-Zinskurve sei letztlich nahezu unverändert gewesen. Dies habe auch für Bundesanleihen beziehungsweise die deutsche Zinsstrukturkurve gegolten.

In der Euro-Peripherie habe sich die Reaktion der Anleger in Bezug auf die italienische Regierungskrise sehr besonnen gezeigt. Italienische Staatsanleihen seien zwar etwas unter Druck gekommen, der Renditeanstieg sei mit bis zu zehn Basispunkten Anstieg überschaubar geblieben. Wohl auch mit Blick auf die Anleiheankäufe der Europäischen Zentralbank habe sich der Markt somit eher gelassen gezeigt. Die Anleger dürften auch eher damit rechnen, dass es dem italienischen Ministerpräsidenten gelingen werde, eine neue Regierung zu bilden und damit Neuwahlen zu verhindern.

Auch in Spanien und Portugal seien die Renditeanstiege sehr überschaubar geblieben. Eine neue spanische Staatsanleihe habe in der Berichtswoche vom 11. bis 15. Januar ordentlich bei den Investoren platziert werden können. Auf Gesamtmarktebene (iBoxx Euro Sovereigns-Index) seien im Staatsanleihesektor in der Berichtswoche insgesamt leichte Verluste zu verzeichnen gewesen.

Im Unternehmensanleihesektor und im Bereich der Anleihen aus den Schwellenländern (EM) habe es wieder zahlreiche Neuemissionen gegeben. Bei Letzteren vor allem aus Lateinamerika. Der EM-Sektor habe in der Berichtswoche von den US-Treasuries ausgehend auf Indexebene leicht abgegeben. Euro-Unternehmensanleihen mit Rating Investment Grade hätten sich stabil gezeigt. (Ausgabe vom 15.01.2021) (18.01.2021/alc/a/a)