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Renten: Risikopapiere mit rückläufigen Renditeaufschlägen
04.04.24 11:40
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In einem von erhöhter Risikofreude geprägten Marktumfeld erfreuten sich rentenseitig Anleihen mit Renditeaufschlag großer Beliebtheit, so die Experten von Union Investment.
Im Euro-Unternehmensanleihemarkt hätten die im ICE BofA Euro-Corporate-Index (ER00) gelisteten Papiere mit Rating Investment Grade im März auf Indexebene um 1,2 Prozent zugelegt. Die Risikoaufschläge (Spreads) hätten dabei um fünf auf 80 Basispunkte nachgegeben. Gut nachgefragt seien zudem nachrangige Finanzanleihen gewesen, die auf Indexebene um 1,5 Prozent angestiegen seien. Sämtliche Untersektoren im Unternehmensanleihebereich hätten im Berichtsmonat eine positive Wertentwicklung verbuchen können. Damit seien auch zumeist Spreadeinengungen einhergegangen, vielfach seien dabei Jahrestiefstände erreicht worden.
Hochverzinsliche Papiere seien nach ebenfalls zwischenzeitlichen Spread-Tiefständen dann zum Monatsende aber mit leicht erhöhten Risikoaufschlägen aus dem Markt gegangen. Die hohen Zinskupons hätten aber auch dort für eine leicht positive Monatsentwicklung gesorgt (ICE BofA HEAG-Index plus 0,6 Prozent). Bei den in US-Dollar und Euro begebenen Staatsanleihen aus den Schwellenländern (Emerging Markets) sei auf Gesamtmarktebene (JP Morgan EMBI Global Diversified-Index) ein Plus von 2,1 Prozent zu verzeichnen gewesen. Deren Spreads hätten sich dabei um 27 auf 342 Basispunkte eingeengt.
Am US-Staatsanleihemarkt habe es im März bei der Renditeentwicklung nur geringfügige Veränderungen gegeben. Mit Blick auf die dortige Zinsstrukturkurve habe sich diese ab fünf Jahre Laufzeit mit maximal fünf Basispunkten nur leicht nach unten verschoben. Zehnjährige US-Treasuries hätten mit 4,2 nach 4,25 Prozent zum Vormonatsschluss rentiert. Zweijährige Papiere hätten unverändert notiert. Der Gesamtmarkt für US-Staatsanleihen habe 0,7 Prozent hinzugewonnen.
Im Euroraum sei der Renditerückgang etwas ausgeprägter gewesen. Der Markt für Euro-Staatsanleihen (iBoxx Euro Sovereign-Index) habe im März 1,1 Prozent hinzugewonnen. Die komplette bundesdeutsche Zinskurve habe sich um bis zu elf Basisunkte nach unten verschoben. Die zehnjährigen Bundesanleihen hätten Ende März mit 2,3 Prozent rentiert. Zweijährige Fälligkeiten hätten renditeseitig um fünf Basispunkte auf 2,84 Prozent nachgegeben.
In den Peripheriemärkten seien die Renditerückgänge etwas ausgeprägter gewesen. So hätten zehnjährige italienische Staatsanleihen 17 Basispunkte tiefer rentiert und seien auf 3,67 Prozent gefallen. Der Renditeabstand zu laufzeitgleichen Bundesanleihen habe sich im März aufgrund großer Nachfrage nach italienischen Papieren auf fast 120 Basispunkte eingeengt. Zum Vergleich: Im vergangenen Oktober lagen wir noch bei über 200, so die Experten von Union Investment. Der Spread habe sich zum Monatsende aber nicht ganz auf diesem Niveau halten können und zuletzt bei 137 Basispunkten gelegen.
Auf Rekordhöhen sei auch die Gold-Notierung geschnellt. Der Preis für eine Unze Feingold habe Ende März bei 2.235 US-Dollar geschlossen. Ende Februar habe die Notierung noch bei 2.043 US-Dollar gelegen. Womöglich könnte eine am Markt erwartet höhere Inflationstoleranz durch die US-Notenbank hierfür den Ausschlag gegeben haben. Die Akzeptanz einer länger etwas über dem Inflationsziel liegenden Preissteigerung könnte die Nachfrage nach Inflationsschutz und damit dem gelben Edelmetall angeschoben haben.
Am Währungsmarkt habe sich die Euro/US-Dollar-Wechselkursentwicklung volatil, per saldo vor dem Hintergrund einer derzeit abwartenden Notenbankpolitik aber wenig verändert gezeigt. Der Euro habe zunächst leicht aufgewertet, dann aber in der zweiten Monatshälfte die Gewinne wieder abgegeben. Es sei ein minimaler Abwertungsverlust in Höhe von 0,1 Prozent verblieben.
Die positiven Perspektiven für die Kapitalmärkte hätten sich in den vergangenen Wochen nicht verändert. Eine robuste US-Konjunktur, wenngleich mit leicht rückläufiger Dynamik, sowie ein nachlassender Teuerungsdruck würden für einen günstigen Wachstums-Inflations-Mix sorgen. Im Euroraum würden die Experten erste Anzeichen für eine Stabilisierung der Wirtschaft sehen, wenn auch auf niedrigem Niveau.
Zudem habe sich die Wahrscheinlichkeit für erste Leitzinssenkungen in den USA und im Euroraum im Juni erhöht. Gleichzeitig hätten sich mittlerweile die Erwartungen der Anleger bezüglich der Anzahl der kommenden Leitzinssenkungen deutlich reduziert bzw. seien am Markt wieder ausgepreist worden. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung in China bleibe ungewiss. Erste Hoffnungsschimmer bestünden, dennoch würden aus Sicht der Experten dort zurzeit noch die Abwärtsrisiken überwiegen.
Die Renditeniveaus an den Bondmärkten würden unverändert interessant bleiben, was sich auch in der anhaltend hohen Investorennachfrage in nahezu allen Marktsegmenten widerspiegele. Dies habe auch der in den vergangenen Wochen zu beobachtende Rückgang der Risikoprämien bei Peripherieanleihen, Unternehmenspapieren und Titeln aus den Schwellenländern gezeigt. Die Neuemissionsmärkte hätten ein sehr starkes erstes Quartal verzeichnet. Nach dem starken Jahresauftakt sollte eine nun erwartet nachlassende Neuemissionstätigkeit die Märkte unterstützen.
Im Aktiensegment dürften unvermindert Unternehmen mit KI-Bezug im Fokus stehen, denn die fundamentalen Trends seien intakt. Künstliche Intelligenz-Anwendungen würden im breiten Markt ankommen, weshalb sich durchaus ein Blick auf Unternehmen aus anderen Branchen lohne. Die initiale Entwicklungsphase von KI sei vorüber und nun gehe es um den effizienten Einsatz. Allerdings bleibe die Halbleiterindustrie ein wichtiger Spielball im Großmachtwettbewerb zwischen den USA und China. Die Einzeltitelauswahl werde im Rahmen einer zunehmenden Differenzierung im Technologiesektor immer wichtiger. (04.04.2024/alc/a/a)
Im Euro-Unternehmensanleihemarkt hätten die im ICE BofA Euro-Corporate-Index (ER00) gelisteten Papiere mit Rating Investment Grade im März auf Indexebene um 1,2 Prozent zugelegt. Die Risikoaufschläge (Spreads) hätten dabei um fünf auf 80 Basispunkte nachgegeben. Gut nachgefragt seien zudem nachrangige Finanzanleihen gewesen, die auf Indexebene um 1,5 Prozent angestiegen seien. Sämtliche Untersektoren im Unternehmensanleihebereich hätten im Berichtsmonat eine positive Wertentwicklung verbuchen können. Damit seien auch zumeist Spreadeinengungen einhergegangen, vielfach seien dabei Jahrestiefstände erreicht worden.
Hochverzinsliche Papiere seien nach ebenfalls zwischenzeitlichen Spread-Tiefständen dann zum Monatsende aber mit leicht erhöhten Risikoaufschlägen aus dem Markt gegangen. Die hohen Zinskupons hätten aber auch dort für eine leicht positive Monatsentwicklung gesorgt (ICE BofA HEAG-Index plus 0,6 Prozent). Bei den in US-Dollar und Euro begebenen Staatsanleihen aus den Schwellenländern (Emerging Markets) sei auf Gesamtmarktebene (JP Morgan EMBI Global Diversified-Index) ein Plus von 2,1 Prozent zu verzeichnen gewesen. Deren Spreads hätten sich dabei um 27 auf 342 Basispunkte eingeengt.
Am US-Staatsanleihemarkt habe es im März bei der Renditeentwicklung nur geringfügige Veränderungen gegeben. Mit Blick auf die dortige Zinsstrukturkurve habe sich diese ab fünf Jahre Laufzeit mit maximal fünf Basispunkten nur leicht nach unten verschoben. Zehnjährige US-Treasuries hätten mit 4,2 nach 4,25 Prozent zum Vormonatsschluss rentiert. Zweijährige Papiere hätten unverändert notiert. Der Gesamtmarkt für US-Staatsanleihen habe 0,7 Prozent hinzugewonnen.
Im Euroraum sei der Renditerückgang etwas ausgeprägter gewesen. Der Markt für Euro-Staatsanleihen (iBoxx Euro Sovereign-Index) habe im März 1,1 Prozent hinzugewonnen. Die komplette bundesdeutsche Zinskurve habe sich um bis zu elf Basisunkte nach unten verschoben. Die zehnjährigen Bundesanleihen hätten Ende März mit 2,3 Prozent rentiert. Zweijährige Fälligkeiten hätten renditeseitig um fünf Basispunkte auf 2,84 Prozent nachgegeben.
Auf Rekordhöhen sei auch die Gold-Notierung geschnellt. Der Preis für eine Unze Feingold habe Ende März bei 2.235 US-Dollar geschlossen. Ende Februar habe die Notierung noch bei 2.043 US-Dollar gelegen. Womöglich könnte eine am Markt erwartet höhere Inflationstoleranz durch die US-Notenbank hierfür den Ausschlag gegeben haben. Die Akzeptanz einer länger etwas über dem Inflationsziel liegenden Preissteigerung könnte die Nachfrage nach Inflationsschutz und damit dem gelben Edelmetall angeschoben haben.
Am Währungsmarkt habe sich die Euro/US-Dollar-Wechselkursentwicklung volatil, per saldo vor dem Hintergrund einer derzeit abwartenden Notenbankpolitik aber wenig verändert gezeigt. Der Euro habe zunächst leicht aufgewertet, dann aber in der zweiten Monatshälfte die Gewinne wieder abgegeben. Es sei ein minimaler Abwertungsverlust in Höhe von 0,1 Prozent verblieben.
Die positiven Perspektiven für die Kapitalmärkte hätten sich in den vergangenen Wochen nicht verändert. Eine robuste US-Konjunktur, wenngleich mit leicht rückläufiger Dynamik, sowie ein nachlassender Teuerungsdruck würden für einen günstigen Wachstums-Inflations-Mix sorgen. Im Euroraum würden die Experten erste Anzeichen für eine Stabilisierung der Wirtschaft sehen, wenn auch auf niedrigem Niveau.
Zudem habe sich die Wahrscheinlichkeit für erste Leitzinssenkungen in den USA und im Euroraum im Juni erhöht. Gleichzeitig hätten sich mittlerweile die Erwartungen der Anleger bezüglich der Anzahl der kommenden Leitzinssenkungen deutlich reduziert bzw. seien am Markt wieder ausgepreist worden. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung in China bleibe ungewiss. Erste Hoffnungsschimmer bestünden, dennoch würden aus Sicht der Experten dort zurzeit noch die Abwärtsrisiken überwiegen.
Die Renditeniveaus an den Bondmärkten würden unverändert interessant bleiben, was sich auch in der anhaltend hohen Investorennachfrage in nahezu allen Marktsegmenten widerspiegele. Dies habe auch der in den vergangenen Wochen zu beobachtende Rückgang der Risikoprämien bei Peripherieanleihen, Unternehmenspapieren und Titeln aus den Schwellenländern gezeigt. Die Neuemissionsmärkte hätten ein sehr starkes erstes Quartal verzeichnet. Nach dem starken Jahresauftakt sollte eine nun erwartet nachlassende Neuemissionstätigkeit die Märkte unterstützen.
Im Aktiensegment dürften unvermindert Unternehmen mit KI-Bezug im Fokus stehen, denn die fundamentalen Trends seien intakt. Künstliche Intelligenz-Anwendungen würden im breiten Markt ankommen, weshalb sich durchaus ein Blick auf Unternehmen aus anderen Branchen lohne. Die initiale Entwicklungsphase von KI sei vorüber und nun gehe es um den effizienten Einsatz. Allerdings bleibe die Halbleiterindustrie ein wichtiger Spielball im Großmachtwettbewerb zwischen den USA und China. Die Einzeltitelauswahl werde im Rahmen einer zunehmenden Differenzierung im Technologiesektor immer wichtiger. (04.04.2024/alc/a/a)


