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Renten: Renditeanstieg bei Staatsanleihen setzt sich fort


01.03.21 12:00
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Am Markt für US-Schatzanweisungen und deutsche Bundesanleihen kam es am Donnerstag zu einem Ausverkauf, so die Experten von Union Investment.

Ungeachtet marktfreundlicher Notenbankkommentare seien die Anleihenotierungen - Stichwort Inflation - weiter unter Druck geraten. Der hieraus resultierende Renditeanstieg habe am US-Staatsanleihemarkt bei den Zehnjahrespapieren bis auf 1,55 Prozent geführt. Am Donnerstag sei vor allem der mittlere Laufzeitbereich unter Druck geraten, sodass sich die US-Zinskurve im Wochenvergleich eher parallel nach oben verschoben habe denn steiler geworden sei.

Deutsche Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit hätten zeitweise mit minus 0,21 Prozent rentiert. Zum Vergleich: Im Januar habe die Zehnjahresrendite über weite Strecken bei minus 0,55 Prozent gelegen. Auf der Bundkurve hätten ebenfalls die Renditen in den mittleren Laufzeitbereichen angezogen. Der deutsche Anleihemarkt habe sich letztlich im Fahrwasser der US-Rentenentwicklung bewegt. Deutsche Anleihen mit 30 Jahren Laufzeit hätten am Freitag mit 0,2 Prozent wieder deutlich im positiven Bereich rentiert. Am Freitag sei hinsichtlich des langen Laufzeitensegments bekannt geworden, dass die deutsche Finanzagentur nicht mit lang laufenden Papieren (ultralange Laufzeiten) plane. 30-jährige Papiere dürften somit bezüglich der Fälligkeiten das Ende der Fahnenstange bedeuten.

Mit Blick auf die Peripherie habe auch dort der Renditeanstieg nicht halt gemacht. Griechische Anleihen mit zehn Jahren Laufzeit hätten wieder mit etwas mehr als einem Prozent rentiert. Laufzeitgleiche italienische Bonds hätten bei 0,8 Prozent gelegen. Der Spread zu deutschen Bundesanleihen habe sich vom Tiefstand bei 90 Basispunkten Mitte Februar wieder auf 104 Basispunkte ausgeweitet. Der Gesamtmarkt (iBoxx Euro Sovereigns) habe bis Donnerstagabend 0,8 Prozent verloren. Trotz einer leichten Erholung am Freitag sei die Wochenbewegung negativ. Deutliche Renditeanstiege seien zudem in Großbritannien und vor allem in Australien zu beobachten gewesen. Die Zehnjahresrendite australischer Staatspapiere sei in der Berichtswoche von 1,43 auf 1,9 Prozent gesprungen.

Euro-Unternehmensanleihen hätten bis Donnerstagabend durch die Zinsbelastung etwas leichter tendiert, die Risikoprämien hätten sich hingegen relativ stabil gehalten. Dies habe auch für Schwellenländer-Anleihen in US-Dollar und Euro zugetroffen.

Der Euro habe zum US-Dollar zunächst deutlich aufgewertet (1,2243 US-Dollar je Euro), aber am Donnerstag und Freitag die Aufwertungsgewinne wieder nahezu komplett abgegeben. (Ausgabe vom 26.02.2021) (01.03.2021/alc/a/a)