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Renten: Niedriges Inflationsniveau und mögliches Staatsanleihekaufprogramm stimmen optimistisch
10.10.14 11:37
Weberbank
Berlin (www.anleihencheck.de) - In den vergangenen Tagen konnte man zur deutschen Wirtschaft wenig erfreuliche Schlagzeilen lesen: "Deutschland vor dem Abschwung" oder "Deutschlands Wachstum bricht ein", so die Analysten der Weberbank.
Doch man stelle sich die Frage, warum diese Skepsis verstärkt aufkomme. Nun, zum einen habe sich in den vergangenen Monaten die Stimmungslage in den deutschen Unternehmen sukzessive verschlechtert und zum anderen hätten zuletzt veröffentlichte Wirtschaftsdaten aus der Industrie sehr negativ überrascht. Stehe man deswegen schon vor einer langfristigen Rezession in Deutschland? Aktuell können die Analysten der Weberbank noch beruhigen und halten an ihrem schwachen Wachstumsbild fest.
Hierzu lohne unter anderem ein detaillierter Blick in die Wirtschaftsdaten bzw. Stimmungsindikatoren der letzten Tage: So seien die Industriedaten aus dieser Woche von saisonalen Effekten wegen der späten Sommerferien in diesem Jahr und durch große Auftragsstornierungen aus der Luftfahrtbranche verzerrt gewesen. Die Stimmungsindikatoren, wie z.B. Einkaufsmanagerindices oder ifo-Index, hätten sich von Mitte 2012 bis Anfang dieses Jahres schrittweise verbessert und aus Sicht der Analysten bereits zu euphorische Wachstumsaussichten von bis zu 4 Prozent signalisiert. Dementsprechend hätten sich die daran anschließenden Rückgänge in den Stimmungsindikatoren nun eher dem schwachen Wachstumsszenario der Analysten angepasst. Es sollte allerdings betont werden, dass weitere Rückgänge in den kommenden Monaten sehr kritisch zu werten wären.
Aber es gibt einen Silberstreif am Horizont: So sehen die Analysten der Weberbank einige wichtige Stützungsfaktoren nicht nur für die deutsche, sondern auch für die europäische Wirtschaft. Der Euro habe sich in den vergangenen Monaten deutlich gegenüber dem US-Dollar abgeschwächt. Dies helfe den europäischen Exporteuren ungemein, da sie nun ihre Produkte entweder günstiger und somit wettbewerbsfähiger anbieten könnten, oder eine höhere Marge im Exportgeschäft erzielen könnten.
Ein weiterer Stützungsfaktor seien die niedrigen Rohstoffpreise. Der Ölpreis zum Beispiel befinde sich aktuell auf dem niedrigsten Stand seit Sommer 2012 und könne sich somit sowohl für die Industrieunternehmen als auch für den Konsumenten positiv auswirken. Die niedrigen Rohstoffpreise würden zu den Hauptgründen für die extrem geringe Inflation in der Eurozone gehören und sollten auch in den kommenden Monaten der EZB gestatten, ihre expansive Geldpolitik fortzuführen. Somit könnten Unternehmen das niedrige Zinsniveau weiterhin für günstige Investitionen nutzen oder ihr Verschuldungsprofil verbessern.
Ein weiterer Punkt, der allerdings vor allem für die deutsche Wirtschaft gelte, sei der sehr stabile und gesunde heimische Arbeitsmarkt. Dieser sollte die deutschen Konsumenten zuversichtlich in die Zukunft blicken lassen und die Konsumfreude unterstützen.
Die angesprochenen Negativschlagzeilen hätten sich auch am Kapitalmarkt bemerkbar gemacht. Der deutsche Rentenmarkt sei folglich gut unterstützt gewesen, sodass die Renditen 10-jähriger deutscher Bundesanleihen ein neues Rekordtief markiert hätten. Nachdem sich der Markt letzte Woche unbeeindruckt von den detaillierten Plänen der EZB zum Kauf besicherter Anleihen gezeigt habe, hätten sich erneut die Spekulationen über ein breit angelegtes Staatsanleihekaufprogramm erhöht. Dieses sei zusätzlich durch die zuletzt veröffentlichten Inflationsraten der Eurozone forciert worden, die auf den tiefsten Stand seit Ende 2009 gefallen seien.
Die bereits angesprochenen rückläufigen Rohstoffpreise würden ein anhaltend niedriges Inflationsniveau auch für die kommenden Monate signalisieren. Dies, gepaart mit einem möglichen Staatsanleihekaufprogramm, lasse weiterhin optimistisch auf die Rentenmarktentwicklung blicken, auch wenn das allgemeine Renditeniveau bereits extrem niedrig sei.
Im Vergleich zu den globalen Leitindices sei insbesondere der deutsche Aktienmarkt in den letzten drei Wochen unter Druck geraten. Dabei habe der Leitindex DAX zwischenzeitlich über 800 Punkte eingebüßt. In den kommenden Wochen sollten neben den Konjunkturdaten auch die Bilanzzahlen aus dem dritten Quartal in den Fokus rücken. Positiv zu beobachten sei gewesen, dass die Analysten ihre mittelfristigen Gewinnschätzungen für europäische Unternehmen erhöht hätten. Die Analysten der Weberbank erwarten jedoch, dass die angesprochenen Vorteile aus der derzeitigen Euro-Schwäche noch nicht im vergangenen dritten, sondern eher im aktuell laufenden vierten Quartal monetär sichtbar werden. Allerdings könnten die Unternehmenslenker gerade aus exportorientierten Branchen bereits in dieser Bilanzsaison ihren Ausblick positiv anpassen und somit die Kurse stützen.
Nichtsdestotrotz bleiben die Analysten der Weberbank aktuell taktisch defensiv ausgerichtet, da aus der Charttechnik markante Unterstützungsmarken zum Teil durchbrochen wurden. Mittelfristig sollten die Aktienmärkte in einem Spannungsfeld zwischen einerseits schwächeren Konjunkturdaten und anderseits unterstützender Geldpolitik vonseiten der EZB bleiben. (10.10.2014/alc/a/a)
Doch man stelle sich die Frage, warum diese Skepsis verstärkt aufkomme. Nun, zum einen habe sich in den vergangenen Monaten die Stimmungslage in den deutschen Unternehmen sukzessive verschlechtert und zum anderen hätten zuletzt veröffentlichte Wirtschaftsdaten aus der Industrie sehr negativ überrascht. Stehe man deswegen schon vor einer langfristigen Rezession in Deutschland? Aktuell können die Analysten der Weberbank noch beruhigen und halten an ihrem schwachen Wachstumsbild fest.
Hierzu lohne unter anderem ein detaillierter Blick in die Wirtschaftsdaten bzw. Stimmungsindikatoren der letzten Tage: So seien die Industriedaten aus dieser Woche von saisonalen Effekten wegen der späten Sommerferien in diesem Jahr und durch große Auftragsstornierungen aus der Luftfahrtbranche verzerrt gewesen. Die Stimmungsindikatoren, wie z.B. Einkaufsmanagerindices oder ifo-Index, hätten sich von Mitte 2012 bis Anfang dieses Jahres schrittweise verbessert und aus Sicht der Analysten bereits zu euphorische Wachstumsaussichten von bis zu 4 Prozent signalisiert. Dementsprechend hätten sich die daran anschließenden Rückgänge in den Stimmungsindikatoren nun eher dem schwachen Wachstumsszenario der Analysten angepasst. Es sollte allerdings betont werden, dass weitere Rückgänge in den kommenden Monaten sehr kritisch zu werten wären.
Aber es gibt einen Silberstreif am Horizont: So sehen die Analysten der Weberbank einige wichtige Stützungsfaktoren nicht nur für die deutsche, sondern auch für die europäische Wirtschaft. Der Euro habe sich in den vergangenen Monaten deutlich gegenüber dem US-Dollar abgeschwächt. Dies helfe den europäischen Exporteuren ungemein, da sie nun ihre Produkte entweder günstiger und somit wettbewerbsfähiger anbieten könnten, oder eine höhere Marge im Exportgeschäft erzielen könnten.
Ein weiterer Punkt, der allerdings vor allem für die deutsche Wirtschaft gelte, sei der sehr stabile und gesunde heimische Arbeitsmarkt. Dieser sollte die deutschen Konsumenten zuversichtlich in die Zukunft blicken lassen und die Konsumfreude unterstützen.
Die angesprochenen Negativschlagzeilen hätten sich auch am Kapitalmarkt bemerkbar gemacht. Der deutsche Rentenmarkt sei folglich gut unterstützt gewesen, sodass die Renditen 10-jähriger deutscher Bundesanleihen ein neues Rekordtief markiert hätten. Nachdem sich der Markt letzte Woche unbeeindruckt von den detaillierten Plänen der EZB zum Kauf besicherter Anleihen gezeigt habe, hätten sich erneut die Spekulationen über ein breit angelegtes Staatsanleihekaufprogramm erhöht. Dieses sei zusätzlich durch die zuletzt veröffentlichten Inflationsraten der Eurozone forciert worden, die auf den tiefsten Stand seit Ende 2009 gefallen seien.
Die bereits angesprochenen rückläufigen Rohstoffpreise würden ein anhaltend niedriges Inflationsniveau auch für die kommenden Monate signalisieren. Dies, gepaart mit einem möglichen Staatsanleihekaufprogramm, lasse weiterhin optimistisch auf die Rentenmarktentwicklung blicken, auch wenn das allgemeine Renditeniveau bereits extrem niedrig sei.
Im Vergleich zu den globalen Leitindices sei insbesondere der deutsche Aktienmarkt in den letzten drei Wochen unter Druck geraten. Dabei habe der Leitindex DAX zwischenzeitlich über 800 Punkte eingebüßt. In den kommenden Wochen sollten neben den Konjunkturdaten auch die Bilanzzahlen aus dem dritten Quartal in den Fokus rücken. Positiv zu beobachten sei gewesen, dass die Analysten ihre mittelfristigen Gewinnschätzungen für europäische Unternehmen erhöht hätten. Die Analysten der Weberbank erwarten jedoch, dass die angesprochenen Vorteile aus der derzeitigen Euro-Schwäche noch nicht im vergangenen dritten, sondern eher im aktuell laufenden vierten Quartal monetär sichtbar werden. Allerdings könnten die Unternehmenslenker gerade aus exportorientierten Branchen bereits in dieser Bilanzsaison ihren Ausblick positiv anpassen und somit die Kurse stützen.
Nichtsdestotrotz bleiben die Analysten der Weberbank aktuell taktisch defensiv ausgerichtet, da aus der Charttechnik markante Unterstützungsmarken zum Teil durchbrochen wurden. Mittelfristig sollten die Aktienmärkte in einem Spannungsfeld zwischen einerseits schwächeren Konjunkturdaten und anderseits unterstützender Geldpolitik vonseiten der EZB bleiben. (10.10.2014/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


