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Renten: Kurzläufer bevorzugt, Zinskurven etwas steiler
04.09.24 09:42
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - An den Rentenmärkten beschäftigte die Marktteilnehmer in den vergangenen Wochen die Frage, wann und in welchem Umfang die großen Notenbanken Zinssenkungen vornehmen werden, so die Experten von Union Investment.
Eine wichtige Informationsquelle zur Bewertung der Lage sei dabei auch das FED-Symposium im amerikanischen Jackson Hole gewesen. US-Notenbankchef Jerome Powell habe dort dann auch ein klares Signal für eine Zinssenkung im September gesendet. Die FED Funds-Rate liege derzeit (noch) bei 5,25 - 5,50 Prozent. Allerdings habe sich Powell bedeckt gehalten, ob die FED im September um 25 oder gar 50 Basispunkte senken werde. Für die Zeit nach September sei aber einiges hinsichtlich der weiteren zinspolitischen Ausrichtung offen geblieben.
Jedenfalls habe laut Powell die Zuversicht zugenommen, dass sich die US-Inflation nachhaltig auf dem Weg zum FED-Ziel von zwei Prozent bewege. Zudem scheine die FED zunehmend stärker auf die Entwicklung des amerikanischen Arbeitsmarktes zu achten und sich neben der Preisstabilität damit auf ihr zweites Mandat zu konzentrieren. Die Experten würden bis Jahresende 2024 drei Zinssenkungen im Umfang von insgesamt 75 Basispunkten erwarten.
Sorgen um das US-Wachstum hätten das Thema Inflation an den Märkten zuletzt etwas in den Hintergrund gedrängt. Die Ende des Monats veröffentlichten August-Preisdaten für den Euroraum hätten Entwarnung auf der Inflationsseite gegeben. Mit plus 2,2 Prozent (im Juli noch bei 2,6 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresmonat sei die Teuerung auf ein Dreijahrestief gefallen und nähere sich damit der von der EZB gesteckten "Zielmarke" von 2,0 Prozent deutlich an. Die Kerninflation sei hingegen nur leicht von 2,9 auf 2,8 Prozent gefallen, was im Wesentlichen dem Anstieg der Dienstleistungskomponente (von 4,0 auf 4,2 Prozent) geschuldet gewesen sei.
Bei den Daten für Deutschland sei im August ein Rückgang der Preissteigerung auf 1,9 Prozent zu verzeichnen gewesen und habe damit den geringsten Zuwachs seit 2021 erreicht. Im Juli habe sich die inländische Teuerung im Jahresvergleich noch um 2,3 Prozent erhöht. Im Euroraum würden die Experten unverändert von weiteren Zinssenkungen der EZB im September und Dezember dieses Jahres von jeweils 25 Basispunkten ausgehen.
Auch an den Anleihemärkten sei die Entwicklung im August von hoher Volatilität geprägt gewesen. Zunächst hätten die Kern-Staatsanleihen im Rahmen der deutlichen Abwärtsbewegung an den Aktienbörsen als sicherer Anlagehafen fungiert. So seien die Renditen deutscher Bundesanleihen und US-Schatzanweisungen im richtungsweisenden Zehnjahresbereich zunächst von 2,3 bzw. 3,98 Prozent per Ende Juli bis auf 2,07 bzw. 3,67 Prozent gefallen. Mit der dann im weiteren Monatsverlauf zu beobachtenden Erholung auf der Aktienseite seien die Anleihekurse wieder etwas zurückgekommen und die Renditen seien wieder angestiegen.
Zehnjährige Bundesanleihen hätten dann im Monatsvergleich nahezu unverändert geschlossen. Auf der deutschen Zinskurve hätten in erster Linie die kurzen Laufzeiten bis einschließlich fünf Jahre nennenswerte Renditerückgänge verbuchen können. Langläufer hätten hingegen einen leichten Renditeanstieg aufgewiesen. Die Zinskurve habe damit etwas steiler tendiert, sei im Bereich zwei/zehn Jahre Laufzeit aber immer noch invers geblieben. In den anderen Euro-Staatsanleihemärkten seien geringe Renditebewegungen zu beobachten gewesen. Insgesamt habe sich daraus auf Indexebene für Staatsanleihen aus dem Euroraum (iBoxx Euro Sovereigns-Index) im August ein leichtes Plus in Höhe von knapp 0,4 Prozent ergeben.
Am US-Staatsanleihemarkt habe sich im Berichtsmonat die Treasury-Zinskurve nach unten verschoben. Dort seien im kurzen Laufzeitbereich von (ein bis fünf Jahre) mit bis zu 34 Basispunkten die deutlichsten Renditerückgänge zu beobachten gewesen. Auch diese Zinskurve habe damit etwas steiler tendiert. Zwei- und Zehnjahrespapiere hätten sich auf dem gleichen Renditeniveau bewegt, diese Laufzeitbereiche seien somit nicht mehr invers gewesen. Der gesamte US-Staatsanleihemarkt habe in US-Dollar gerechnet knapp 1,3 Prozent hinzugewonnen.
Der US-Dollar habe im Berichtsmonat schwächer tendiert. Haupttreiber seien in erster Linie die Zinssenkungserwartungen des Marktes gewesen, der mittlerweile umfangreich anstehende Schritte der FED einpreise. Darüber hinaus dürfte das Gros der Marktteilnehmer in jüngster Vergangenheit bereits "Dollar-Long" positioniert gewesen sein (Stichwort Trump-Trades). Da sich das Wachstum der US-Wirtschaft allerdings verlangsame, habe die eingetretene Reduktion von US-Aktienpositionen, insbesondere der Tech-Werte, und das Auflösen von Carry-Trades auf der Währungsseite (besonders "Short Yen / Long USD") zu erheblichen Verkäufen der US-Währung geführt. Die Positionierung der Marktteilnehmer habe sich daher von "US-Dollar Long" zu "Short" verschoben.
Der Euro sei zum US-Dollar durch die Dollarabwertung im August auf das höchste Niveau seit über einem Jahr gestiegen. Die Kursbewegung habe von 1,08 auf 1,12 US-Dollar geführt, die je Euro hätten aufgewendet werden müssen. Zum Monatsende habe dann aber eine Reaktion auf den vorhergehenden Anstieg eingesetzt, der Euro sei auf rund 1,10 US-Dollar (je Euro) zurückgefallen. (Ausgabe vom 03.09.2024) (04.09.2024/alc/a/a)
Eine wichtige Informationsquelle zur Bewertung der Lage sei dabei auch das FED-Symposium im amerikanischen Jackson Hole gewesen. US-Notenbankchef Jerome Powell habe dort dann auch ein klares Signal für eine Zinssenkung im September gesendet. Die FED Funds-Rate liege derzeit (noch) bei 5,25 - 5,50 Prozent. Allerdings habe sich Powell bedeckt gehalten, ob die FED im September um 25 oder gar 50 Basispunkte senken werde. Für die Zeit nach September sei aber einiges hinsichtlich der weiteren zinspolitischen Ausrichtung offen geblieben.
Jedenfalls habe laut Powell die Zuversicht zugenommen, dass sich die US-Inflation nachhaltig auf dem Weg zum FED-Ziel von zwei Prozent bewege. Zudem scheine die FED zunehmend stärker auf die Entwicklung des amerikanischen Arbeitsmarktes zu achten und sich neben der Preisstabilität damit auf ihr zweites Mandat zu konzentrieren. Die Experten würden bis Jahresende 2024 drei Zinssenkungen im Umfang von insgesamt 75 Basispunkten erwarten.
Sorgen um das US-Wachstum hätten das Thema Inflation an den Märkten zuletzt etwas in den Hintergrund gedrängt. Die Ende des Monats veröffentlichten August-Preisdaten für den Euroraum hätten Entwarnung auf der Inflationsseite gegeben. Mit plus 2,2 Prozent (im Juli noch bei 2,6 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresmonat sei die Teuerung auf ein Dreijahrestief gefallen und nähere sich damit der von der EZB gesteckten "Zielmarke" von 2,0 Prozent deutlich an. Die Kerninflation sei hingegen nur leicht von 2,9 auf 2,8 Prozent gefallen, was im Wesentlichen dem Anstieg der Dienstleistungskomponente (von 4,0 auf 4,2 Prozent) geschuldet gewesen sei.
Auch an den Anleihemärkten sei die Entwicklung im August von hoher Volatilität geprägt gewesen. Zunächst hätten die Kern-Staatsanleihen im Rahmen der deutlichen Abwärtsbewegung an den Aktienbörsen als sicherer Anlagehafen fungiert. So seien die Renditen deutscher Bundesanleihen und US-Schatzanweisungen im richtungsweisenden Zehnjahresbereich zunächst von 2,3 bzw. 3,98 Prozent per Ende Juli bis auf 2,07 bzw. 3,67 Prozent gefallen. Mit der dann im weiteren Monatsverlauf zu beobachtenden Erholung auf der Aktienseite seien die Anleihekurse wieder etwas zurückgekommen und die Renditen seien wieder angestiegen.
Zehnjährige Bundesanleihen hätten dann im Monatsvergleich nahezu unverändert geschlossen. Auf der deutschen Zinskurve hätten in erster Linie die kurzen Laufzeiten bis einschließlich fünf Jahre nennenswerte Renditerückgänge verbuchen können. Langläufer hätten hingegen einen leichten Renditeanstieg aufgewiesen. Die Zinskurve habe damit etwas steiler tendiert, sei im Bereich zwei/zehn Jahre Laufzeit aber immer noch invers geblieben. In den anderen Euro-Staatsanleihemärkten seien geringe Renditebewegungen zu beobachten gewesen. Insgesamt habe sich daraus auf Indexebene für Staatsanleihen aus dem Euroraum (iBoxx Euro Sovereigns-Index) im August ein leichtes Plus in Höhe von knapp 0,4 Prozent ergeben.
Am US-Staatsanleihemarkt habe sich im Berichtsmonat die Treasury-Zinskurve nach unten verschoben. Dort seien im kurzen Laufzeitbereich von (ein bis fünf Jahre) mit bis zu 34 Basispunkten die deutlichsten Renditerückgänge zu beobachten gewesen. Auch diese Zinskurve habe damit etwas steiler tendiert. Zwei- und Zehnjahrespapiere hätten sich auf dem gleichen Renditeniveau bewegt, diese Laufzeitbereiche seien somit nicht mehr invers gewesen. Der gesamte US-Staatsanleihemarkt habe in US-Dollar gerechnet knapp 1,3 Prozent hinzugewonnen.
Der US-Dollar habe im Berichtsmonat schwächer tendiert. Haupttreiber seien in erster Linie die Zinssenkungserwartungen des Marktes gewesen, der mittlerweile umfangreich anstehende Schritte der FED einpreise. Darüber hinaus dürfte das Gros der Marktteilnehmer in jüngster Vergangenheit bereits "Dollar-Long" positioniert gewesen sein (Stichwort Trump-Trades). Da sich das Wachstum der US-Wirtschaft allerdings verlangsame, habe die eingetretene Reduktion von US-Aktienpositionen, insbesondere der Tech-Werte, und das Auflösen von Carry-Trades auf der Währungsseite (besonders "Short Yen / Long USD") zu erheblichen Verkäufen der US-Währung geführt. Die Positionierung der Marktteilnehmer habe sich daher von "US-Dollar Long" zu "Short" verschoben.
Der Euro sei zum US-Dollar durch die Dollarabwertung im August auf das höchste Niveau seit über einem Jahr gestiegen. Die Kursbewegung habe von 1,08 auf 1,12 US-Dollar geführt, die je Euro hätten aufgewendet werden müssen. Zum Monatsende habe dann aber eine Reaktion auf den vorhergehenden Anstieg eingesetzt, der Euro sei auf rund 1,10 US-Dollar (je Euro) zurückgefallen. (Ausgabe vom 03.09.2024) (04.09.2024/alc/a/a)


