Renten: Inflationssorgen lassen die Renditen steigen


21.03.22 10:34
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Bundesanleihen verloren in der vergangenen Woche ihren Status als sicherer Hafen und büßten ein, so die Experten von Union Investment.

Die Inflationssorgen hätten schwerer als die Befürchtungen vor einem Wachstumsrückgang gewogen. In Kombination mit den Aussagen der Notenbanken sei es daher zu wieder steigenden Renditen gekommen. Zehnjährige Papiere hätten zur Wochenmitte bei 0,4 Prozent rentiert. Zum Vergleich: Vor zwei Wochen seien es noch -0,1 Prozent gewesen.

Der allgemein freundliche Unterton habe bei Unternehmens- und Schwellenländeranleihen zu rückläufigen Risikoaufschlägen geführt. Dadurch habe ein Teil der Zinsbewegung kompensiert werden können. In diesem Umfeld hätten sich auch einige Emittenten mit neuen Anleihen auf den Markt gewagt. Vielfach seien recht auskömmliche Prämien gegenüber den sich bereits im Umlauf befindlichen Titeln gewährt worden, sodass die Papiere letztlich erfolgreich hätten platziert werden können.

Bei Anleihen aus den Schwellenländern sei der Rückgang der Risikoaufschläge sogar derart groß gewesen, dass die Zinsbewegung überkompensiert worden sei. Bei Hartwährungsanleihen hätten sich die Risikoaufschläge gegenüber der Vorwoche um 42 auf 455 Basispunkte ermäßigt.

Mit Spannung sei die Zinszahlung auf zwei russische Anleihen erwartet worden. Russland habe zunächst angekündigt, die Anleihen in Rubel statt in US-Dollar oder Euro bedienen zu wollen. Dabei habe der Kreml damit argumentiert, dass die Devisenreserven vom Westen eingefroren seien und dieser eben jetzt auch die Konsequenzen tragen müsse. Von Seiten der Rating-Agenturen habe es dann geheißen, dass dies einem Zahlungsausfall gleichkäme. Letztlich habe Russland dann doch die Zahlungen freigegeben, sodass eine Insolvenz vermieden worden sei. (Ausgabe vom 18.03.2022) (21.03.2022/alc/a/a)